So unterstützen Sie Ihr Kind im Umgang mit Gefühlen - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
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So unterstützen Sie Ihr Kind im Umgang mit Gefühlen

Lesedauer: 5 Minuten

Sie toben, schreien und brüllen, dass es einem fast das Herz zerreisst: Kinder und Jugendliche müssen erst lernen, wie sie mit ihren Gefühlen sozialverträglich umgehen. Dieser Prozess ist an die Hirnentwicklung gekoppelt – und er kann von den Eltern unterstützt werden.

Text: Mareike Groene
Bilder: Gabi Vogt / 13 Photos

Leon kommt nach Hause, knallt den Schulsack in die Ecke und schreit: «Juri ist so gemein! Er hat gesagt, ich darf heute Nachmittag mit in den Tierpark, jetzt nimmt er doch Samuel mit!» Füsse stampfen, Türen knallen. Leons Mutter seufzt. Auf dem Herd blubbert das Spaghettiwasser, im Kinderzimmer brüllt der kleine Bruder – von Leons Geschrei aus dem Mittagsschlaf gerissen.

Tagtäglich sind wir damit beschäftigt, unsere innere Gefühlswelt so im Zaum zu halten, dass wir sie angemessen nach aussen transportieren können. Erwachsenen gelingt das meist ganz gut: Wir haben gelernt, unsere Gefühle zu regulieren und uns entsprechend dem sozialen Kontext zu verhalten. Dies geschieht ganz automatisch.

Die Fähigkeit zum kompetenten Umgang mit Emotionen ist an die Hirnentwicklung gekoppelt.

Wie viel Energie uns diese Selbst­regulation eigentlich kostet, wird oft erst deutlich, wenn wir müde, gestresst oder hungrig sind. Dann kommt es vor, dass wir nicht mehr mit Engelsgeduld reagieren, wenn das Kind zum dritten Mal jammert, dass es den Schokoriegel an der Supermarktkasse unbedingt haben muss, oder am Abend nicht zu Bett gehen will.

Es bedeutet Anstrengung für unser Gehirn, unangemessene Reaktionen zu unterdrücken und erfolgreiche Strategien anzuwenden, um mit Gefühlen so umzugehen, dass wir uns einerseits emotional ausgeglichen fühlen – nicht zu viel in uns hineinfressen – und uns andererseits sozial angepasst verhalten – niemanden anschreien.

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