«Der Lehrbetrieb muss so gut passen wie der Beruf» - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
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«Der Lehrbetrieb muss so gut passen wie der Beruf»

Lesedauer: 2 Minuten

Schritt 5: Überprüfung und Entscheidung

Damit die Lehre gelingt, sollte neben der Arbeit auch das Umfeld stimmen. Je mehr Betriebe man durch Schnuppern kennengelernt hat, desto besser weiss man, was zu einem passt. Manche entscheiden sich gar wegen eines Betriebs für einen Beruf.

Text: Stefan Michel
Bild: Gabi Vogt

Im Lehrbetrieb verbringen Lernende einen grossen Teil ihres noch jungen Lebens. Die Stimmung am Arbeitsplatz, die Art, wie gearbeitet wird, der Umgang mit Kolleginnen und Kollegen und die Beziehung zum Vorgesetzten: Alle diese Faktoren entscheiden da­rüber, wie erfolgreich sich ein Arbeitstag gestaltet. Und wie zufrieden man am Abend nach Hause geht.

Manche blühen im neuen Umfeld förmlich auf. Hört man sich andererseits die Berichte derjenigen an, die ihre Lehre abbrachen, hat das Klima im Betrieb einen grossen, oft den entscheidenden Einfluss auf das Wohlbefinden bei der Arbeit. Ein übel gelaunter Chef, schlechte Arbeitsbedingungen, starre Abläufe: Es gibt einiges, was die Tage im «Geschäft» zur Tortur machen kann.

Man sollte sich etwa fragen: Passen mir klare ­Hierarchien und ­Anweisungen oder brauche ich viel Gestaltungsfreiheit bei der Arbeit?

Die Schnupperlehre – möglichst eine ganze Woche lang – ist der realistischste Einblick, den man erhalten kann. Manche schnuppern sogar zweimal im gleichen Betrieb, bevor sie sich entscheiden. Zudem lohnt es sich, in ganz verschieden aufgestellte Be­triebe hineinzuschauen und sich zu fragen: Fühle ich mich wohler in einem Kleinbetrieb oder gefällt mir die Atmosphäre im Gross­unternehmen? Sagen mir klare Hierarchien und Anweisungen zu oder brauche ich die Freiheit, ­meine Arbeit selbst zu ge­stalten? Stört es mich, ständig kontrolliert zu werden, oder gibt mir dies eher Sicherheit, dass ich keinen Fehler mache? 

In sieben Schritten den eigenen Weg finden:

Die Wahl der passenden Ausbildung nach der Sekundarschule lässt sich in sieben aufeinanderfolgende Aufgaben einteilen:

Wie es in der Lehre ist, lässt sich nur ungenau voraussehen. Berufseinsteigerinnen und -einsteiger treten zum ersten Mal in einen Betrieb ein und können nicht auf die Erfahrung früherer Stellenantritte zurückgreifen. 

Manche sind sich ihrer Berufswahl noch gar nicht sicher. Dann machen sie eine Schnupperlehre und spüren: «Hier will ich die Lehre machen.» Natürlich sollte man spontane Entscheidungen in Ruhe überdenken. Aber es spricht nichts dagegen, seinem Herzen zu folgen.

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Stefan Michel
ist freier Journalist und Texter und lebt mit seiner Partnerin und zwei Kindern in Zürich.

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