Berufswahl: «Es ist wichtig, auf das Bauch­gefühl zu hören»
Berufswahl

Schritt 5: Überprüfung und Entscheidung

«Es ist wichtig, auf das Bauch­gefühl zu hören»

Berufsberaterin Sigrid Weber kennt die Qual der Berufswahl, die viele ­Jugendliche durchleben. Lieblingsfächer und Hobbys seien erste Hinweise auf die ­passende Ausbildung, in Schnupperlehren lasse sich viel lernen – und manchmal helfe auch ein Münzwurf, sagt die Psychologin. Bei der ­Entscheidung müsse aber vor allem das Gefühl stimmen.
Text: Stefan Michel
Bild: Roshan Adhihetty, zVg

Frau Weber, wie findet ein junger Mensch von 14 oder 15 Jahren den passenden Beruf?

Die erste Voraussetzung dafür ist, dass er sich für die Berufswelt interessiert. Das ist schon ein Entwicklungsschritt. Von da an ist es ein Prozess der Selbsterkenntnis. Er kommt seinen Interessen und Stärken immer näher. Dann muss er sich überlegen, ob er mitbringt, was die Ausbildung fordert, oder ob er sich dorthin entwickeln kann. Darauf geht es ans Ausprobieren in der Schnupperlehre. Und schliesslich muss er die Entscheidung fällen, welchen Beruf er ergreifen will.
Sigrid Weber Böhni brach ihr ­Sprachstudium ab, weil sie Mutter wurde. Später studierte sie Psychologie mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie. Sie leitet die Regionalstelle Frauenfeld des Amts für Berufsbildung und Berufsberatung des Kantons Thurgau. Sie hat drei erwachsene Kinder.
Sigrid Weber Böhni brach ihr ­Sprachstudium ab, weil sie Mutter wurde. Später studierte sie Psychologie mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie. Sie leitet die Regionalstelle Frauenfeld des Amts für Berufsbildung und Berufsberatung des Kantons Thurgau. Sie hat drei erwachsene Kinder.

Interessen können sich in diesem Alter schnell ändern.

Das stimmt, in dieser Phase bleibt kein Stein auf dem anderen. Da­rum ist es sinnvoll, früh zu beginnen, sich damit zu beschäftigen. Man muss den Jugendlichen aber auch Mut machen, die Richtung zu wählen, die im Moment stimmt. Letztlich bleiben einige beim einmal gewählten Beruf, bilden sich vielleicht weiter, andere sind eher berufliche Nomaden, die ein Leben lang suchen und Neues beginnen. Da ist nichts Falsches dran.

Welche Fragen helfen, Interessen und Neigungen zum Vorschein zu bringen?

Es beginnt ganz einfach: Was machst du in deiner Freizeit, welches Schulfach magst du? Treibst du viel Sport? Das ist ein Zeichen für Bewegungsfreude. Liest du? Einer, der nicht liest, passt eher nicht in eine weiterführende ­Schule. Bastelst du? Zeichnest du? Kümmerst du dich um Tiere oder um jüngere Kinder? Neben möglichen Berufsfeldern erkenne ich im Gespräch auch, ob jemand eher in einen Kleinbetrieb passt oder in eine grössere Firma.

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