«Bei uns dürfen Jugendliche nachreifen»

Aus Ausgabe
03 / März 2026
Lesedauer: 2 min

«Bei uns dürfen Jugendliche nachreifen»

Die Stiftung Dreipunkt bietet Jugendlichen, die Mühe haben, eine Berufslehre zu finden, Unterstützungsprogramme für einen erfolgreichen Arbeitseinstieg. Geschäftsleiter Marco Limacher im Gespräch.
Interview: Virginia Nolan

Bild: Adobe Stock

Herr Limacher, an wen richtet sich das Angebot der Stiftung Dreipunkt?

Bei uns finden junge Erwachsene zwischen 14 und 30 Jahren, die Schwierigkeiten haben, eine Berufslehre zu finden oder eine Ausbildung zu absolvieren, Unterstützungsprogramme für einen erfolgreichen Arbeitseinstieg. Am gefragtesten sind unsere ­Motivationssemester für Jugendliche nach einem Lehrabbruch oder solche, die nach der Schule keine Anschlusslösung haben.

Es geht darum, eine verfahrene Situation zu durchbrechen und herauszufinden: Wer bin ich, was passt zu mir, wohin soll es gehen?

Durch begleitete Berufswahl inklusive Arbeitstraining werden sie auf Lehre und Berufsschule vorbereitet. Auch für Jugendliche, die noch die obligatorische Schule besuchen, haben wir Angebote. Die Klasse für Auszeit und Übertritt zum Beispiel richtet sich an Heranwachsende, die im üblichen Schulbetrieb überfordert sind oder mit ihrem Verhalten anecken.

Wie helfen Sie diesen Jugendlichen?

Zunächst geht es darum, eine verfahrene Situation zu durchbrechen und im Rahmen einer Neuorientierung herauszufinden: Wer bin ich, was passt zu mir, wohin soll es gehen? Während der Schulauszeit von drei bis acht Monaten arbeiten die Jugendlichen intensiv an persönlichen, schulischen, sozialen und emotionalen Themen.

Marco Limacher ist Geschäftsleiter der Stiftung Dreipunkt in Luzern.

Bei uns dürfen sie nachreifen und Fähigkeiten ausbauen, die im familiären Umfeld wenig gefördert wurden: Durchhaltewillen oder Selbstmotivation zum Beispiel. Alle unsere Programme – auch die praktische Modulklasse, die sich an Jugendliche mit Sonderschulbedarf aufgrund von Verhaltens­themen richtet – sind stark berufsorientiert.

Gemeinsam gilt es herauszufinden: Was macht den Jugendlichen Freude, wo liegen ihre Fähigkeiten? Diesem Zweck dienen ­Einsätze in der Holzofenbäckerei und der Möbelwerkstatt, die wir betreiben, sowie in verschiedenen Arbeitsateliers, aber auch Schnuppertage in Partnerbetrieben unterschiedlicher Branchen.

Wem stehen Ihre Programme offen?

Zu unseren Zuweisern gehören unter anderem Schulen, schulische und Sozialdienste, die IV oder die Kesb sowie Lehr­betriebe, die bei der Begleitung von Lernenden Unterstützung brauchen. Je nach Programm richtet sich unser Angebot an Jugendliche und junge Erwachsene aus Luzern und den Nachbarkantonen.

Weitere Infos: stiftungdreipunkt.ch