Der Sohn zieht aus – oder doch nicht?!

«Mama», spricht der Sohn, «auch wenn es für dich schwer wird, ich ziehe aus!» Mit 22 Jahren sei die Zeit reif für einen Neustart im eigenen Leben. Wo er recht hat, hat er recht, finden wir Eltern und entkorken schon mal die erste Flasche.
Natürlich lieben wir unsere beiden Kinder, keine Frage. Wir sind ja auch schon lange miteinander verbunden, mit dem Sohnemann 22 Jahre, mit der Tochter zwanzig. Eine prägende Zeit, ein Auf und Ab mit den Gefühlen, von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt haben wir die ganze Palette durch oder wie es der Musiker in der Familie sagt: wir bespielten die weissen und die schwarzen Tasten auf dem Klavier. 
 
Vor zwei Jahren ist unser Sohn aus dem Internat mitsamt dem Hausrat aus- und bei uns wieder eingezogen. Das war zwischendurch eine anstrengende Zeit, mussten wir uns ja wieder ein Stück weit finden und Regeln aufsetzen, die für Junge wie auch Alte gelten, damit ein Miteinander ziemlich angenehm und harmonisch verläuft. Letzteres ist mir sehr wichtig, am liebsten hätte ich 24 Stunden Friede, Freude, Eierlikör. Aber natürlich ist das echte Leben kein rosafarbener Plüschponyhof, daher halte ich Diskussionen und Streitereien aus, weil ohne Reibung keine Spannung und spannend soll es ja sein. Keine Ahnung, auf welchem Zuckersäckli diese Weisheit stand. 
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