«Darmerkrankungen bei Kindern haben zugenommen»
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«Darmerkrankungen bei Kindern haben zugenommen»

Lesedauer: 9 Minuten

Wenn Kinder über Bauchweh oder Übelkeit klagen, stecken oft Entzündungen des Verdauungstrakts oder Lebensmittelallergien dahinter. Kinderarzt Carsten Posovszky weiss, welche Ernährung eine gesunde Darmflora fördert.

Interview: Evelin Hartmann
Bilder: Christian Grund / 13 Photo

Herr Posovszky, mit welchen ­körperlichen Beschwerden kommen Kinder und Jugendliche zu Ihnen ins Kinderspital?

Die Betroffenen klagen meist über Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall oder Probleme mit dem Stuhlgang. Das betreuende Fachpersonal verweist die jungen Patientinnen und Patienten an uns in die Gastroenterologie zur wei­teren Abklärung und Behandlung. Wir haben umfassendere Untersuchungsmöglichkeiten als die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, beispielsweise die Spiegelung des Magen-Darm-Trakts. 

Und was sehen Sie dabei?

Bei der Spiegelung können wir feststellen, ob eine Magenschleimhautentzündung, ein Schleimhautschaden im Dünndarm wie bei Zöliakie oder eine chronisch entzündliche Speiseröhren- oder Darmerkrankung vorliegt. Die Morbus-Crohn-Erkrankung kann mit Entzündungen im gesamten Verdauungstrakt einhergehen, während bei der Colitis Ulcerosa der Dickdarm und bei der Eosinophilen Ösophagitis die Speiseröhre chronisch entzündet ist.

Carsten Posovszky ist promovierter Kinder- und Jugendfacharzt. Seit 2021 ist er als Leiter der Gastroenterologie und Ernährung am Universitäts-Kinderspital Zürich tätig. Carsten Posovszky ist Vater von zwei Kindern im Alter von 18 und 21 Jahren.

Nahrungsbedingte Erkrankungen wie Nahrungsmittelallergien, Lak­toseintoleranz, Glutenintoleranz, sprich Zöliakie, oder infektiöse Darmerkrankungen können wir auch ohne eine Spiegelung diagnostizieren. Die nahrungsbedingten Erkrankungen sind wesentlich häufiger als die chronisch entzündlichen Erkrankungen. Sehr selten sind angeborene Erkrankungen und Fehlbildungen des Darms, der Leber und der Bauchspeicheldrüse. Hierfür benötigen wir noch weitere Diagnostik wie Labor, genetische Untersuchungen und auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder die Magnetresonanztomografie. 

Schätzungsweise jede fünfte Person in der Schweiz hat eine Laktose­intoleranz.

Wie viele Kinder sind schweizweit von diesen Krankheiten betroffen?

Die Häufigkeiten bei Kindern sind schlecht untersucht. Wir wissen aber beispielsweise, dass schätzungsweise jede fünfte Person in der Schweiz eine Laktoseintoleranz hat, jede zwanzigste eine Nahrungsmittelallergie und jede hundertste eine Zöliakie. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen betreffen einen von 350 Menschen. Als seltene Erkrankung werden diejenigen bezeichnet, die weniger als einen von 5000 Menschen treffen. ­Häufig können wir trotz erheblicher Magen-Darm-Beschwerden bei unseren jungen Patientinnen und Patienten keine dieser Erkrankungen feststellen. Meist handelt es sich dann um sogenannte funktionelle Darmerkrankungen.

Welche sind das?

Auch Kinder leiden unter funktionellen Störungen des Magen-Darm-Traktes. Das Reizdarmsyndrom ist eine der bekanntesten Erkrankungen aus diesem Bereich. Beim Reizdarmsyndrom kommt es wiederkehrend zu Bauchschmerzen und Durchfall oder Verstopfung. Bei anderen funktionellen Erkrankungen klagen die Kinder über Übelkeit, Erbrechen oder Magenschmerzen, manche ausschliesslich über Stuhlentleerungsstörungen.

Bei diesen Erkrankungen liegen weder Nahrungsmittelallergien noch Intoleranzen oder entzündliche Erkrankungen vor. Sie sind einfach ein Ausdruck dafür, dass die Darmfunktion auf verschiedenen Ebenen gestört ist. So kann zum Beispiel Schmerz viel schneller wahrgenommen werden. Deshalb wird zunehmend auch der Begriff «Störung der Darm-Hirn-Achse» anstatt «funktionelle Darmerkrankung» verwendet.

Die Darm-Hirn-Achse

Der Darm ist mit einem eigenen Nervensystem ausgestattet, dem enterischen ­Nervensystem. Es besteht aus einem ­komplexen Geflecht mit rund 100 Millionen Nervenzellen und reguliert unter anderem die Bewegung des Darms bei der Verdauung.

Der Darm und die dort ansässigen Darmbakterien können direkt mit dem ­zentralen Nervensystem und somit mit dem Gehirn kommunizieren. Dieses Kommunikationssystem wird auch als Darm-Hirn-Achse bezeichnet. Der Informationsaustausch verläuft in beide Richtungen. Etwa 90 Prozent der Kommunikation gehen dabei jedoch vom Darm aus.

Womit hängt das zusammen?

Wir wissen noch zu wenig über die Zusammenhänge, um dies fundiert sagen zu können. Als mögliche Ursachen werden unter anderem gestörte Darmbewegungen, eine gesteigerte Schmerzempfindlich­keit, eine verminderte Schleimhautbarriere oder eine veränderte Darmimmunität diskutiert. Studien haben gezeigt, dass bei Störungen der Darm-Hirn-Achse oft eine Veränderung des Darmmikrobioms vorliegt. Als Mikrobiom bezeichnet man die Gesamtheit aller Mikro­organismen, wie Bakterien oder Viren, die unseren Dickdarm besiedeln. Sie bilden unsere Darmflora.

Gibt es ein Krankheitsbild, das bei Kindern und Jugendlichen zunimmt?

Wir sehen in den letzten 50 Jahren eine Zunahme der entzündlichen Darmerkrankungen und seit ein paar Jahren eine deutliche Zunahme der Eosinophilen Ösophagitis. Hier wandern Entzündungszellen in die Speiseröhre ein und führen dort zu einer Funktionsstörung. Das äussert sich unter anderem darin, dass die Betroffenen Probleme beim Schlucken haben und manchmal auch Nahrung im Hals stecken bleibt. 

Bei entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sind die Ursachen vielfältig.

In welchem Alter erkranken die Betroffenen?

Bei uns im Kinderspital betreuen wir Kinder im Säuglings- oder Kleinkindalter, die erbrechen, nicht mehr gut essen oder Schluckbeschwerden haben, wie auch Jugendliche, denen beispielsweise Nahrung in der Speiseröhre stecken bleibt. Die Symptome unterscheiden sich also über alle Altersstufen hinweg sehr. Bei einer Spiegelung sehen wir Veränderungen in der Speiseröhre.

Typisch sind unter anderem Längsfurchen, Rötungen und entzünd­liche Ausschwitzungen auf der Schleimhaut. In den Gewebeproben findet man dann die sogenannten eosinophilen Granulozyten. Das sind weisse Blutzellen, die mit Eosin, einem sauren Farbstoff, angefärbt werden können und der Krankheit ihren Namen geben. Die Fallzahlen steigen so rasant, dass wir bald so viele Fälle haben werden wie bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. 

«Lässt man bestimmte Lebensmittel weg, geht bei manchen Kindern die Darmentzündung komplett zurück», sagt Carsten Posovszky.

Und die Erkrankung ist auf die Ernährung zurückzuführen?

Vermutlich handelt es sich um eine allergieähnliche chronische Entzündung der Speiseröhre. Auslöser sind meist Eiweisse aus Nahrungsmitteln. Lässt man bei betroffenen Kindern bestimmte Lebensmittel weg, geht bei manchen die Entzündung komplett zurück. Bei anderen Kindern wiederum können wir leider keine Nahrungsmittel als Ursache identifizieren. In diesen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung notwendig. Grundsätzlich lässt sich bei allen entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sagen, dass die Ursachen von vielen Faktoren abhängig sind.

Das heisst? 

Dass Umwelteinflüsse, genetische Faktoren und weitere Auslöser zusammen zur Erkrankung führen. Am besten ist das bei der Zöliakie untersucht. Hier führen eine genetische Veranlagung und weitere Auslöser, wie beispielsweise eine Darminfektion, zu einer Immunreaktion auf Gluten, das aus der Nahrung stammt. Die Immunreaktion wiederum verursacht eine Zerstörung der Darmschleimhaut.

Bei entzündlichen Darmerkrankungen besteht also eine Wechselwirkung ­zwischen der genetischen Disposition und Umwelteinflüssen wie beispielsweise Infektionen, hygienischen Verhältnissen und der Ernährung. 

Das ist richtig. Es gibt offensichtlich Faktoren, die protektiv wirken, und es gibt Faktoren, die sich negativ auswirken, wie zum Beispiel bestimmte Lebensmittel, die ein entzündliches Milieu eher fördern.

Stark verarbeitete Lebensmittel haben einen negativen Einfluss auf unseren Körper.

Was können Eltern also tun, um zu verhindern, dass ihr Kind eine solche Erkrankung entwickelt? 

Diese Erkrankungen können nicht verhindert werden. Viele der Einflussfaktoren lassen sich nicht verändern. Jedoch kann man den ­Körper mit einem gesunden Lebensstil vor ungesundem Essen, schädlichen Umwelteinflüssen oder Stress schützen.

Welche Ernährungsform ist ungesund? 

Es gibt breit angelegte Studien, in denen untersucht wurde, wie sich unausgewogene Ernährungsformen auf entzündliche Darmerkrankungen und andere Erkrankungen auswirken. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Zufuhr von sogenannten ultraprozessierten Nahrungsmitteln, also sehr stark verarbeiteten Lebensmitteln, einen negativen Einfluss hat. Dazu gehören beispielsweise industriell hergestellte Lebensmittel wie Fertigprodukte, Snacks oder Softdrinks, die häufig Zusatzstoffe enthalten. 

Was ist so schädlich an diesen Lebensmitteln? 

Sie können Entzündungen fördern, die Zusammensetzung des Darmmikrobioms verändern und zu einer Übersäuerung des Stoffwechsels führen. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass entzünd­liche Darmerkrankungen mit der Industrialisierung zugenommen haben – zunächst in westlichen ­Ländern, dann zeitversetzt in Asien, wo sich ultraprozessierte Nahrungsmittel und Junkfood-Restaurants erst später etabliert haben.

Damit wären wir auch beim Thema Übergewicht und den damit verbundenen Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen oder Diabetes. Wie steht es denn generell um das ­Ernährungsverhalten von Schweizer Kindern und Jugendlichen? 

In der Schweiz findet derzeit eine Erhebung zum Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 17 Jahren statt. Ergebnisse dieser MenuCH-Kids-Studie liegen allerdings noch keine vor. In Deutschland wurde im Rahmen einer Langzeitstudie zur Kindergesundheit (Kiggs) die sogenannte Eskimo-Erhebung zur aktuellen Ernährungssituation und zu den Gewohnheiten von Kindern und Jugendlichen durchgeführt.

Aus dieser Studie geht unter anderem hervor, dass mehr als jeder fünfte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mindestens zehn Prozent der Tageskalorien als Fastfood zu sich nimmt. Ausserdem zeigen die Daten eine zu geringe Zufuhr an Kalzium. Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass Kinder und Jugendliche zu wenig Kuhmilchprodukte wie Milch, Käse oder Joghurt – oder alternativ pflanzliche Kalziumquellen – zu sich nehmen.

Die gängige Empfehlung für Obst und Gemüse lautet fünf Portionen pro Tag. Nimmt derjenige, der über einen ­längeren Zeitraum weniger isst, zu wenig Mikronährstoffe zu sich? 

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt sogar siebeneinhalb Portionen, um langfristig Gesundheitsrisiken vorzubeugen. Das sind 600 Gramm Obst und Gemüse am Tag für eine erwachsene Person. Gemäss der letzten Kiggs-Studienwelle von 2014 bis 2017 essen nur 14 Prozent der Kinder und Jugendlichen fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag. Das bedeutet aber nicht, dass es bei allen anderen automatisch zu Mangelerscheinungen kommt, weil sie weniger Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Nahrungsfasern über Obst und Gemüse zu sich nehmen.

Eltern müssen Vorbild sein –­ auch in Sachen Ernährung, betont Carsten ­Posovszky.

Worauf sollte bei der Ernährung ­ausserdem geachtet werden? 

Ein weiteres Ziel sollte sein, nicht übermässig Energie durch Zucker und Fett aufzunehmen. Und damit meine ich nicht den Zucker und das Fett, das wir in natürlichen Lebensmitteln wie Früchten oder Milchprodukten zu uns nehmen. Es geht um ungesunde, stark verarbeitete Lebensmittel und Getränke mit hohem Fett- oder Zuckergehalt, beispielsweise Softdrinks, Snacks oder Fastfood.

Das Konzept der «optimierten ­Mischkost» wird als eine einfache praktische Umsetzung von gesunder Ernährung für Kinder und Jugendliche beschrieben. Wie sieht sie genau aus?

Die optimierte Mischkost ist ein Ernährungskonzept, das Mangel­erscheinungen und ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten vorbeugen soll. Dabei wurden sowohl wissenschaftliche Empfehlungen, beispielsweise für die Nährstoffzufuhr, als auch praktische Empfehlungen zu Essensvorlieben oder Ernährungsgewohnheiten berücksichtigt. Damit erreichen Kinder und Jugendliche den Tagesbedarf an Flüssigkeit, Mikro- und Makronährstoffen und dürfen beispielsweise auch etwas Gebäck oder Süssigkeiten essen. 

Genuss ist etwas Schönes. Da darf in Massen auch Süsses und Fettiges Raum haben.

Bei jüngeren Kindern können Eltern noch recht gut steuern, wie viel und was sie essen. Spätestens im ­Teenageralter wird das schwieriger. 

Das ist richtig. Je mehr sich ein Kind ausserhalb des familiären Umfeldes bewegt, desto eher zeigt sich ein unausgewogenes Ernährungs­ver­halten mit Zufuhr von Fertigprodukten, das von aussen diktiert wird. Die Peergroup, sprich der Freundeskreis, wird wichtiger und auch soziale Medien spielen eine grosse Rolle. Junkfood-Konzerne setzen neuerdings bei ihrem Marketing gezielt auf Social-Media-Stars, die bei Kindern und Jugendlichen grosses Vertrauen geniessen. Der Influencer tritt wie ein Freund auf. Wenn der coole Typ den Energydrink kauft, mache ich das auch. Damit wird schon in frühen Jahren eine Fehlernährung gefördert. 

Was können Eltern also tun? 

Vorbild sein und bereits von Anfang an eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil fördern. Unser Lebensstil wird nämlich früh in der Kindheit geprägt. Es ist deshalb wichtig, wie und was in der Familie gegessen wird. Nehmen wir unsere Mahlzeiten gemeinsam ein und lassen uns Zeit dafür? Oder isst jeder, wann es ihm gerade in seinen Terminplan passt? Essen wir viele Fertigprodukte oder bemühen wir uns, so viele Mahlzeiten wie möglich frisch zuzubereiten?

Der Vorteil ist, dass eine gewisse Prägung bleibt und auch Teenager mehr Früchte und Gemüse essen, wenn sie dies von Anfang an gelernt haben. Und auch wenn in den Jugendjahren mehr Junkfood gegessen wird, kehren die meisten irgendwann zu dem Ernährungsverhalten zurück, das ihre Eltern ihnen mit auf den Weg gegeben haben.

Was, wenn sich mein Kind nur von Teigwaren mit Käse ernähren möchte?

Viele Kinder sind phasenweise einseitige Esser. Oft hilft es, wenn das Essen attraktiv dargeboten wird. Doch es gibt immer auch Kinder, bei denen solche kreativen Versuche nichts bringen. Wer dann dauerhaft Druck ausübt, riskiert noch mehr Konflikte rund ums Essen, was im schlimmsten Fall zu Essverhaltensstörungen führt. Schmecken und Genuss sind etwas Schönes, in dem auch in Massen Süsses und Fettiges Raum haben sollte. 

Was halten Sie davon, wenn Eltern ihre Kinder vegan ernähren wollen? 

Eine vegane Ernährung ist sehr anspruchsvoll. Denn in der Wachstumsphase ist die Deckung des Proteinbedarfs mit rein pflanzlicher Kost schwierig, ebenso die Versorgung mit Eisen, Kalzium, Jod und Vitamin B12. Diese Bestandteile können in einer rein pflanzlichen Ernährung nicht in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. Vitamin B12 muss bei Veganern dauerhaft substituiert werden. Besonders schwierig ist eine rein vegane Ernährung bei Säuglingen. Hier besteht die Gefahr einer Mangelernährung, weshalb wir Eltern raten, sich von Anfang an von einer Ernährungsfachkraft beraten zu ­lassen. Die meisten Eltern, die diesen Weg einschlagen, machen dies aber sehr bewusst und sind gut informiert.

In der Eskimo-Studie kam zutage, dass insbesondere Buben mehr Wurstwaren und Fleisch essen, als empfohlen wird.

Bei meinem Sohn ist das auch so. Nun stellt sich die Frage: Ist das wirklich schlimm oder kann man das in Phasen des Wachstums tolerieren? Wahrscheinlich geschieht diese Lebensmittelwahl aufgrund des erhöhten Proteinbedarfs auch ein Stück weit intuitiv. Wenn man jedoch dauerhaft viel Fleisch- und Wurstwaren konsumiert, kann das negative Auswirkungen haben, beispielsweise auf das Herz-Kreislauf-System. Hier sind wir wieder beim Thema der langfristigen Gesundheitsprävention. Darüber und über die Folgen, die Ernährung haben kann, gilt es die Jugendlichen aufzuklären.

Carsten Posovszky, hier im Gespräch mit Evelin Hartmann, der stellvertretenden Chefredaktorin des Schweizer ElternMagazins Fritz+Fränzi.

Es gibt einige ­Programme, die darauf abzielen, ­ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung zu fördern.

Solche Programme, die auf eine Verhaltensänderung des Einzelnen abzielen, sind gut und wichtig – aber nicht ausreichend. Wir brauchen entsprechende Rahmenbedingungen, die dazu beitragen, den Konsum von gesunden Lebensmitteln zu fördern, zum Beispiel eine diffe­renzierte Lebensmittelbesteuerung. Und gesunde, also ballaststoff- und nährstoffreiche Lebensmittel müssen für jeden und jede bezahlbar sein. Neben dem Elternhaus sollten auch die Schulen Ernährungserkenntnisse vermitteln und Kinder im ­Hinblick auf die sozialen Medien beziehungsweise Influencer und ihre Wirkung sensibilisieren. Das ist die Aufgabe, der Eltern und Schule gerecht werden müssen.

Evelin Hartmann
ist stellvertretende Chefredaktorin von Fritz+Fränzi. Sie wohnt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in Luzern.

Alle Artikel von Evelin Hartmann

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