Berufswahl: Darf ich vorstellen - ich!
Berufswahl

 Schritt 1: Interessen und Stärken

Berufswahl: Darf ich vorstellen – ich!

Bevor Jugendliche entscheiden können, welche Ausbildung sie nach der Sekundarschule in Angriff nehmen wollen, müssen sie ein paar grundlegende Fragen an sich selber beantworten. Keine leichte Aufgabe mitten in der Pubertät, die ohnehin schon voller Fragen ist.
Text: Stefan Michel
Bild: Roshan Adhihetty 
Der Anfang der Suche nach der passenden Ausbildung liegt ganz nah: bei der eigenen Person. Was kann dieser Mensch, den man «ich» nennt, was tut er gern, wofür interessiert er sich? Für Jugendliche, die keine Kinder mehr, aber auch noch ­keine Erwachsenen sind, sind ­diese Fragen besonders schwer zu beantworten. Sie schlagen sich gerade mit diversen weiteren Entwicklungsaufgaben herum: Sie suchen ihren Platz in der Gesellschaft, überlegen, welche Werte ihnen wichtig sind, welche Art von Beziehung sie haben möchten und wie sie wahrgenommen werden wollen. Viele, aber nicht alle dieser Fragen beeinflussen die Berufswahl. Dennoch steht diese nicht für alle Jugendlichen im Zentrum ihres Interesses.
Das ­Interesse, das in ­Wunschträumen steckt, kann der erste Schritt in die ­Richtung sein, in der das nächste Ausbildungsziel liegt.
Damit beschäftigen müssen sie sich dennoch. Und wenn sie es richtig anstellen, erfahren sie dabei einiges über sich selber. Alltagsfragen sind ein guter Einstieg: 

  • Zu welchen Themen habe ich zuletzt nach Informationen gesucht?
  • Worüber weiss ich so viel, dass ich anderen Auskunft gebe?
  • Bei welcher Beschäftigung vergesse ich die Zeit?
  • Wozu muss ich mich überwinden und bin froh, wenn ich es hinter mir habe?
  • Löse ich Aufgaben lieber allein oder mit anderen?
  • Nutze ich meine Fremdsprachenkenntnisse?
  • Arbeite ich gerne mit den Händen?
  • An welchem Ort fühle ich mich am wohlsten?

Solche Fragen, die sich aus der Erinnerung an die letzten Tage oder Wochen beantworten lassen, erleichtern die Selbsteinschätzung. Es geht dabei noch nicht um spezifische Berufe, sondern um persönliche Neigungen. Ziel ist, herauszufinden, was das für ein Mensch ist, zu dem der Beruf oder die Ausbildung passen soll. 

Interessen ändern sich – ganz besonders bei Jugendlichen

Ein guter Einstieg sind Wünsche und Träume. Astronautin, Modedesigner, Extremalpinistin – in den Wunschträumen steckt ein Interesse an einer bestimmten Aktivität, einem Umfeld, in dem man arbeiten möchte, in manchen auch das Ansehen, das ein Beruf mit sich bringt. Dieses Interesse kann der erste Schritt in die Richtung sein, in der das nächste Ausbildungsziel liegt.
 
Die an der Raumfahrt Interessierte kann sich vielleicht auch für andere naturwissenschaftliche oder technische Themen begeistern. Der Junge, der auf eine ­Karriere in der Modebranche hofft, kann sich überlegen, was er sonst noch gerne gestaltet. Gut möglich, dass beide dabei auf neue Themen stossen, die sie noch brennender interessieren. Denn dass sich Interessen ändern, ist normal, ganz besonders bei Jugendlichen.

Was einen interessiert und was man gerne tut, hängt oft – aber nicht immer – damit zusammen, worin man gut ist. Wer sich gut auf die direkt vor ihm liegende Sache konzentrieren kann, wird sich eher dafür interessieren, komplexe technische Aufgaben zu lösen. Wer am liebsten den ganzen Tag mit Menschen in Kontakt ist, gerne Dinge erklärt oder eine Pfadfinderschar führt, dürfte seine Stärken eher in der Kommunikation und im Einfühlungsvermögen haben. 

Auch wenn Schulleistungen nur einen Teil einer Persönlichkeit und der Fähigkeiten abbilden, kommt man in der Berufswahl nicht darum herum, gewisse ­Realitäten anzuerkennen. Wer in Mathematik Mühe hat zu folgen, muss entweder an diesen Fähigkeiten arbeiten oder sich eine Beschäftigung suchen, in der ab­straktes Denken und Zahlen eine untergeordnete Rolle spielen. Bewegungsmuffel können einen körperlich anstrengenden Beruf als Herausforderung annehmen. Worauf sie sich einlassen, wird ihnen spätestens in der Schnupperlehre bewusst.

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Die Wahl der passenden Ausbildung nach der Sekundarschule lässt sich in sieben aufeinanderfolgende Aufgaben einteilen. Es empfiehlt sich, die sieben Schritte in dieser Reihenfolge auszuführen, wobei man auch immer wieder eine oder zwei Etappen zurückgehen kann, wenn sich etwas geändert hat.
Die Wahl der passenden Ausbildung nach der Sekundarschule lässt sich in sieben
aufeinanderfolgende Aufgaben
einteilen. Es empfiehlt sich, die sieben Schritte in dieser Reihenfolge auszuführen, wobei man auch immer wieder eine oder zwei Etappen zurückgehen kann, wenn sich etwas geändert hat.
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Das sagen die Jugendlichen:

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