«Ich sehe was, was du nicht siehst»

Früher wurden imaginäre Freunde kritisch beäugt. Kinderpsychiater Schulte-Markwort erklärt, weshalb Eltern heutzutage auch einen Teller für den unsichtbaren Kumpel auf den Tisch stellen sollten …
An der Garderobe im Kindergarten baumelt eine Filzschnur. Das ist die Leine. Noah hat sie da angeknotet, für seinen Fuchs. Während der Vierjährige spielt, bastelt und turnt, sitzt der Fuchs in der Garderobe und wartet. Wenn Noah nach Hause geht, zieht er sich Schuhe und Jacke an und nimmt die Filzleine in die Hand. Während er heimstapft, zieht er sie hinter sich her. Ausser ihm kann keiner den Fuchs sehen.

Das Tier war sein erster unsichtbarer Gefährte. «Er hat Noah überallhin begleitet», erzählt Katrin, seine Mutter. Auch bei den Mahlzeiten war der Fuchs oft dabei – unter dem Tisch, wo dann auch Noah sein Zvieri ass. «Später gab es so ein menschenartiges Ding», erinnert sich seine Mama. «Das war der kleine Nick. Der konnte fliegen, bis unter die Zimmerdecke.» Der imposanteste von Noahs imaginären Freunden aber war ein goldener Feuerdrache von der Grösse eines mittelgrossen Flugzeugs, der die Familie bis in die Ferien begleitete.

Artikel kostenlos weiterlesen

Registrieren Sie sich gratis und profitieren Sie:

  • Begrüssungsgeschenk: Wahl aus 150 Angeboten
  • Unbegrenzter Zugriff auf über 2’000 Artikel
  • Artikel merken und Lesezeichen speichern
  • Elterntipps und wertvolle Unterstützung
  • 100% kostenlos für Sie
Jetzt Registrieren