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Schule
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Kompetitive Normen fördern die Ausgrenzung

Die Studie kam zum Ergebnis, dass Kinder aus inklusiveren Klassenzimmern eher Verständnis für hyperaktive Gleichaltrige aufbringen und allgemein eine inklusive Haltung gegenüber Kindern mit Verhaltensproblemen entwickeln. Weiter ergab die Studie, dass die Art und Weise, wie einzelne Kinder das inklusive Verhalten ihrer Klassenkameradinnen wahrnehmen, einen grossen Einfluss darauf hat, wie wahrscheinlich es ist, dass sie mit hyperaktiven Gleichaltrigen mitfühlen und diese in ihre Aktivitäten einbeziehen.
 
«Inklusive Normen in Klassenzimmern sind wertvolle Bezugspunkte für Kinder, die einen positiven Effekt auf deren Verhalten gegenüber ihren hyperak­tiven Klassenkameraden haben», erklärt ­Jeanine Grütter, Mitglied des Forschungsteams. Grütter ist an der Pädagogischen Hochschule Luzern tätig. Kinder mit eher kompetitiven Normen schliessen dagegen eher Gleichaltrige mit Verhaltensauffälligkeiten oder akademischen Schwierigkeiten aus. Insbesondere tendieren sie häufiger dazu, hyperaktive Kinder auszuschliessen, weil sie glauben, deren Verhalten sei Absicht und deshalb unverantwortlich. Aus diesem Grund nehmen sie das Verhalten im schulischen Umfeld als besonders störend wahr.

«Kinder verstehen oft nicht, was Hyperaktivität ist. Sie sind sich nicht bewusst, dass es sich dabei um eine schwer zu kontrollierende Störung handelt», sagt Grütter. In einem solchen Umfeld sind leistungsbereite und erfolgreiche Kinder ganz besonders anfällig dafür, Gleichaltrige mit Verhaltensproblemen oder schulischen Schwierigkeiten auszuschliessen. Damit stellen sie sicher, dass ihre Gruppe weiterhin effektiv funktionieren kann und sie ihre persönlichen Lernziele erreichen. 
«Kindern ist oft nicht bewusst, dass es sich bei ADHS um eine schwer zu kontrollierende Störung handelt», so Jeanine Grütter.
Akademische Leistung und Inklusivität müssen sich jedoch nicht gegenseitig ausschliessen. Tatsächlich sind jene Klassenzimmer schulisch erfolgreicher, deren Umfeld eine inklusive Haltung gegenüber Kindern mit Verhaltensproblemen oder schulischen Schwierigkeiten fördert.
 
«Dies ist eine Herausforderung, mit der Schulen im Allgemeinen konfrontiert sind, da sie versuchen, ihren Schülerinnen und Schülern die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie für ihre Zukunft benötigen. Im Jugendalter entscheidet primär der akademische Erfolg über den Zugang zur höheren Bildung und somit ist Leistungsdruck untrennbar mit dem Klassenzimmer verbunden. Lehrpersonen können jedoch inklusive Normen auch in einem kompetitiven Lernumfeld fördern. Sie können zum Beispiel mit ihrer Klasse offen darüber diskutieren, dass jeder Schüler unterschiedliche Bedürfnisse hat und ein unterschiedliches Mass an Unterstützung benötigt. Sie können auch darauf hinweisen, dass die ganze Klasse erfolgreich sein kann, wenn sich die Schülerinnen gegenseitig helfen», erklärt Grütter. «Fairness, soziale Inklusion und eine effektiv funktionierende Gruppe schliessen sich nicht zwingend aus», fügt sie hinzu.

Lehrpersonen spielen eine wichtige Rolle

Laut Grütter sind sich Lehrpersonen jedoch häufig nicht bewusst, dass sie eine wichtige Rolle dabei spielen, wie sich die Beziehungen ihrer Schüler untereinander gestalten. Wenn Lehrpersonen beispielsweise alle Schülerinnen emotional unterstützen und sie fair behandeln, unterhalten diese eher eine gute Beziehung zu ihren Lehrpersonen und zeigen ein positives Verhalten in ihren Interaktionen mit Gleichaltrigen. «Wenn Lehrpersonen Schüler mit ADHS häufig vor ihren Klassenkameraden tadeln oder negativ über sie sprechen, wirkt sich das darauf aus, wie diese von ihren Mitschülerinnen behandelt werden», erklärt Grütter.
Kompetitive Kinder schliessen eher Gleichaltrige mit Verhaltensauffälligkeiten und Lernschwierigkeiten aus.
Wenn aber Lehrpersonen ihren Schülern im Klassenzimmer häufiger die Gelegenheit geben, sich über gemeinsame Interessen auszutauschen, fördern sie die Bildung von gruppenübergreifenden Freundschaften, was wiederum eine inklusive Haltung der Heranwachsenden begünstigt.

Grütter und ihr Team arbeiten zurzeit an Wegen, die Lehrpersonen helfen sollen, die Inklusivität unter Gleichaltrigen im Klassenzimmer aktiv zu fördern. «Lehrpersonen erhalten ein intensives Training in der Klassenführung. Doch erst seit Kurzem beinhaltet die Lehrerausbildung auch nützliche Strategien, um Diversität und Inklusion im Klassenzimmer anzuleiten und zu fördern. Das ist ein wichtiges Thema in der Ausbildung angehender Lehrpersonen», setzt Grütter hinzu. 
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<div><strong>Aisha Schnellmann </strong>ist selbständige Kommunikationsfachfrau. Sie verfügt über einen Abschluss in Sozialwissenschaften der National University of Singapore. Vor ihrem Umzug in die Schweiz war sie für das Erziehungsministerium Singapurs und eine internationale philanthropische Stiftung tätig. Sie arbeitet hier weiterhin für Start-ups und Organisationen, wobei sie sich ­hauptsächlich auf die Erstellung von digitalen Inhalten zur Dialogförderung konzentriert.</div>
Aisha Schnellmann ist selbständige Kommunikationsfachfrau. Sie verfügt über einen Abschluss in Sozialwissenschaften der National University of Singapore. Vor ihrem Umzug in die Schweiz war sie für das Erziehungsministerium Singapurs und eine internationale philanthropische Stiftung tätig. Sie arbeitet hier weiterhin für Start-ups und Organisationen, wobei sie sich ­hauptsächlich auf die Erstellung von digitalen Inhalten zur Dialogförderung konzentriert.

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