Mehr Zeit für Gespräche mit den Kindern
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«Ich geniesse es, jetzt mehr Zeit für Gespräche zu haben»

Lesedauer: 1 Minuten

Die Eltern arbeiten abwechselnd in der Stadt Zürich. Wohnen tut die Familie Ledergerber Könz aber im Unterengadin. So bewusst dieser Entscheid gefallen sei, so aktiv gestalteten sie auch die familiäre Kommunikation, betont Mutter Mona.

Aufgezeichnet von Susanna Valentin
Bild: Sophie Stieger / 13 Photo

Ich glaube, ein Zuviel an Zeiten, in denen Gespräche möglich sind, kann es gar nie geben. Die Frage ist vielmehr: Wie schaffen wir es, alles Anfallende zu erledigen, Hobbys und Bedürfnisse von allen zu berücksichtigen und doch noch genug Zeit zusammen zu haben? Das Wort ‹kommunizieren› hat seinen Ursprung im Lateinischen, vom Verb ‹communicare›, wobei ‹communis› so viel wie ‹gemeinsam› heisst. Das sagt schon ganz viel: Kommunikation funktioniert nur gemeinsam.

Es braucht immer jemanden, der hört, was ich sagen möchte. Daran halten wir uns in unserer Familie sehr stark. Zu fünft ist es nicht immer einfach, dass alle ihren Platz finden und gehört werden. Hier sind die Erwachsenen gefragt, manchmal braucht es ein bisschen Moderation. Ich stelle bewusst allen drei Kindern Fragen, zeige Interesse und achte darauf, dass sie einander ausreden lassen.

Ein Zuviel an Zeit für Gespräche kann es gar nie geben.

Wir reden viel über Tod und Krankheit, grosse Lebensthemen, die wir nicht tabuisieren, sondern bewusst ansprechbar halten. Simon und ich sind uns einig: Wir möchten Lorin, Marietta und Giosch nicht vor allem Schwierigen schützen, wir möchten sie in der Auseinandersetzung mit der Welt begleiten.

Ein Wohnort mit weniger Ablenkung

Unser Umzug aus der Stadt Zürich ins Engadin war der bewusste Entscheid, unsere drei Kinder in einer reizärmeren Umgebung aufwachsen zu lassen. In Zürich gibt es so viele tolle Angebote, dass wir ganz oft unterwegs und kaum unter uns waren. Das war schön, aber immer mit viel Ablenkung verbunden. Jetzt geniesse ich es, mehr Zeit für direkte Gespräche mit meinen Kindern zu haben.

Dadurch, dass ich vom Sonntagabend bis Dienstagabend zum Arbeiten in Zürich bin und mein Partner von Mittwoch bis Freitagabend, bin ich viel bewusster im Moment, die Aufteilung zwischen Familie und Beruf ist viel klarer. Organisatorisches wickeln wir gezielt unter der Woche ab, sodass wir die Wochenenden wirklich zu fünft verbringen können und nicht noch Alltagskram erledigen müssen.

Was wir am Wochenende unternehmen, handeln wir alle zusammen aus. Dieser Prozess kann sich ab und zu ein bisschen hinziehen, weil alle unterschiedliche Ideen haben. Das braucht Geduld von unserer Seite, aber die eigenen Interessen zu vertreten und zusammen das Tagesprogramm auszudiskutieren, hält unser Familienleben sehr lebendig.

Familie Ledergerber Könz

Logopädin Mona Ledergerber, 43, und Tonmeister Simon Könz, 44, arbeiten abwechselnd in der Stadt Zürich. Ihr Familienleben mit den drei Kindern Lorin, 13, Marietta, 11, und Giosch, 6, findet jedoch in Guarda GR statt.

Susanna Valentin
schätzt das durchlässige Schweizer Bildungssystem und hat es gleich selbst genutzt. Vor vier Jahren liess sich die diplomierte Heil- und Sozialpädagogin zur Fachjournalistin ausbilden.

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