Depressionen bei Schülern: 10 Tipps für Lehrpersonen
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Depressionen bei Schülern: 10 Tipps für Lehrpersonen

Lesedauer: 1 Minuten

Die Stiftung Berner Gesundheit hat für Schulen einen Leitfaden zum Thema Depressionen herausgegeben und rät Lehrpersonen, die Ressourcen der ­Jugendlichen zu stärken und ein gesundes Umfeld zu schaffen.

Text: Claudia Füssler
Bilder: Gabi Vogt / 13 Photo

1. Krisen enttabuisieren

Krisen – wie die Trennung der Eltern oder die Krankheit eines Familien­mitglieds – und Überforderung enttabuisieren, indem man in der Klasse offen über solche Themen spricht.

2. Umgang mit Frustrationen vermitteln

Umgang mit Frustrationen, ­Misserfolg und Enttäuschung vermitteln, indem man mit den Schülerinnen und Schülern darüber redet und auch von eigenen Erlebnissen erzählt.

Schaffen Sie Erfolgserlebnisse und loben Sie auch kleine Schritte.

3. Strategien zur Stressbewältigung aufzeigen

Günstige Strategien zur Stress- und Krisenbewältigung aufzeigen und einüben.

4. Erfolgserlebnisse verschaffen

Erfolgserlebnisse verschaffen, auch kleine Schritte loben und Ziele in erreichbarer Höhe setzen: Projekte in kleine Abschnitte gliedern.

5. Zusammenhalt stärken

Begegnungsformen ermöglichen, die den Zusammenhalt und die Verbundenheit mit der Schule stärken, etwa an gemeinsamen Klassen­nachmittagen oder in Projektwochen.

6. Integration fördern

Integration von am Rande stehenden Schülerinnen und Schülern im ­Klassenverband fördern, sie zum Beispiel mit Aufgaben betrauen, die Kontakte unter den Schülerinnen und Schülern fördern.

10 bis 20 Prozent aller Jugendlichen leiden phasenweise an einer Depression. Wie entsteht diese psychische Erkrankung, wie zeigt sie sich? Auf welche Warnsignale sollten Eltern achten und wann braucht es eine Therapie? Hier gehts zum Hauptartikel.

7. Mitsprachemöglichkeiten gewährleisten

Mitsprachemöglichkeiten für ­Schülerinnen und Schüler gewährleisten, zum Beispiel im Klassenrat oder auf der Schulversammlung.

8. Beratungsangebote bekannt machen

Beratungs- und Unterstützungs­angebote für Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern in der Schule über Aushänge und Newsletter bekannt machen.

9. Andere Lehrpersonen auf Früherkennung sensibilisieren

Im Kollegium Verantwortlichkeiten und Abläufe in Bezug auf die Früh­erkennung gefährdeter Schülerinnen und Schüler festlegen und klären, an wen sich Lehrpersonen wenden können, wenn sie Auffälligkeiten ­feststellen.

10. Regelmässige Gespräche führen

Über regelmässige Gespräche im Alltag eine Vertrauensbeziehung zu den Schülerinnen und Schülern ­aufbauen.

Quelle: Berner Gesundheit, www.bernergesundheit.ch > Themen A–Z > Depression und Suizid

Claudia Füssler
arbeitet als freie Wissenschaftsjournalistin. Am liebsten schreibt sie über Medizin, Biologie und Psychologie.

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