«Für Eltern ist die Therapie weniger stigmatisierend» - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
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«Für Eltern ist die Therapie weniger stigmatisierend»

Lesedauer: 4 Minuten

Die Psychiaterin Karen Braken-Portmann erklärt, welche Vor- und welche Nachteile Home Treatment für psychisch erkrankte Mütter und Väter hat – und wann eine Behandlung zu Hause nicht möglich ist.

Interview: Sandra Casalini
Bild: Irina Polonina / Stocksy

Frau Braken-Portmann, ist es sinnvoll, die Kinder aussen vor zu lassen, wenn eine Home-Treatment-Patientin nicht möchte, dass ihre Kinder in ihre Behandlung involviert werden? 

Dieser Entscheid liegt nicht bei uns. Wir raten jeweils zu einem Gespräch, beziehungsweise einer Beratung bei unserer Fachstelle für Angehörige. Dann können die Kinder verstehen, was mit Mama oder Papa los ist, ohne dass sie regelmässig in den Prozess miteinbezogen werden müssen. Wenn es einen konkreten Auslöser für die Depression gegeben hat, den die Kinder sehr gut nachvollziehen können, ergibt es Sinn, dass die Mutter selbst mit ihnen spricht. 

Wie wird das Umfeld jeweils in die Behandlung miteinbezogen?

Das kommt sehr darauf an, wie die Patientin und ihre Angehörigen das möchten. Wir bieten früh die Möglichkeiten für Paar- und Familien­gespräche. So erhalten wir wertvolle Informationen und alle Beteiligten kommen zu Wort. Das ist sehr wichtig. Es gibt natürlich auch Patienten oder Angehörige, die das nicht möchten, das kommt allerdings sehr selten vor. Meist sind die Angehörigen froh über das Hilfsangebot. 

Karen Braken-Portmann ist Fachärztin für ­Psychiatrie und Psychotherapie und seit ­Februar 2019 bei den PDAG in Windisch. Seit November 2019 betreut sie Patientinnen und Patienten als Oberärztin im Home Treatment.
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