Schule

Schulanfang: Aufregende Tage

Viele Kinder freuen sich auf den ersten Tag in der neuen Klasse. Und nicht wenige Eltern sind richtig nervös. Was wird anders? Und vor allem: Wie kommen alle am besten durch diese aufregende Zeit?  
Text: Claudia Landolt
Bilder: Kyla Ewert
Ein Montagmorgen im August. Das Kind hat wenig geschlafen und Sie, liebe Eltern, womöglich auch nicht viel mehr. Nun sitzen Sie am Zmorgentisch, das Erstklasskind zappelt auf dem Stuhl herum. Sie selbst verspüren eine innere Aufregung, ein Kribbeln wie vor einer grossen Prüfung oder einer sportlichen Höchstleistung.

Dieser Tag, dieser Morgen, diese Stunde ist ein besonderer Moment. Ihr Kind tritt in die erste Klasse ein. Für Sie, liebe Eltern, ist dieser Tag bedeutsam. An diesem Tag wird uns bewusst, dass wir unsere Kinder noch ein Stückchen mehr loslassen müssen.

Der erste Schultag heisst: noch mehr Abwesenheiten (des Kindes), noch mehr Strukturen, noch mehr Organisation. Deshalb ist der erste Schultag Ihrer Tochter, Ihres Sohnes für Sie womöglich bedeutsamer als für Ihr Kind – denn das hat ja bereits eine Kita, eine Spielgruppe und den Kindergarten bravourös geschafft. Und Sie haben bereits losgelassen, mehrmals sogar.
Seien Sie versichert, liebe Eltern: Die allermeisten Kinder gehen gern zur Schule. 
Laut Lehrplan 21 gehört der Kindergarten zusammen mit den ersten beiden Regelklassen zum 1. Zyklus. Das bedeutet, dass der Kindergarten bereits Teil der Volksschule ist (und man deshalb in Bezug auf die erste Klasse nicht mehr von «Schulstart» spricht).

In diesen beiden Jahren findet Lernen in erster Linie entwicklungsorientiert statt. Lernen durch Beobachten und Nachahmen und das Vorzeigen und Nachmachen (das sogenannte Modelllernen) spielen im 1. Zyklus eine zentrale Rolle.
 
Noch ist das spielerische Lernen sehr prägend, auch wenn das Kind immer mehr Aufträge erhält und diese innert einer bestimmten Frist erledigen muss. Im 1. Zyklus des Lehrplans 21 sind die drei Kompetenzen Wissen, Können und Wollen entscheidend. Dass heisst: Was die Schülerinnen und Schüler lernen, sollen sie auch anwenden können und wollen. Es reicht nicht, etwas zu wissen, sie müssen auch konkret etwas damit anfangen können. 

Kompetenzen vertiefen

Was heisst das für Ihr Kind? Auf die Buben und Mädchen warten in der ersten Klasse neue Lerninhalte und neue Fächer. Die Herangehensweise ist ähnlich wie im Kindergarten – meist über die Praxis und übers Erforschen. Die Anzahl Wochenlektionen (laut Lehrplan 24 Lektionen) bleibt unverändert, variiert aber von Kanton zu Kanton.

Die grösste Veränderung wird jedoch die Umgebung sein: Das Kind geht ins grosse Schulhaus, in welches die Nachbarskinder oder die Geschwister auch gehen und wo es in der Regel viele Kinder gibt – und es zu den jüngsten gehört. Ihr Kind wird dort viele Stunden pro Woche verbringen, neue Freundinnen und Freunde finden und viele neue erwachsene Bezugspersonen kennenlernen.

Morgens wird Ihr Kind mit den Nachbarskindern loslaufen, den Schulthek auf dem Rücken; im Lauf des Tages kommt es wieder heim. Auch heute, an diesem allerersten Morgen in der ersten Klasse, wird es bereits alleine nach Hause gehen. Doch jetzt läuft es an Ihrer Hand zur Schule, wo es von den grösseren Kindern und dem Schulleiter mit einem Lied, einer kurzen Rede und einer kleinen Zeremonie empfangen wird.

Und dann gehen Sie nach Hause ohne Ihr Kind, lassen ein Stück Ihrer Identität dort, in diesem Lebensraum, in welchem sich Ihr Kind nun mindestens neun weitere Jahre bewegen wird. Für das Kind ist es eine Weiterführung des bisher Gelernten; für Sie ein neuer Lebensabschnitt, in den sich Freude, aber auch Wehmut oder Sorge mischen wird. 

Wie wird mein Kind die kommenden Jahre bewältigen, den Steigerungslauf der Schule, den neuen Lebensabschnitt, der seine Zukunft prägen wird? Gedanken, die sich alle Eltern machen, spätestens an diesem Morgen, an dem das Kind sich noch ein bisschen weiter in die grosse Welt hinauswagt.

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