«Es gibt nur eins: üben!» - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
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«Es gibt nur eins: üben!»

Lesedauer: 1 Minuten

Auf dem Schulweg lauern viele Gefahren. Sabine Degener, Beraterin Verkehrstechnik, erklärt, was Eltern für die Sicherheit ihres Kindes tun können.

Interview: Virginia Nolan
Bilder: zVg

Frau Degener, nach den Sommerferien sind Schulkinder wieder unterwegs. Was macht einen sicheren Schulweg aus?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Geht das Kind auf dem Trottoir, einem befestigten Fussweg, einem Trampelpfad? Überquert es Strassen, gibt es Lichtsignale oder Mittelinseln? Bis etwa zum neunten Lebensjahr sind Kinder nicht in der Lage, Gefahren im Strassenverkehr richtig einzuschätzen.

Sabine Degener ist Beraterin Verkehrstechnik bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung.

Warum nicht?

Von Lastwagen, Krankenwagen mit Blaulicht oder Traktoren geht für sie mehr Faszination als Gefahr aus. Kinder lassen sich entwicklungsbedingt leicht ablenken. Winkt die Schulfreundin auf der anderen Strassenseite, hat die ihre volle Aufmerksamkeit. Unsere Verkehrsinstruktoren stellen immer wieder fest, dass viele eifrig den Ablauf nach Vorgabe abspulen – ­«warte, luege, lose, laufe» –, bei genauerem Hinsehen stellt sich aber heraus, dass sie mit dem Blick abschweifen. 

Was können Eltern für ihre Sicherheit tun?

Es gibt nur eins: üben, üben, üben. Kinder sollten schon vor dem Kindergartenstart in Begleitung ihrer Bezugspersonen am Verkehr teilnehmen. Es gilt, möglichst oft zu Fuss zu gehen, statt den Nachwuchs ins Auto zu verfrachten. Und dann gemeinsam zu besprechen, wo und wie man Strassen über­queren will: Was sieht das Kind? Wie lange hat das Auto bis zum Fussgängerstreifen? Wie lautet seine Einschätzung: warten oder laufen?

Sicherheitsregeln zu verinnerlichen braucht jahrelange Übung – und Begleitung. Das Kind begleiten heisst aber nicht, es einfach durch den Verkehr zu lotsen. Die «Arbeit», die Einschätzung der Situation, muss das Kind selbst machen. Erwachsene sind in der Beobachterrolle und greifen nur ein, wenn es Gefahren abzuwenden gilt.

Melden Sie gefährliche Schulwege!

Auf dem Schulweg lauern viele Gefahren. Wo befinden sich heikle Stellen und warum sind sie nicht längst entschärft? Fritz+Fränzi sammelt gemeinsam mit dem «Beobachter» und der Rechercheplattform «Correctiv Crowd­newsroom» Hinweise.

Weitere Infos finden Sie hier.

Virginia Nolan
ist Redaktorin, Bücherwurm und Wasserratte. Sie liebt gute Gesellschaft, feines Essen, Tiere und das Mittelmeer. Die Mutter einer Tochter im Primarschulalter lebt mit ihrer Familie im Zürcher Oberland.

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