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Kindergarten

Wie kann mein Kind einen Freund finden?

Der Kindergarten ist ein wichtiger Ort für Kinder, um Freundschaften zu schliessen. Doch wie geht das genau? Und was können Eltern tun, wenn ihr Kind dabei Mühe hat? Maria von Salisch, Professorin für Entwicklungspsychologie, über das Anfreunden und den Einfluss von Freunden auf die Persönlichkeitsentwicklung.
Interview: Florina Schwander
Bild: Niki Boon
Greta und Tim spielen gerne zusammen. Beide mögen die Rollenspiele in der Familienecke im Kindergarten. Greta ist die Dominantere, sie liefert oft die Ideen für die Spiele, Tim sorgt immer wieder für gemeinsame Lacher. Die beiden sind Freunde. Darauf angesprochen, warum Tim ihr Freund sei, meint Greta, dass Tim eben lustig sei. Und Tim wiederum erklärt, dass Greta gute Ideen habe.

Frau von Salisch, gute Ideen und Humor, ist das ein gängiges Rezept für Freundschaften im Kindergartenalter? 

Unbedingt! Mehr braucht es nicht. Mit ungefähr drei bis vier Jahren fangen Kinder an, Freundschaften zu schliessen. Diese sind meist zweck­orientiert und aktivitätsbasiert – sie fussen auf gemeinsamen Interessen. Lustige Vorschläge zum Spielen rei­chen für Greta und Tim sowie die meisten Kinder in dem Alter.
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Wie genau finden Kinder Freunde? 

Ganz einfach: Ein Kind nimmt das andere an der Hand und fragt: «Willst du mit mir spielen? Willst du mein Freund sein?»

Und wenn das andere «Nein» sagt? 

Dann probiert es das Kind am nächs­ten Tag noch einmal. Und am über­nächsten. Kinder sind unglaublich hartnäckig, wenn es darum geht, etwas zu erreichen. Freunde zu fin­den, für sich einzunehmen und dann auch zu behalten, ist eine der gröss­ten eigenständigen sozialen Leistun­gen eines Kindes.
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Maria von Salisch ist Professorin für Entwicklungspsychologie an der Leuphana Universität in Lüneburg und Mutter zweier erwachsener Kinder. Ihr Schwerpunkt ist die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie die Bedeutung von Kinderfreundschaften. Als Kindergartenkind fand sie in einem knallroten Rennauto ihren besten Kumpel, dem sie all ihre Sorgen und Nöte erzählte.
Maria von Salisch ist Professorin für Entwicklungspsychologie an der Leuphana Universität in Lüneburg und Mutter zweier erwachsener Kinder. Ihr Schwerpunkt ist die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie die Bedeutung von Kinderfreundschaften. Als Kindergartenkind fand sie in einem knallroten Rennauto ihren besten Kumpel, dem sie all ihre Sorgen und Nöte erzählte.

Und doch gibt es Eltern, die sich sorgen, ihr Kind finde dereinst keine Freunde.

Da kann ich Sie beruhigen: 98 Pro­zent aller Kinder im Kindergarten­alter finden Freunde. Das Hauptinteresse in diesem Alter liegt im Spiel, und das macht zusammen einfach mehr Spass. Alleine spielen, egal ob Rollenspiele, Verstecken oder Fussball, ist für die meisten Kinder in diesem Alter nicht verlockend.
Und doch, ganz so einfach ist es nicht, wie Maria von Salisch dann erläutert: Gewisse Kinder tun sich schwer damit, Freunde oder Freun­dinnen zu finden. Sie ecken an, fin­den keinen Zugang zu bestehenden Gruppen. In solchen Situationen sind die Lehrpersonen im Kinder­garten gefordert. Sie können solche Kinder «coachen», beispielsweise dass sie im richtigen Moment fragen, ob sie in einer Gruppe mitspielen dürfen. Wenn ein Kind mit einer eigenen Idee dazustösst, wird die Idee oft abgelehnt. Lehrpersonen kennen solche Situationen und kön­nen die einladenden Signale der anderen Kinder deuten und beim Übersetzen helfen, wenn sich ein Kind schwer tue damit, so Maria von Salisch weiter. Der Kindergarten ist also der ideale Ort, um Freunde zu finden. In der freien Zeit werden diese Freundschaften dann vertieft.

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