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Familienleben

Die Lüge von der Vereinbarkeit

Wer Kinder hat und Karriere machen möchte, zahlt einen hohen Preis – besonders als Frau. Mütter reiben sich auf zwischen Familie und Beruf. Denn die viel zitierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet vor allem eins: ganz viel Stress. Eine Entmystifizierung. 
Text: Sibylle Stillhart
Bilder: Jan von Holleben
Salome ist froh, dass sie nicht mehr arbeiten muss. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes wurde ihr Job zusehends zur Belastung. «Ich hatte wenig zu tun im Büro, fragte mich je länger, je mehr nach dem Sinn meiner Stelle, während zu Hause unzählige Arbeiten hätten erledigt werden sollen», erinnert sich die Juristin. Nach der Geburt des dritten Kindes reichte sie die Kündigung ein. Ihr Mann hatte inzwischen einen Chefposten ergattert, ein Vollzeitpensum. «Zudem wollte ich mir den Stress nicht mehr länger zumuten, die Kinder an meinem Job vorbeizujonglieren », erzählt Salome. «Mittlerweile geniesse ich es so richtig, bei meinen Kindern zu sein.» Allerdings spricht sie nur im engsten Freundeskreis offen über ihre Situation: «Ich meine, darf man heute überhaupt noch sagen, dass einem die Kinder mehr am Herzen liegen als der Job, ohne den Stempel einer Konservativen zu haben?» 
Die sogenannte Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird uns seit Jahren als harmonisch verkauft. Die Realität sieht anders aus.
Die Ökonomin Sabine pendelte dreimal die Woche von Bern nach Zürich – frühmorgens gab sie in der Kita ihre beiden Mädchen ab und rannte anschliessend auf den Zug. Als sie im Büro erzählte, dass sie Mühe hätte, ihre weinende Tochter einer ihr fremden Betreuerin in die Arme zu drücken, erntete sie ein müdes Lächeln. «Man sagte mir, ich sei eben eine Glucke, die ihre Kinder nicht loslassen könne.» Sabine verstand die Welt nicht mehr, nahm sie doch einen mehr als zweistündigen Arbeitsweg auf sich, um weiterzuarbeiten. Irgendwann wurde ihr die Belastung zu viel. «Hätte ich so weitergemacht, wäre ich in ein Burnout geschlittert», sagt sie. «Allein schon wegen meiner Töchter konnte ich mir das nicht leisten.» Exakt deshalb hat Nadine ihren Job reduziert. Heute arbeitet die Politologin noch einen Tag die Woche als wissenschaftliche Mitarbeiterin – meistens von zu Hause aus, weil sich das mit der Betreuung ihrer beiden schulpflichtigen Buben am einfachsten vereinbaren lässt. Nach der Geburt des ersten Kindes hatte sie sich die Betreuung mit ihrem Mann noch «einigermassen gleichmässig» geteilt. Er reduzierte auf 80 Prozent; sie arbeitete 60 Prozent. «Das war aber ein riesiger Stress», erinnert sie sich. Am Abend sah die Wohnung aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Zeit, um auszuruhen, blieb keine. 
Der Alltag von erwebstätigen Eltern ist ein andauernder Ausnahmezustand.
Der Alltag von erwebstätigen Eltern ist ein andauernder Ausnahmezustand.
Gemeinsam hätten sie dann die Kinder gefüttert, sie ins Bett gebracht, die Wohnung aufgeräumt, bevor sie erschöpft ins Bett sanken. Hinzu kam, dass ihr Mann bei der Arbeit vermehrt bessere Angebote erhielt, stets mehr verdiente, während Nadine nach einem Jobwechsel eine Lohneinbusse von 30 Prozent hinnehmen musste und zu blossen Sekretariatsarbeiten verdonnert wurde. Irgendwann wurde es ihr zu viel, sie nahm sich eine Auszeit, um wieder zu Kräften zu kommen. Drei Frauen, drei Szenarien, eine Rechtfertigung: Heute müssen sich Frauen verteidigen, wenn sie den Job an den Nagel hängen, um für ihre Kinder da zu sein. Denn die Maxime in Sachen Vereinbarkeit lautet: Wer will, kann auch. Hey, dröhnt es aus allen Richtungen, ihr müsst euch nur genügend anstrengen, dann seid ihr auch so gut organisiert wie alle anderen Powerfrauen. Dabei hat sich an den Rahmenbedingungen viel weniger geändert, als man glauben könnte.

Starre Strukturen 

Die Strukturen in der Arbeitswelt sind so unbeweglich wie vor 50 Jahren; nach wie vor wird mehr Wert auf lange Präsenzzeit gelegt als auf den Output. Zudem diskutiert die Politik die Vereinbarkeit nur halbherzig. Einzig die Anzahl Kita-Plätze hat sich erhöht. Doch reduziert haben sich die Selbstzweifel und das schlechte Gewissen der Frauen nicht: «Ich habe zusehends Mühe, meine Kinder wegzugeben, bloss damit ich für einen Arbeitgeber attraktiv bleibe », gibt etwa Daniela zu. Als die Anwältin nach dem 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub ihren Sohn in fremde Hände gab, fühlte sie sich, als würde ihr das Herz aus dem Leibe gerissen. Auf Verständnis in ihrem Umfeld konnte die Angestellte nicht zählen. 
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Erwerbstätige Mütter arbeiten täglich zehn Stunden, auch samstags und sonntags.
Erwerbstätige Mütter arbeiten täglich zehn Stunden, auch samstags und sonntags.
«Von einer modernen Mutter wird heute erwartet, dass sie ihr dreimonatiges Baby ohne Reue fremdbetreuen lässt, um schnellstmöglich an den Arbeitsplatz zurückzukehren. » Bei Daniela war das Gegenteil der Fall. Sie vermisste nicht nur ihr Kind, auch die Arbeit erschien ihr fade. Und in Sachen Beförderung erwies sich ihre Mutterschaft als Karrierekiller: Daniela wurde einfach übergangen. Ihr Vorgesetzter war der Meinung, als Mutter sei sie nicht mehr flexibel genug für einen verantwortungsvollen Job. Drei Frauen, drei Ausnahmen? Mitnichten. Die sogenannte Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird uns seit Jahren als «harmonisch» und «befriedigend» verkauft. Erfolgreiche, glückliche und reiche Firmengründerinnen, Ministerinnen und weibliche CEOs lassen sich mit aufmunternden Worten zitieren oder schreiben Bücher über ihren Willen zum Erfolg. Keine Einzige spricht oder schreibt von Augenringen, schlaflosen Nächten oder Organisationskatastrophen wegen Grippe, Prüfungsangst oder einem Zug, der morgens schon wieder Verspätung hat.
Die Strukturen in der Arbeitswelt sind so unbeweglich wie vor 50 Jahren. Einzig die Kita-Plätze haben sich erhöht.
Der Alltag von ganz normalen erwerbstätigen Eltern ist nüchtern betrachtet ein permanent andauernder Ausnahmezustand. Sie klagen über «Stress», «zu wenig Zeit». Sie fühlen sich «wie in einem Hamsterrad ». Sie führen ein Leben in der Rushhour, strampeln sich täglich ab, bringen ihre Kinder frühmorgens in die Kita, eilen ins Büro, arbeiten über Mittag durch und hasten nach Feierabend noch in den Supermarkt – bevor sie zu Hause das Abendessen zubereiten und die Kinder ins Bett bringen. «Zwischen 1997 und 2013 zeigt sich eine Zunahme der zeitlichen Gesamtbelastung für alle Väter und Mütter in Paarhaushalten», hält das Bundesamt für Statistik (BfS) in seiner jüngsten Auswertung fest. Mütter und Väter von kleinen Kindern arbeiteten insgesamt durchschnittlich 68 respektive 70 Stunden pro Woche. Allmählich wird klar, dass «Vereinbarkeit von Familie und Beruf» vor allem bedeutet, nahtlos am Stück zu arbeiten. Dass sich Kinder und Karriere reibungsfrei vereinbaren lassen, ist also ein Mythos. Es ist an der Zeit, diesen Mythos zu entlarven. Herauszufinden, was in dieser Debatte schiefläuft.

Mythos 1: Hausarbeit und Kinderbetreuung werden sich ebenbürtig auf Mütter und Väter verteilen, wenn beide erwerbstätig sind.

Falsch: Hausarbeit und Kinderbetreuung liegen nach wie vor in der Verantwortung der Frau.

Immer mehr Frauen arbeiten nach der Geburt eines Kindes weiter, die meisten – 63 Prozent – Teilzeit. Die Hoffnung, dass Männer ihr Arbeitspensum ebenfalls reduzieren würden, um sich mit ihren erwerbstätigen Partnerinnen Haushalt und Kinder zu teilen, hat sich aber als Irrtum erwiesen. Laut Bundesamt für Statistik (BfS) tragen nach wie vor gut drei Viertel der erwerbstätigen Frauen die Hauptverantwortung für Hausarbeit und Kinderbetreuung allein. In Zahlen ausgedrückt: Mütter wenden durchschnittlich 55,5 Stunden pro Woche dafür auf, dass der Kühlschrank gefüllt, das Essen gekocht und die Wohnung aufgeräumt ist, die Kleider gewaschen und die Kinder zufrieden sind. 
Burnout bei Hausfrauen und berufstätigen Müttern nimmt zu.
Geht sie zusätzlich einer Erwerbsarbeit nach, erhöht sich der durchschnittliche Arbeitsaufwand auf 68 Stunden. Das sind täglich knapp 10 Stunden, auch samstags und sonntags. Die vermehrte Erwerbsbeteilung der Mütter, die in den letzten Jahren zu beobachten ist, führt zu einer noch grösseren Gesamtbelastung der Frau, lautet das Fazit der BfS-Studie. Allerdings ist auch das durchschnittliche Arbeitspensum der Männer enorm. Sie müssen aufgrund ihrer erwerbstätigen Frauen vermehrt im Haushalt mit anpacken: 30,5 Stunden pro Woche Hausarbeit leisten Väter in Familien mit kleinen Kindern. Kumuliert mit der Erwerbsarbeit – die in den meisten Fällen ein Vollzeitpensum von mindestens 40 Stunden umfasst – ist das ebenfalls ein beachtliche 70-Stunden-Woche.

Mythos 2: «Moderne Väter» kümmern sich mehr um ihren Nachwuchs als um ihre Karriere.

Falsch: Beruflicher Erfolg ist Vätern wichtiger als die Familie.

Ja, es gibt sie, die «modernen Väter», die ihre Babys stolz im Tragetuch spazieren führen, sie mit Brei füttern und im Supermarkt Windeln kaufen. Tatsächlich glaubt man, dass «moderne Väter» ihre berufstätigen Partnerinnen zu Hause entlasten. Wünschen tun es sich einige – wie eine repräsentative Studie von Pro Familia zeigt, die sich generell mit dem Teilzeitarbeitswunsch von Männern (nicht nur Vätern) befasst. Sie besagt, dass 9 von 10 Männern gerne Teilzeit arbeiten würden. Doch Wunsch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander: 9 von 10 Vätern arbeiten nach wie vor Vollzeit. «Der engagierte Vater, der sich die Familienarbeit partnerschaftlich mit der Mutter teilt, ist ein Exot», sagt die österreichische Familienforscherin Irene Mariam Tazi-Preve. Der Mann sei erwerbsorientiert und definiere sich über seinen Beruf, über seine Position, das Geld – und erst dann über seine Kinder, so Tazi-Preve. Auf ein ähnliches Resultat kommt eine Studie des deutschen Instituts für Demoskopie Allensbach, in der 947 Männer zwischen 18 und 65 Jahren befragt wurden: Der Erfolg im Beruf ist für die meisten Männer wichtiger als die Familie. Kommt es zu einem zeitlichen Konflikt zwischen Beruf und Familie, entscheidet sich die Mehrheit der Männer – ganz im Gegensatz zu den Müttern – für den Beruf. 

10 Kommentare

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Von Katrin am 13.09.2017 11:04

Ich sage nicht, dass das Jonglieren einfach ist. Aber aus dem Ausland betrachtet, hoert sich das Dauerjammern des Schweizer Mittel- bis Oberstandes doch sehr verwoehnt an. Erstens GIBT es Teilzeitstellen. Zweitens sind die meisten Familien NICHT auf ein volles Doppeleinkommen angewiesen - schaut Euch mal auf der Welt um (oder OECD Statisken) und sagt mal danke fuer das durchschnittliche Lohnniveau! Dass viele Frauen die Wahl haben, sich die Frage zu stellen, ob und wie sie arbeiten moechten, ist ein Riesenprivileg!
Und der zweite Punkt ist die Mitarbeit des Partners. Ob diese in der Nacht aufstehen, einen Teil des Haushaltes uebernehmen oder am Sonntag morgen mal einen Ausflug mit den Kindern unternehmen - das ist nicht die Schuld der Wirtschaft oder des Gesestgebers, sondern eine Frage, die in der Partnerschaft ausgehandelt werden muss. Jammern hilft da gar nichts!
Und ja - Kind und Teilzeit und Karriere per sofort - da kommt schon der Gedanke nach Foifer-und-s'Weggli-Generation auf. Vielelicht ergibt sich das mit der Karriere ja, wenn die Kinder etwas groesser sind?

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Von Susanne am 09.09.2017 18:39

Ein schöner Artikel, der leider sehr wahr ist. Auch ich beschäftige mich mit dem Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf meinem Blog berufung-und-familie.de. Irgendwas wird immer auf der Strecke bleiben, da man nicht allem und jedem gerecht werden kann, wie ich täglich erfahren muss.
Liebe Grüße
Susanne

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Von Simone am 27.01.2017 22:46

Aussagen wie "frühmorgens gab sie ihre Kinder in der Kita ab" sind unglaublich. Wieso wird der Mann nicht mit einbezogen? Nicht sie die Frau sondern sie das Paar geben ihre Kinder ab. Wieso machen Frauen diesen Wahnsinn mit? Eine berechtigte Frage!

Von Gordana am 06.05.2017 11:09

Das ist die beste Frage. Hinzufügen würde ich auch dass sich Frauen besonderes gegenseitig fertig machen. Denn dieser Komentar von Frauen die schwehr ihre Kinder in die Fremdebetreuung abgeben kommt meistens von Frauen. Auch in andere Richtung wenn Frauen arbeiten. Männer tun das nicht, denn sie haben wichtigeres zu tun. Nähmlich sich um ihre Karriere zu kümmern. Wir müssen zuerst unsere Irrtum sehen um Situation verändern zu können.

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Von Nancy am 25.11.2016 14:58

Besten Dank für diesen Text. Nach ausfüllenden, anstrengenden, interessanten erfolgreichen Jahren in der Arbeitswelt fällt es nicht immer einfach sich und anderen einzugestehen, dass ich nun einfach engagierte Vollzeit-Mami bin. Hausfrau. Dass ich sogar manchmal am Abend sehr erschöpft bin. Rechtfertigungen meinerseits lauten dann: Es ist halt auch viel, zwei Kleinkinder die liebevoll, mühevoll umsorgt und gefördert werden, ein Haus das in Schuss gehalten wird, der Hund der ja auch seine Bedürfnisse hat. Rechtfertigen tue ich mich deshalb, weil ich mich selber frage, wie bewältigten denn die vergangenen Generationen von Müttern, die vermutlich gar keine Unterstützung des Mannes geniessen konnten, das Kinderaufziehen hoch 5-10, Haushalten, ev. Arbeiten auf Hof oder im Geschäft des Mannes, Einkaufen, Backen, Kochen...
Bin ich verweichlicht? Sind wir die 5er-und Weggli-Generation von Müttern, die zuviel erwarten? Sind wir zu streng mit uns selber? Ist es uns zu wichtig, was die anderen von uns denken?
Ich komme für mich persönlich zum Fazit: ich habe jahrelang eine intensive Berufstätigkeit ausleben und trotz Stress geniessen dürfen. Nun werde ich meine Mutterschaft und die so innigen ersten Lebensjahre meiner süssen Kinder ebenso intensiv geniessen. Auch wenn es manchmal eintönig ist und die Bestätigung sich in Grenzen hält. Für mich stimmt es im Moment so. Was später kommt, weiss ich noch nicht. Zweifel bringen wahrscheinlich alle Familienmodelle mit sich, wenn man denn daran zweifeln lässt.

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Von Monika am 12.11.2016 22:20

Vielen Dank für diesen Artikel - er spricht mir aus dem Herzen! Ich bin selbst in die Falle getappt, habe über 7 Jahre versucht, Allem und Allen gerecht zu werden - ausser mir selbst. Das Resultat war ein Burnout, dass mich in meinen Grundfesten erschütterte und mich noch eine Weile begleiten wird.

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Von Manuela am 12.11.2016 10:35

Wenn eine Frau aber ihre Arbeit zugunsten ihrer Kinder ganz aufgibt und einige Jahre keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, hat sie danach so gut wie keine Chance mehr, in ihrem erlernten Beruf wieder eine Stelle zu finden. Schon gar nicht in einem Teilzeitpensum.
Wenn eine Frau einige Jahre in Teilzeit arbeitet, wird sie später für Weiterbildungen als zu alt und zu unflexibel (nicht mehr lernfähig) eingeschätzt. Sie habe ja jahrelang "nur Teilzeit gearbeitet und nichts mehr dazugelernt". Ausserdem ist Frau mit 45 oft "zu teuer", um bei einem Stellenwechsel oder einer Beförderung berücksichtigt zu werden!

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Von Catherine am 09.11.2016 23:32

Danke für diese längst benötigte Demaskierung des Images einer leistungsmässig überagilen Mutter/Karrierefrau. Seelen gehen zu Bruch, Kinder nehmen Schaden, Beziehungen scheitern. All dies, weil Frauen suggeriert wird, emanzipiert zu sein bedeute 24 Stunden Verfügbarkeit - plus Nachtzeit ... Geändert hat sich wenig im Lauf der Jahre, die Frau hat einfach ein noch engeres Rollenkorsett erhalten: bei gleichgebliebener Hauptverantwortlichkeit im Bereich Kinder und Haushalt jetzt noch ein statusmässig bedingter, erschöpfender Vollzeitjob. Warum machen Frauen diesen Wahnsinn bloss mit?!

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Von Ka am 10.11.2016 01:02

Danke für diesen Artikel. Genauso hab ich es auch erlebt. 10 Jahre habe ich Kaderjob, Partner, Haus, Kids, Familie, Freunde, Haushalt und Garten jongliert. Und es wurde nicht einfacher als die Kids älter wurden. Vom Chef musste ich mir mal sagen lassen, ich müsste halt meine Arbeit als Investition in meine Zukunft sehen...Es ist immer die Frage, welchen Preis man bereit ist zu zahlen, um alles unter einen Hut zu bringen. Irgendwann fragte ich mich für wen ich mich so abrackere....ich kam zum Schluss, dass meine Familie nix davon hat und habe den Job hingeschmissen. Ich bin eine dieser gut ausgebildeten Hausfrauen mit Tertiärabschluss, die nun Fulltime@home ist. Ist imfall ne ganz neue Erfahrung, die Wäsche mal tagsüber und nicht zwischen 21-24h zu erledigen.

Chapeau vor all jenen die das hinbekommen ohne selber auf der Strecke zu bleiben, ich hatte dazu zu hohe Erwartungen an mich und zu wenig Kraft den Dauerstress weg zu stecken.

Von Katrin am 13.09.2017 11:10

Ich glaube, im letzten Abschnitt sagst Du etwas wichtiges: zu hohe Erwartungen an sich selbst. Bei mir bleibt halt mal die Waesche liegen und es gibt ein ganz einfaches Wochenende-Menue. Aber mir tut es gut, auswaerts zu arbeiten, und fuer meine Familie ist das auch besser so, wenn es mir gut tegh. Und auch wenn Ende Monat etwas weniger uebrigbleibt: auslagern, soviel man kann - putzen, Waesche, Kindermenues kochen...

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