Wie gelingt eine gute Vater-Sohn-Beziehung?  - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
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Wie gelingt eine gute Vater-Sohn-Beziehung? 

Lesedauer: 10 Minuten

Väter sind heute viel präsenter im Familienleben. Die Söhne identifizieren sich mit ihnen, suchen die Auseinandersetzung, aber auch ihren Rat. Väter kämpfen ihrerseits manchmal mit Neid und Rivalität gegenüber den Söhnen.

Text: Katharina Hoch
Bild: Anna Malgina/Stocksy/Pexels

 

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Väter sind heute viel präsenter im Familienleben und haben entsprechend einen grossen Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder.
  • Das sogenannte Kamikaze-Spiel ist typisch für Väter mit ihren Kindern und regt besonders Jungen dabei an, mit aggressiven Gefühlen und Stress angemessen umzugehen.
  • Für die Schulleistung von Jungen sind Väter sehr wichtig, da sie sie mehr fordern und sie weniger abnehmen als Mütter.
  • In der Pubertät begehren Jungen vor allem gegenüber ihren Vätern stark auf, was wichtig für Sterben Identitätsbildung ist.
  • Väter haben oft neidische Gefühle gegenüber ihren jugendlichen Söhnen. Wenn sie diese durch Abwertung ausdrücken, fällt es den Jungen schwer, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln.
  • Söhne tauschen sich eher mit ihren Vätern über ihre Berufswünsche aus. Diese werden dann zunehmend zu erheblichen Ratgebern.

Gespannt beobachtet Luca seinen Vater, der gerade zum dritten Mal den Korb getroffen hat. Daniel ist ein begeisterter Basketballspieler. Für seine Mannschaft sieht es heute richtig gut aus: Sie gewinnt. Jeden Samstag nimmt Daniel seinen Sohn mit zum Basketballspiel. Der Neunjährige sitzt dann auf der Bank und fiebert mit. Nach dem Spiel dribbeln Vater und Sohn zu zweit und werfen Körbe. Das macht Luca grossen Spass. Später möchte er auch einmal so sein wie sein Papa, denkt er sich, und genauso gut spielen können.

«Im Vater sehen Söhne sich selbst und wie sie künftig sein wollen – oder eben nicht», so beschreibt Allan Guggenbühl, Psychotherapeut und Jugendexperte aus Zürich, das zentrale Merkmal einer Vater-Sohn-Beziehung. «Er hat einen starken Einfluss auf die Identitätsbildung von Buben.»

Väter fordern Söhne stärker als Mütter, nehmen ihnen nicht alles ab, lassen sie mehr selbst machen, ganz nach dem Motto: «Du schaffst das allein.»

Im Vater sehe der Sohn, welche Eigenschaften und Fähigkeiten in ihm steckten – darin unterscheide sich die Beziehung von der zur Mutter. «Die Mutter ist das Weibliche, das Fremde, das zu Erfahrende, das Faszinierende», sagt Guggenbühl. «Der Vater steht für das Gleiche, er repräsentiert, wie man sein will – oder ganz im Gegenteil: Was man vielleicht ablehnt.»

Ob Söhne ihren Vätern nacheifern oder das Gegenteil tun, hängt von der Art der Beziehung ab, die ein Vater zu seinem Sohn aufbaut. Ob sie geprägt ist von Distanziertheit und Konkurrenz oder von Nähe und gegenseitigem Respekt. Letzteres wünschen sich wohl die meisten. Doch: Wie gelingt eine gute Vater-Sohn-Beziehung?

Vom Ernährer zur Bezugsperson

Noch vor wenigen Jahrzehnten hätte diese Frage kaum jemand gestellt. Damals war die Vaterrolle eine völlig andere. Väter galten als Oberhaupt der Familie, als Ernährer und Versorger. Sie verbrachten wenig Zeit mit ihren Kindern und hatten daher gar nicht die Möglichkeit, eine enge Beziehung zu ihnen aufzubauen. Häufig bestand auch kein Interesse daran, denn väterliche Nähe und Empathie galten nicht eben als Ausdruck angemessener Erziehung.

Ein Vater sollte autoritär sein, für Gefühle war die Mutter zuständig. Sie war Hauptansprechpartnerin fürs Kind und versorgte es rund um die Uhr. Dementsprechend stand in der Forschung lange Zeit die Mutter im Mittelpunkt des Interesses. ­Heute sind Väter viel präsenter im Familienleben und wollen ihre Rolle als primäre Bezugsperson des Kindes wahrnehmen.

Aufgrund der erhöhten Teilhabe von Vätern an Kinderbetreuung und Erziehung hat die Väterforschung seit vielen Jahren an Bedeutung gewonnen. Heute wissen Forscherinnen und Forscher aufgrund zahlreicher Studien, wie wichtig Väter für eine gesunde Entwicklung von Kindern sind, wie sich die Beziehung in den einzelnen Lebensphasen verändert und was für ein gutes Miteinander ausschlaggebend ist.

Wickeln, in den Schlaf wiegen, spielen: Auch Daniel wollte von Anfang an für seinen Sohn da sein. Er erinnert sich gut an dessen erste Kinderjahre. Oft lagen die beiden umringt von Bauklötzen und Spielzeugautos auf dem Boden, rauften miteinander und kugelten über den Teppich. Luca liebte es, mit Anlauf in Papas Arme zu laufen, um dann von ihm in die Luft geworfen und wieder aufgefangen zu werden.

Für die Identitätsbildung ist eine gewisse Antihaltung dem Vater gegenüber sehr wichtig.

«Diese Art von Spiel, das als Kamikaze-Spiel bezeichnet wird, ist typisch für Väter mit Kleinkindern, vor allem mit ihren Söhnen», sagt die Entwicklungspsychologin Inge Seiffge-Krenke, die seit mehr als 20 Jahren über Väter forscht und bis 2013 an der Universität Mainz lehrte. Väter sind für ihre Söhne Spielpartner, aber auch Herausforderer, weiss die Expertin.

Sie raufen sich gerne mit ihnen, toben mit ihnen, fordern sie heraus, etwas zu wagen. Dabei geht es oft wild, rau und körperbetont zu. «Natürlich gibt es auch Mütter, die auf diese Art und Weise mit ihren Kindern spielen», sagt Seiffge-Krenke.

Wie Raufspiele mit dem Vater Buben fürs Leben stärken  

Beim Kamikaze-Spiel durchlaufen Kinder Gefühle wie Freude, Euphorie, Angst, Stress oder Wut. «Gerade Söhne lernen dabei, mit aggressiven Impulsen adäquat umzugehen», sagt der Wiesbadener Psychotherapeut Alexander Cherdron. «Die Lust am Explorieren, am Ausprobieren und Entdecken wird angeregt, was später, wenn es darum geht, sich vom Elternhaus zu lösen, eine wichtige Rolle spielt.»

Ausserdem schult das Raufspiel Kinder im Umgang mit Stress. Dies belegt unter anderem eine Studie der California State University. Die Psychologin Melanie Mallers und ihr Team befragten 912 Männer und Frauen dazu, wie sie die Beziehung zu ihren Eltern als Kind erlebten, sowie zu stressigen Ereignissen und emotionalen Reaktionen, die sie als Erwachsene durchlebten.

Raufspiele mit Papa machen Spass und stärken die Vater-Sohn-Beziehung.

Dabei wurde klar, dass Männer, die in der Kindheit eine gute Beziehung zu ihrem Vater hatten, als Erwachsene besser mit alltäglichem Stress um­­gehen konnten als diejenigen, die eine schlechte Vater-Sohn-Beziehung hatten. Verantwortlich dafür ist unter anderem das väterliche Spiel, wie Forscherin Mallers herausfand.

Dabei interagieren Väter mit ihren Söhnen auf besondere Weise, was Buben im positiven ­Sinne stimuliert und herausfordert, ja sogar die Problemlösungsfähigkeit des Sohnes verbessert. Beim Kamikaze-Spiel kommt es zu viel Körperkontakt, und das wiederum stärkt die Bindung zwischen Vater und Kind, den Grundbaustein für eine gute Beziehung.

«Auch in schulischen Dingen wird unser Sohn von seinem Vater mehr gefordert als von mir», sagt die Mutter von Luca. «Wenn er bei den Hausaufgaben nicht weiterkommt, beinahe an einer Aufgabe verzweifelt, sitzt Daniel entspannt daneben und liest Zeitung.»

Sie selbst würde dann am liebsten eingreifen und ihrem Sohn helfen. Ihr Mann finde, dass man ihm nicht gleich Unterstützung anbieten solle. Eine Herangehensweise, von der Kinder profitieren, wie Experten betonen. «Die Forschung zeigt: Väter haben einen grossen Einfluss auf die Schulleistung ihrer Söhne», sagt Entwicklungspsychologin Seiffge-Krenke.

Allerdings habe man sich in bisherigen Studien meist auf Trennungsväter konzentriert, also auf die Frage: Warum ist die Schulleistung bei Jungen, die ohne Vater aufwachsen, schlechter als bei Jungen aus intakten Familien?

«Dabei wurde unter anderem klar, dass Väter ihre Söhne stärker fordern. Sie erledigen nicht die Rechenaufgabe für sie, nehmen ihnen weniger ab, lassen sie mehr selbst machen, ganz nach dem Motto: ‹Du schaffst das allein›», sagt Seiffge-Krenke. Das könne langfristig einen grossen Effekt auf die Leistung und somit auf den Schulabschluss des Sohnes haben.

Den Sohn ziehen lassen und trotzdem für ihn da sein

Während in den Kinderjahren der Aufbau einer stabilen und tragfähigen Bindung zwischen Eltern und Kind im Vordergrund steht, gilt es dieses Band in der Pubertät langsam zu lockern. Bei Jungen bedeutet dies, dass sie sich immer mehr vom Vater entfernen, ihn nicht mehr idealisieren.

«Die Auseinandersetzung mit dem Vater führt vielleicht erst einmal dazu, dass Söhne das Andersartige suchen, dass sie aufbegehren gegen den Vater», sagt Psychologe Guggenbühl. Das sei normal und für die Identitätsfindung, die Autonomieentwicklung und schliesslich die Abnabelung vom Elternhaus von grosser Bedeutung.

Väter fördern diese Autonomie nachweislich auch eher: Gegenüber Müttern trauen sie ihren Kindern durchschnittlich vier Jahre früher zu, selbständig und unabhängig zu sein, wie eine Vergleichsstudie mit Jugendlichen aus Deutschland und Israel zeigt. So betrachteten die befragten Mütter 16-jährige Jugendliche im Durchschnitt als so abhängig von den Eltern wie Väter 12-jährige Kinder.

Väterlicher Neid gegenüber dem Sohn tritt oft auf. Meist fängt es an, wenn der Sohn in der Pubertät ist, das Testosteron hochschiesst und er vor Energie strotzt.

«Söhne suchen in der Adoleszenz nicht immer die Nähe zum Vater, dennoch ist er unentbehrlich für sie», sagt Guggenbühl. Die Aufgabe der Väter sei es, ihre Söhne erst einmal ziehen zu lassen und ihnen das Gefühl zu geben, für sie da zu sein, auch wenn sie einen ganz anderen Weg einschlagen.

Die Lust am Explorieren, die Väter ihren Söhnen schon im Kamikaze-Spiel vermittelt haben, darf jetzt bei entscheidenden Fragen zum Tragen kommen: Wer bin ich? Wo will ich hin? Was ist mir im Leben wichtig?Dabei ist es unabwendbar, dass Söhne Dinge anders angehen, als der Vater es erwartet.

Die Serie Eltern-Kind- Beziehungen

Jede Eltern-Kind-­Beziehung ist einzigartig. Doch was zeichnet die ­verschiedenen Geschlechterkonstellationen aus? Wie unterscheidet sich das Verhältnis einer Mutter zur Tochter von jenem zum Sohn? Und was gibt es Spezielles zwischen Vater und Tochter oder Vater
und Sohn? Diese Serie beleuchtet die Besonderheiten jeder dieser vier Konstellationen – und gibt Müttern und Vätern praktische Tipps für eine gute Beziehung mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter.

«Für die Identitätsbildung ist eine gewisse Antihaltung gegenüber dem Vater sehr wichtig», sagt der Psychoanalytiker Cherdron. «Das heisst, dass man seinen Alten auch mal richtig zur Weissglut treibt.»

Als Vater müsse man dies aushalten und versuchen, in Kontakt zu bleiben. Nur so könne eine gute Beziehung bestehen. Falsch wäre es, das Verhalten des Sohnes zu belächeln oder einfach zu ignorieren.

Ist der Vater in Jugendjahren also nicht mehr gefragt? Mitnichten, wie die Studie «Die Rolle des Vaters in der Familie» des renommierten Väterforschers Wassilios Fthenakis nahelegt. Mit etwa 15 Jahren denken Buben ihr zufolge viel darüber nach, wie sie ihre Zukunftspläne verwirklichen können und wie sie später leben möchten. Und: Ihre beruflichen Pläne besprechen sie laut Fthenakis vor allem mit dem Vater und weniger mit der Mutter. Väter werden also zu Ratgebern.

Auch die Väter beschäftigen sich zunehmend mit der Frage, womit ihre Söhne einmal ihr Geld verdienen, weiss Psychotherapeut Guggenbühl: «Sie machen sich Gedanken über die Existenz ihrer Söhne oder deren Kompetenzen. Sie fragen sich: Kann er davon leben? Kann er sich durchsetzen?» In Vätern sei die Erwartung, den Sohn anzustossen, ihn auf den richtigen beruflichen Weg zu bringen, immer noch tief verankert.

Die Söhne machen erst mal das Gegenteil der väterlichen Erwartung

Doch auch in dem Bereich machten Söhne oft genau das Gegenteil von dem, was ihre Väter erwarten – zumindest erst mal. Denn häufig orientierten sie sich nach einer Zeit der Abwendung wieder zum Vater hin. «Ich kenne einen Vater, der eine Velowerkstatt errichtete.

Der Sohn arbeitete am Anfang auch dort, grenzte sich dann eine Zeit lang ab, schloss sich dann aber während des Velobooms wieder an. Jetzt führen beide zusammen das Geschäft», erzählt Guggenbühl.

«Ein anderes Beispiel ist ein Sohn, der sich abgrenzte und Künstler sein wollte, dann aber doch Geologie studierte und das Büro des Vaters, der ebenfalls Geologe war, übernahm. Die beiden hatten ein Thema, das sie verband.»

Meist fängt es an, wenn die Jungen in der Pubertät sind, das Testosteron hochschiesst und sie vor Energie strotzen.

Auch das ist hilfreich, um eine gute Beziehung zwischen Vater und Sohn zu bewahren: gemeinsame Aufgaben und Hobbys finden, auf diese Weise Zeit miteinander verbringen und positive Erlebnisse schaffen.

Was die Beziehung zwischen Vater und Sohn hingegen erschweren oder gar zerstören kann, ist, wenn der Vater die Zeit des Aufbegehrens nicht hinnimmt. Wenn er nicht akzeptieren kann, dass der Sohn einen anderen Plan für sein Leben hat, er ihn ständig spüren lässt, dass «falsch» ist, was er macht.

«Das kann zum Bruch zwischen Vater und Sohn führen», sagt Guggenbühl. Eine weitere Schwierigkeit, die charakteristisch für diese Eltern-Kind-Konstellation ist, sind Neid und Rivalität, weiss Psychoanalytiker Cherdron: «Väterlicher Neid gegenüber dem eigenen Sohn tritt häufig auf. Meist fängt es an, wenn die Jungen in der Pubertät sind, das Testosteron hochschiesst und sie vor Energie strotzen.»

Die Väter seien dann meist zwischen Ende 40 und Ende 50 und merkten, dass die Söhne ihnen über den Kopf wachsen. «Ihnen wird bewusst: Ich werde wahrscheinlich nicht mehr Vorstandsvorsitzender oder den Mount Everest besteigen, aber mein Sohn hat noch alles vor sich», sagt Cherdron. Dies zu realisieren, sei oft hart und löse bei vielen Vätern Gefühle von Neid und Rivalität aus.

6 Tipps für die Vater-Sohn-Beziehung:

1. Durch väterliches Spielverhalten und viel Körperkontakt kann schon früh eine starke Bindung aufgebaut werden.

2. Wenn Väter ihren Söhnen vertrauen, stärken sie einerseits deren Selbstvertrauen und andererseits die Beziehung zum Kind.

 

3. Die Phase des Aufbegehrens in der Pubertät ist normal und gesund. Väter sollten dabei gelassen bleiben und versuchen, den Kontakt aufrechtzuerhalten.

4. Auf keinen Fall sollte ein Vater die Ansichten des pubertierenden Sohnes belächeln, sondern interessiert und offen auf ihn zugehen.

5. Gemeinsame Hobbys oder Interessen vertiefen die Beziehung.

6. Wenn ein Vater seinem Sohn vermittelt: «Ich mag dich so, wie du bist, und ich stehe zu dir», kann die Beziehung nur gut gelingen.

Zerstörerischer Neid: «Das schaffst du nicht!»

Manche Väter, die Neid empfinden, entwerten ihre Söhne, weiss Cherdron. Dann fielen Sätze wie «Das schaffst du sowieso nicht» oder «Das hättest du besser machen können». Andere drückten den Neid mit schlechter Laune aus, verbreiteten eine unangenehme Stimmung oder wirkten desinteressiert.

Auf Dauer, sagt Cherdron, zerstörten solche Verhaltensweisen das Selbstwertgefühl des Heranwachsenden und säten grosse Selbstzweifel. Umgekehrt beraubten sich Väter damit der Möglichkeit, eine gute Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen.

Wie man demgegenüber den Selbstwert des Kindes stärken kann, erklärt Psychoanalytiker Cherdron Eltern häufig so: «Mit dem Selbstwert verhält es sich wie mit den Hochsprungmatten im Sportunterricht: Da gibt es die dünnen und die dicken, die vielem besser standhalten.

Das Kind sollte durch die Eltern einerseits ausreichend Wertschätzung dafür bekommen, wie es als Person ist, andererseits Lob für die eigenen Leistungen. Im besten Fall wird seine Matte dadurch immer dicker und stabiler und kann Kritik und Rückschläge auch im späteren Leben gut abfedern.»

Neben Lob und Wertschätzung ist Zutrauen sehr wichtig. «Aus der biografischen Forschung weiss man: Wenn Väter ein grundsätzliches Vertrauen in ihre Söhne haben, dann stärkt dies deren Selbstwertgefühl immens», sagt Guggenbühl.

Viele Männer berufen sich später noch auf die Aussagen ihres Vaters und haben diese stark verinnerlicht, weiss der Psychologe. So entsteht ein inneres Bild über die eigenen Fähigkeiten und Schwächen. Es prägt einen das ganze Leben.

Wie eine gute Beziehung zwischen Vater und Sohn langfristig gelingt, fasst der Zürcher Jugendexperte so zusammen: «Indem man als Vater zu seinem Sohn steht, ihn als Persönlichkeit und in seiner Unterschiedlichkeit akzeptiert. Ihm das Gefühl gibt: Ich habe dich gern, du wirst deinen Weg finden und ich stehe zu dir. Das ist eigentlich das Wichtigste.»

Buchtipps, Links, Anlaufstellen:

  • Luitgardis Parasie, Jost Wetter-Parasie: Starke Mütter – starke Töchter: Wie sie das Beste aus ihrer Beziehung machen. Neukirchener Verlagsgesellschaft 2020, 155 Seiten, ca. 20 Fr.
  • Silia Wiebe: Unsere Mütter. Wie Töchter sie lieben und mit ihnen kämpfen. Klett Cotta 2022, ca. 20 Fr.
  • WDR-2-Podcast «Von Müttern und Töchtern», Folge «Mutter-Tochter­Beziehung – Reibung erzeugt Wärme»
  • Jugend- und Familienberatung Contact Luzern: www.contactluzern.ch
  • Fachverband für Mütter- und Väter­beratung in der Schweiz: www.sf-mvb.ch

Katharina Hoch
ist freischaffende Journalistin und lebt mit ihrer Familie in München.

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