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Elternbildung

No Blame Approach: Eine Anleitung für Lehrpersonen

Der «No Blame Approach» (wörtlich «Ansatz ohne Schuldzuweisung») ist eine wirksame Methode, um Mobbing unter Schülerinnen und Schülern nachhaltig zu beenden. Hier wird auch bei schwerwiegenden Fällen auf Schuldzuweisungen verzichtet. Eine konkrete Hilfestellung für Lehrerinnen und Lehrer.
Text: Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund 
Viele Lehrpersonen fühlen sich im Umgang mit Mobbing unsicher. Sie befürchten, dass die Situation noch schlimmer wird, wenn sie eingreifen. Die Realität gibt ihnen oft recht: Eine halbherzige oder ungünstige Intervention kann die Situation für das gemobbte Kind tatsächlich verschlimmern. Gleichzeitig ist es ausgesprochen wichtig, dass Lehrpersonen in der Lage sind, Mobbing zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Doch was ist angemessen?

Es gibt kaum einen Faktor, der so sehr zu einem guten Unterricht beiträgt, wie ein gutes Klassenklima. Ist dieses durch Mobbing vergiftet, können sich einzelne Schülerinnen oder Schüler nicht mehr auf ihren Unterricht einlassen. Mobbing eröffnet einen Schauplatz, der eine hohe emotionale Betroffenheit bei allen Schülern auslöst und den Unterricht zur Nebensache degradiert. 

Online-Dossier Mobbing:

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Dieser Artikel gehört zu unserem Online-Dossier zum Thema Mobbing und Cybermobbing. Erfahren Sie mehr darüber, wie Mobbing entsteht und was Sie als Eltern tun können. 

Damit Kinder bereit sind, zu lernen, müssen sie sich sicher fühlen. Nur so können sie sich für Inhalte öffnen und sich am Unterricht beteiligen. Muss man fürchten, für falsche Antworten ein Augenrollen oder Stöhnen zu ernten, sagt man besser nichts. Es entsteht ein Klima, in dem sich niemand eine Blösse geben und damit Angriffsfläche bieten will. 
Im Video zeigen wir, wie man Mobbing in der Schulklasse auflösen kann - ohne Schuldzuweisungen.

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7 Kommentare

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Von Michaela am 22.09.2016 18:04

Dieser Ansatz,der Mobbingsituation Herr zu werden ist für mich der beste, den ich bisher gehört habe. Danke dafür!

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Von peach am 14.09.2016 11:15

Gute Strategie. Gibt es Erkenntnisse zum Erfolg?

Von Petra am 21.09.2018 13:33

Brauchen wir wissenschaftliche Studien?

Wichtig ist doch, dass der schnell einsetzende Erfolg recht gibt.
In der Schulsozialarbeit setze ich seit Jahren auf das NO Blame Approach Prinzip. Schüler bekommen die Chance, dem Betroffenen als Helfer zur Seite zu stehen, und somit die eigene Verhaltensweise zu überdenken, eben ohne Schuldzuweisung. Und es funktioniert !!!

Von Clara am 11.03.2018 17:57

Der Evaluationsbericht wurde keineswegs von unabhängigen Stellen durchgeführt, sondern von fairaend selbst. Das ist in etwa so aussagekräftig, wie wenn McDonalds in Studien belegt, dass sie gesunde Ernährung anbieten. Zudem wurden bei der Evaluation gravierende Regeln der Statistik missachtet. Würde man diese Evaluation in der Form wiederholen, kämen immer wieder andere Ergebnisse heraus.

Zudem wird der Erfolg vom Anwender beurteilt und nicht von einem neutralen Beobachter. Wenn man sich ein wenig mit Mobbing- und Traumaforschung auskennt, kann man von der Methode allen Opfern nur dringend abraten!

Von Fabian am 19.06.2017 14:59

Es gibt Erkenntnisse zum Erfolg. Die Autoren haben sich die Mühe gemacht, ihren Ansatz im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu evaluieren.

Der Evaluationsbericht kann hier eingesehen werden:

http://www.no-blame-approach.de/media/downloads/EvalutionsberichtNoBlameApproach.pdf

Natürlich ist die Evaluation (wie jede Evaluation!) mit gewissen Durchführungsmängeln behaftet, über die die Autoren im Rahmen des Evaluationsberichts detailliert Auskunft geben.

Um die Effektivität des Ansatzes genauer zu überprüfen, wäre es wünschenswert, dass eine Universität den Ansatz im Rahmen eines Nationalfonds-Projekts mit anderen Ansätzen vergleicht. Es kann jedoch nicht den Autoren angelastet werden, dass es bisher keine entsprechenden Bemühungen von Universitäten gegeben hat.

Von Clara am 16.06.2017 22:27

Nein, weil es keine einzige unabhängige wissenschaftliche Studie gibt, die den Erfolg der Methode belegt.

Beck und Blum räumen im Evaluationsbericht 2008 selbst ein: „Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass primär AnwenderInnen Rückmeldung gegeben haben, die vor allem positive Ergebnisse zu berichten hatten und so unzufriedenstellende oder gescheiterte Anwendungen des Ansatzes nicht ausreichend erfasst werden konnten.“ Obwohl die Autoren um die Verzerrung der Ergebnisse ihrer Evaluation wissen, werden im Buch selbst die Ergebnisse präsentiert als seien sie repräsentativ.

Von Fabian am 11.05.2017 13:15

Ja. In einem grösseren Evaluationsbericht konnte das Mobbing in 192 von 220 Fällen mit Hilfe des Ansatzes erfolgreich gestoppt werden. Den detaillierten Evaluationsbericht finden Sie hier: http://www.no-blame-approach.de/media/downloads/EvalutionsberichtNoBlameApproach.pdf

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