«Egal wie schambesetzt ein Thema ist, die Kinder können mit allem kommen» - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
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«Egal wie schambesetzt ein Thema ist, die Kinder können mit allem kommen»

Lesedauer: 9 Minuten

Die Schulsozialarbeiterin Veronica Graber setzt auf eine gute Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern. Sie spricht über Eltern, die sie für die KESB halten, nächtliche Anrufe und die Zunahme an psychischen Problemen während der Pandemie.

Interview: Evelin Hartmann
Bilder: Herbert Zimmermann / 13 Photo

Drogen, Gewalt, Mobbing, Konflikte unter Schülerinnen und Schülern, Probleme im Elternhaus: Mit diesen Themen hat Schulsozialarbeiterin Veronica Graber täglich zu tun. Die eindrücklichsten Aussagen sehen Sie hier als Bildergalerie, das ganze Interview lesen Sie gleich im Anschluss:

Frau Graber, mit welchen Themen haben Sie zu tun?

Mit allem rund um soziale Auffälligkeiten und mit Problemen, die Schülerinnen und Schüler sowohl im Schulkontext als auch zu Hause haben. Es geht um Drogen, Gewalt, Konflikte unter Kindern und Jugendlichen, Mobbing, Probleme im Elternhaus. In den letzten Jahren haben die Themen Aufklärung und digitale Medien stark zugenommen, da geht es beispielsweise um Sexting, Pornografie oder Cybermobbing. Ebenso merken wir eine klare Zunahme an psychischen Problemen oder an Fällen in den Bereichen Integration, Migration und kulturelle Unterschiede. Mobbingsituationen sowie der gestiegene Leistungsdruck sind allgegenwertig.

Ein weites Feld.

Ein sehr weites Feld. Hier an meiner Arbeitsstelle in Rothrist bieten ­meine beiden Kollegen und ich ein Beratungsangebot für 15 Schulhäuser. Daneben leisten wir Präventionsarbeit, Früherkennung, Intervention und Krisenintervention. Diese Vielfalt erfordert eine Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Anspruchsgruppen. Da ist zum einen das schulische Umfeld mit Lehrpersonen, Schulleitung, Heilpädagogen, Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten. Und zum anderen das behördliche mit Sozialarbeitern, der KESB, den verschiedenen Psychologischen Diensten, den fachspezifischen regionalen Beratungsstellen, der Polizei und so weiter.

Veronica Graber leitet seit 2017 den Fachbereich der Schulsozial- und Jugendarbeit in der Gemeinde ­Rothrist AG und ist als Schulsozialarbeiterin zuständig für die Oberstufe. Zuvor baute sie die Schulsozialarbeit in der Gemeinde Arth SZ (Kindergarten und Primarschulstufe) auf und war auch in Brunnen SZ auf der Oberstufe tätig. Sie ist Vorstandsmitglied im Schulsozialarbeitsverband SSAV und zuständig für das Ressort Projekte. Veronica Graber besitzt einen Bachelor in Erziehungswissen­schaften und einen Master in Sozialer Arbeit.

Sie haben viele verschiedene Rollen.

Das ist richtig. Mal sind wir Schulsozialarbeitenden die Vermittelnden zwischen Elternhaus und Schule, mal Türöffner, mal sind wir die Anwälte für das Kind, mal für die Lehrperson, mal leisten wir Präventionsarbeit. Und wir versuchen möglichst eine neutrale Haltung einzunehmen.

Was macht einen guten ­Schulsozialarbeiter, eine gute Schulsozialarbeiterin aus?

Erfahrungen in der Präventionsarbeit, der systemischen Beratung, eine hohe Flexibilität und Selbständigkeit. Ich bin auch Vorstandsmitglied des Schulsozialarbeitsverbands SSAV, der sich für eine Professionalisierung der Schulsozialarbeit einsetzt. Uns ist es wichtig, dass ein Studium der Sozialen Arbeit abgeschlossen wurde, Freude an und Erfahrung mit der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen besteht sowie fundierte Gesprächsführungstechniken und Methodenkenntnisse vorhanden sind.

Wie reagieren Mütter und Väter in der Regel auf Sie?

Das hängt beispielsweise davon ab, ob sie uns am Elternabend persönlich kennengelernt haben und wissen, wer wir sind beziehungsweise wofür wir zuständig sind. Viele reagieren recht offen und sind froh um eine Kontaktaufnahme unsererseits. Andere verwechseln uns mit anderen Stellen wie der KESB oder dem Schulpsychologischen Dienst und fürchten, dass ihr Kind abgeklärt oder weggenommen werden soll. Aber das ist gar nicht unsere Aufgabe. Ein gutes Zeichen ist immer, wenn sich Eltern auch direkt an uns wenden, weil sie sich Sorgen machen oder nicht ­weiterwissen. Oft werden wir auch zu Elterngesprächen hinzugebeten, sei es von den Eltern oder den Kindern selbst oder von den Lehrpersonen. Dann schauen wir, wie wir unterstützen können.

Der Schulsozialarbeitsverband SSAV

Ende 2005 boten 200 Schulen in der Schweiz Schulsozialarbeit als Unterstützungs- und Förderangebot an. Die positiven Erfahrungen und die Rückmeldungen in den Schulhäusern durch Eltern, Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler führten dazu, dass immer mehr Gemeinden dieses freiwillige Unterstützungsangebot direkt in den Schulhäusern etabliert haben. Einige der Schulsozialarbeitenden schlossen sich 2006 zum Schulsozialarbeitsverband SSAV zusammen, der heute über 440 Mitglieder zählt und folgende Ziele verfolgt:
Berufspolitisches Engagement
Öffentlichkeitsarbeit und Einflussnahme in politischen Gremien sowie in Bildungs­einrichtungen, Stellungnahmen und Auseinandersetzungen mit Fragen zur Sozial-, Gesellschafts- und Bildungspolitik.

Kooperationen und Vernetzung
Unter den einzelnen Mitgliedern, ihren ­kantonal organisierten Fachgruppen, den Fachhochschulen und AvenirSocial, dem Berufsverband Soziale Arbeit Schweiz.

Professionalisierung und ­Weiterentwicklung
Eine vertiefte inhaltliche, fachliche Beschäftigung mit der schulsozialarbeiterischen Praxis – zum Beispiel durch Grundlagen­papiere, Weiterbildungen, das Angebot von exklusiven Materialien und Hilfsmitteln, ­Mentoring und Beratungen zur Einführung der Schulsozialarbeit und die Organisation und Durchführung von Tagungen.

Interessenvertretung der Mitglieder
Der SSAV setzt sich für die Professionalisierung und die Qualitätssicherung der Schulsozialarbeit sowie deren politische Stärkung ein.

Wann sollte ich mich als Mutter oder Vater an die Schulsozialarbeit in der Schule meines Kindes wenden?

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind sich immer mehr zurückzieht. Wenn es häufig über Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen klagt und vermehrte Absenzen hat, wenn es schwänzt oder sich nicht in die Schule traut. Wenn es mit Ihnen nicht mehr über seine Sorgen spricht und Sie nicht weiterwissen.

Nehmen wir an, ich entdecke auf dem Smartphone meiner 13-jährigen ­Tochter pornografische Bilder im ­Klassenchat und benachrichtige Sie als zuständige Schulsozialarbeiterin. Wie würden Sie vorgehen?

Ich würde mit Ihnen und der Klassenlehrperson das weitere Vorgehen absprechen und meinen Besuch in der Klasse ankündigen. Entweder gleich mit der Polizei, sofern es sich um illegales pornografisches Material handelt und diese informiert worden ist, oder erst einmal allein. Die Klasse kennt mich und meine Funktion durch die Vorstellung zu Beginn des Schuljahres. Nach der Begrüssung würde ich die Klasse fragen: «Habt ihr eine Idee, warum ich hier bin?», und je nachdem das Stichwort Klassenchat nennen. Dann thematisiere ich den Vorfall allgemein, ohne Namen zu nennen, und versuche damit auch zu sensibilisieren und Wissen zu vermitteln, damit dies nicht wieder vorkommt. In jedem Klassenchat kommt es zu Vorfällen wie Cybermobbing oder es tauchen Videos beziehungsweise Bilder auf, die nicht in Ordnung sind. Und es ist wichtig, dass die Jugendlichen wissen, worum es sich handelt und wie sie sich verhalten sollten, wenn so etwas passiert.

Und die Eltern?

Auch die werden informiert und darüber aufgeklärt, was erlaubt ist und wann sich ihr Kind strafbar macht. Sie als Mutter sind in der Pflicht, das mit Ihrer Tochter zu besprechen, und dazu fordern die Schulleitung und ich Sie mittels Elternbrief und einer Infobroschüre auch auf.

Gesetzt den Fall, ein Schüler fühlt sich von seinen Mitschülern gemobbt und vertraut sich Ihnen an.

In dem Fall würde ich erst einmal betonen, wie toll ich es finde, dass er mit seinen Sorgen zu mir kommt, und mit ihm dann die Fragen angehen: Wie könnten wir nun vorgehen? Was haben wir für Möglichkeiten? Und wozu bist du bereit? Denn Schulsozialarbeit ist auch eine Art Dienstleistung, zu der wir das Einverständnis des Kindes brauchen.

Welche Möglichkeiten sind das?

Ich könnte zum Beispiel die Lehrperson informieren und sie bitten, da mal genauer hinzuschauen. Oder mir von ihr zusätzliche Informationen geben lassen, wie sie die Situation bisher wahrgenommen oder was sie mitbekommen hat. Ich könnte dem Schüler auch sagen: «Wie wärs, wenn ich den Mobber auch mal zu einem Gespräch einladen würde, um zu sehen, wo der Schuh drückt? Und was hältst du davon, wenn wir danach ein Gruppengespräch machen würden, zu dem du und der Mobber allenfalls je noch jemanden mitnehmen könntet?» So können Konflikte geklärt und Abmachungen getroffen werden, wie das künftig laufen soll. In regelmässigen, aber grösser werdenden Abständen werden Kontrolltreffen vereinbart, um zu überprüfen, wie es läuft und ob sich alle an die gemeinsam getroffenen Vereinbarungen halten. So signalisiere ich den Kindern: Wir bleiben dran. Und ganz wichtig scheint mir die Botschaft: Egal wie schambesetzt ein Thema ist, ihr könnt mit allem zu mir kommen!

Dafür braucht es eine gute und ­vertrauensvolle Beziehung zu den Schülern. Wie bauen sie diese auf?

Indem ich Präsenz zeige. Das fängt zu Schuljahresbeginn mit den Besuchen bei allen neuen Klassen und an deren Elternabenden an. An diesen Abenden stellen wir uns und unsere Arbeit vor, erklären, wofür wir zuständig sind und wie beziehungsweise wo man uns erreichen kann. Wir sind aber auch immer wieder auf dem Pausenplatz oder in den Lehrerzimmern präsent, um mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrpersonen in Kontakt zu treten und für sie da zu sein. Und wir nehmen an informellen Anlässen wie beispielsweise einem Sporttag oder einer Projektwoche teil. Auch durch die stufen- und klassenübergreifende Präventionsarbeit besuche ich regelmässig alle Klassen und baue so die Beziehung zu den Beteiligten weiter auf. Im Falle einer Intervention ist dann allen bereits bekannt, wer Frau Graber ist und was sie macht.

Und Sie geben nichts weiter, was Ihnen eine Schülerin oder ein Schüler ­anvertraut?

Ich stehe unter Schweigepflicht, erkläre dies den Kindern und Eltern an den Klassenvorstellungen beziehungsweise den Elternabenden zum Schuljahresbeginn auch. Gleichzeitig erläutere ich die zwei Ausnahmen, in welchen ich verpflichtet bin, meine Schweigepflicht zu brechen. Das ist zum einen die Fremdgefährdung und zum anderen die Selbstgefährdung. Dazu bin ich verpflichtet, um Schlimmeres zu verhindern und um mich selbst abzusichern. Je älter die Schüler sind, desto besser kann ich das in einer Beratungssituation mit Ihnen besprechen: «Pass auf, du bist heute hier, weil deinem Lehrer aufgefallen ist, dass du ständig müde bist im Unterricht und dich sehr zurückziehst, du wirkst traurig. Woran könnte das liegen? Hat sich etwas verändert in der letzten Zeit? Schau, vielleicht ist es besser wenn wir deinen Lehrer und deine Eltern über den Grund informieren, damit er oder sie das besser einordnen oder in bestimmten Situationen angemessener reagieren können.» Dann merkt der Schüler, dass man auf ihn eingeht, ihm helfen möchte, und er ist eher bereit, sich auch anderen Personen zu öffnen.

Wann müssen Sie einen Fall einer Fachperson übergeben?

Wenn ich mitbekomme, dass sich ein Kind immer weiter – auch von mir – zurückzieht und es ihm nicht gut geht. Wenn ich auch von anderen Stellen, beispielsweise von Mitschülern, höre, dass dieses Kind Suizidgedanken äussert oder daheim Angst hat, und mir negative Beobachtungen seitens Lehrpersonen gemeldet werden. Besonders heikel ist die Zeit kurz vor den Ferien oder dem Wochenende. Da kann man kein Risiko eingehen und diese schweren Fälle nicht einfach ins Wochenende schicken, ohne zu wissen, was kommt. Dann informiere ich die Eltern oder telefoniere beispielsweise mit einem Notfallpsychiater. Solche Entscheidungen werden zusammen mit der Schulleitung und den Lehrpersonen getroffen.

Als Schulsozialarbeiterin brauchen Sie ein dickes Fell.

Und ein gutes Gespür für die rich­tige Balance: Bei aller Offenheit und Nähe zu den Hilfesuchenden oder in der Fallarbeit muss man lernen, sich abzugrenzen. Nachts um zwei Uhr ­sollte keiner mehr an sein Geschäftshandy gehen. Es gilt im hektischen Alltag und bei vielen Fallmeldungen auch klare Prioritäten zu setzen. Aber dieses Gespür kommt mit der Erfahrung. Ich stelle mein Handy abends auf lautlos. Natürlich schaue ich in heiklen Fällen, wenn ich mir wirklich Sorgen mache, im Verlaufe des Abends nochmals aufs Display. In schwereren Fällen erarbeiten wir mit den Kindern, welche Stellen für sie zuständig sind, wo sie auch in der Nacht und am Wochenende Hilfe bekommen können, zum Beispiel die Polizei oder das Sorgentelefon 147.

In Ihrer Arbeit sind Sie auf den ­Austausch mit Schulleitung und
Lehrpersonen angewiesen. Was, wenn eine Lehrperson nicht mit der ­Schulsozialarbeit zusammenarbeiten möchte?

Solche Fälle gibt es. Für viele ist es auch schwierig, Hilfe anzunehmen und zur Schulleitung oder zur Schulsozialarbeit zu gehen, um nach Unterstützung zu fragen. Für sie heisst das oft, dass sie mit der Situation nicht alleine klarkommen und Hilfe brauchen. Mir war das lange nicht bewusst, wie schambesetzt das ist, da ich mich immer als Teil eines Teams gesehen habe, in dem jede Person eine andere Funktion besitzt. Lehrpersonen sollen unterrichten können, ich bin da, um mich der persönlichen Probleme dahinter anzunehmen, so dass die Kinder und Jugendlichen überhaupt lernfähig sind. Daher ist es für mich völlig normal, dass man zu mir kommen kann und mir schildert, worum es geht. Gemeinsam versuchen wir dann eine Lösung zu finden.

Wie machen Sie das?

Wir versuchen in erster Linie, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Wenn es beispielsweise ein Grüppchen gibt, das sich im Unterricht ständig problematisch verhält, kann sich die Schulsozialarbeit dem annehmen und versuchen, herauszufinden, was los ist oder was gebraucht wird. Danach sind entweder die Schülerinnen und Schüler befähigt, das direkt mit der Lehrperson anzuschauen, oder die Schulsozialarbeit versucht zu vermitteln und gegebenenfalls einen Kompromiss zu finden. Meist läuft es besser, wenn die Gründe für ein Verhalten bekannt sind. Die Lehrperson weiss dann, was los ist, und kann das Verhalten der Schülerinnen und Schüler besser einordnen und darauf reagieren – sowie auch umgekehrt.

Es gibt aber sicher auch Lehrerinnen  und Lehrer, die denken: Schau, hier ist ein schwieriger Fall, nun mach.

Ja, aber so funktioniert das nicht. Wir arbeiten systemisch und sind auf regelmässige Inputs und Feedbacks der Lehrpersonen angewiesen: Wie war diese Woche? Gab es Vorfälle? Was lief gut, was nicht? Damit dies mit dem Kind reflektiert werden kann. Es braucht ein Miteinander. Wir geben den Lehrpersonen gegebenenfalls Tipps an die Hand, wie sie sich dem Kind gegenüber verhalten können. Und je früher jemand auf uns zukommt, desto besser. Ich bitte die Lehrpersonen immer: Seid aufmerksam und kommt, wenn euch etwas auffällt. Ihr kennt die Kinder und Jugendlichen besser als wir, ihr seht sie jeden Tag im Unterricht.

Und wenn Schülerinnen und Schüler sich immer wieder über eine ­Lehrperson beschweren und Sie diese Kritik nachvollziehen können?

Ich würde mir anhören, was die Schülerinnen und Schüler zu sagen haben, und ich würde versuchen, Tipps zu geben, aufzuzeigen, welche Ursachen das Verhalten der Lehrperson haben könnte und was die Kinder tun könnten, um die Situation zu verbessern. Oder sie zu bestärken, dies selbst der Lehrperson mitzuteilen.

Dann heisst es: «Frau Graber, das haben wir schon versucht, es ändert sich aber nichts!» 

Dann kommt es darauf an, ob ich das schon von verschiedenen Personen gehört habe und wie mein Verhältnis zu dieser Lehrperson ist. Wenn ich weiss, dass sie von mir Feedback annehmen würde, kann ich Sie auf Dinge aufmerksam machen, die mir aufgefallen oder mir zugetragen worden sind. Ich könnte der Lehrperson etwa eine gemeinsame Klassenstunde vorschlagen, die ich moderieren würde. So dass beide Seiten ins Gespräch kommen. Oder ich schlage den Betroffenen vor, sich an die Schulleitung zu wenden. Ich kann einer Lehrperson keine grossen Tipps geben, wie sie ihren Unterricht besser gestalten kann. Das kann die Schulleitung machen oder ein Mentor. Ich bin keine Pädagogin, sondern Sozialarbeiterin.

Merken Sie die Folgen der ­Corona-Pandemie auch in der ­Schulsozialarbeit?

Oh ja, ganz klar. Zwar auch etwas wellenartig und zeitversetzt, jedoch mussten wir eine klare Zunahme bei psychischen Problemen wie depressiven Verstimmungen oder Angststörungen verzeichnen sowie bei Fällen von häuslicher Gewalt und beim Suchtmittelkonsum. Aktuell läuft es in Rothrist ­gerade sehr hektisch, wir haben ­viele Fallmeldungen und hinken gefühlt mit allem hinterher – aber wir tun natürlich, was wir können.

Evelin Hartmann
ist stellvertretende Chefredaktorin von Fritz+Fränzi. Sie wohnt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in Luzern.

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