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Kindliche Entwicklung: Unser Thema im Juli und August

Lesedauer: 2 Minuten

Jedes Kind ist anders – trotzdem gibt es typische Entwicklungsphasen. Wer diese kennt, kann den Familienalltag gelassener angehen. Chefredaktor Nik Niethammer stellt Ihnen das Dossier Kindliche Entwicklung und weitere Themen der Doppelausgabe Juli/August vor, die am Mittwoch, 28. Juni 2023, erscheint. Sie können das Heft auch online bestellen.

Text: Nik Niethammer
Bild: Catherine Falls

Die Frage treibt mich um, seit ich vor 14 Jahren zum ersten Mal Vater wurde: Was braucht mein Kind? Wie viel Sorge ist angebracht, wie viel Vertrauen nötig? Wie findet sich die ideale Balance zwischen Liebe und Strenge?

Was ich heute weiss: Erziehung ist keine Technik. Erziehung ist nicht Vorbereitung auf das Leben. Erziehung ist Begleitung ins Leben, Erziehung ist Halt geben und loslassen. Oder wie es einst der grosse Schweizer Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827) formulierte: «Erziehung ist Vorbild und Liebe, sonst nichts.» Ich liebe diesen Satz, er nimmt Druck weg, hat etwas Tröstliches. Ich versuche, unsere Kinder anzunehmen, wie sie sind. Und nicht, wie ich sie gern hätte. Ich bemühe mich, mir nicht zu viele Sorgen zu machen, als Vater nicht perfekt sein zu wollen, gelassen zu bleiben, zugeben zu können, wenn ich nicht weiterweiss.

Es ist eine Binsenweisheit – und sorgt dennoch regelmässig für Verwirrung und Verunsicherung im Alltag mit Kindern: Jedes Mädchen, jeder Junge ist anders und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Um den 4. Geburtstag herum beginnt eine Art Entdeckungsreise, die Vorstellungskraft, der Bewegungsradius und das soziale Umfeld wachsen; im Alter von 8 bis 12 Jahren setzt der Prozess der Selbstfindung ein, der den meisten Kindern viel abverlangt. Zwischen 13 und 17 Jahren schliesslich erleben Jugendliche eine Zeit des rasanten Wandels und der Transformation, die Eltern oft an den Rand der Verzweiflung führt. Was braucht mein Kind in welcher Lebensphase – wann sollten Eltern eingreifen, wann zuwarten? Die Antworten finden Sie in unserem Dossier kindliche Entwicklung.

Ich wünsche mir mehr Neugierde von den Eltern. Neugierde, das Kind zu entdecken und auf seinem Weg zu begleiten.

Heidi Simoni, Fachpsychologin für Psychotherapie, Leiterin des Marie-Meierhofer-Instituts für das Kind in Zürich

Tue ich genug, damit mein Kind gut vorankommt? Gibt es Entwicklungsschritte, die wir als Eltern aktiv fördern müssen? Und: Mache ich mir zu viele Sorgen um die Entwicklung meines Kindes? Mit diesen Fragen hat sich unsere Autorin Julia Meyer-Hermann an die Entwicklungsexperten Heidi Simoni, Moritz Daum und Oskar Jenni gewandt. Ihr geballtes Fachwissen lesen Sie hier.

Die aktuelle Ausgabe können Sie hier bestellen.

«Wenn ich an die schönen Momente meiner Kindheit ­denke, tauchen verschiedenste Bilder auf. Verstecken ­spielen im Quartier, bis es dunkel wird. Federball auf der Strasse (…). Ich erinnere mich aber ebenso gerne an das gemeinsame Erkunden der riesigen Landschaft von Legend of Zelda mit all ihren Geheimgängen auf der Nintendo-­Konsole zusammen mit meinem besten Freund und meinem Bruder.» So beginnt die ­aktuelle Kolumne­ von Fabian Grolimund – ein Text, der mich aufgewühlt hat, gehöre ich doch zu denjenigen, die vor allem die Folgen von zu hohem Medienkonsum und die ­Suchtgefahr von Computerspielen im Fokus haben.

Psychologe Grolimund rät Vätern wie mir, dass sie über ihren Schatten springen und sich gemeinsam mit ihrem Kind neugierig und unvoreingenommen in die virtuelle Welt begeben. Falls Ihnen die Gamingwelt ähnlich fremd ist wie mir – schreiben Sie doch einmal auf, welche Erfahrungen Sie mit dem «Über-den-eigenen-Schatten-Springen» gemacht haben. Ich freue mich auf Post von Ihnen.

Herzlichst, Ihr
Nik Niethammer

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Nik Niethammer

Nik Niethammer
ist seit 2014 Chefredaktor von Fritz+Fränzi. Er ist Vater eines Sohnes und einer Tochter und lebt in Zürich und in Freiburg im Breisgau.

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