Spannungsfeld Schule – Elternhaus: Unser Thema im November - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

Spannungsfeld Schule – Elternhaus: Unser Thema im November

Lesedauer: 2 Minuten

Eine schwierige Partnerschaft, aber unverzichtbar: Wie die Zusammenarbeit im Alltag gelingen kann.

Chefredaktor Nik Niethammer stellt Ihnen das Dossier-Thema «Spannungsfeld Schule – Elternhaus» und weitere Themen der November-Ausgabe vor. Das neue Magazin erscheint am Mittwoch, 3. November 2021. Sie können das Heft auch online bestellen.

In der Zeit, als die Schulen geschlossen waren, klingelte es an der Haustür. Es war der Klassenlehrer unserer 10-jährigen Tochter. Unter dem Arm trug er einen dicken Stapel. Er sei grad in der Gegend und nutze die Zeit im Lockdown, um seinen Schülerinnen und Schülern die neusten Rechen- und Schreibaufgaben persönlich vorbeizubringen. Bei einer Tasse Kaffee erzählte er von seiner Familie, unsere Tochter zeigte ihm ihr Zimmer, und später sassen sie auf dem Fussboden und spielten mit dem Hund. Habe ich schon erwähnt, dass ich den Klassenlehrer unserer Tochter grossartig finde? Ich kenne niemanden, der es besser versteht, Schule und Elternhaus miteinander zu verzahnen.

Bei der Lösung von Schulproblemen spielt die Beziehungsebene Eltern – Lehrkraft eine entscheidende Rolle.


Benedikt Joos, Diplom-Psychologe und Mitarbeiter an der Schulpsychologischen Beratungsstelle in Aachen.

Die Vorstellung, dass Schulen für die Bildung und Eltern für die Erziehung zuständig sind, hat längst ausgedient. «Heute befinden sich Schule und Elternhaus auf einem Weg in Richtung einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft.» So beginnt der Text unserer Autoren Fabian Grolimund und Stefanie Rietzler. Die beiden Psychologen spüren der Frage nach, wie ein Miteinander von Schule und Familie am besten gelingen kann. Welche Fehler Schulen im Umgang mit Eltern vermeiden sollten. Und welche Sätze von Müttern und Vätern Lehrerinnen und Lehrer maximal auf die Palme bringen. Ich empfehle Eltern und Lehrpersonen unser Dossier «Spannungsfeld Schule – Elternhaus» gleichermassen.

Wer im Internet nach den Begriffen «KESB» und «Kritik» sucht, wird schnell fündig. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde hat nicht den besten Ruf – und das seit ihrer Gründung vor acht Jahren. Die happigsten Vorwürfe lauten: Die KESB treffe Fehlentscheide, sei überfordert, inkompetent und handle willkürlich. Die Behörde sei eine Schande für die Schweiz und gehöre abgeschafft. David Lätsch, Professor am Institut für Kindheit, Jugend und Familie der ZHAW in Zürich, hat sich intensiv mit den Stärken und Schwächen der KESB auseinandergesetzt. «Eltern wenden sich vor allem dann an die Medien, wenn sie sich von der KESB ungerecht behandelt fühlen», sagt Psychologe Lätsch. «Von Eltern, die froh sind, dass sich die Behörde einschaltet, weil sie sich dadurch eine Entlastung für sich und ihr Kind versprechen, hört man wenig.»

Wir sind wieder einmal ein bisschen aus dem Häuschen: Im fünften Jahr in Folge verzeichnet das Schweizer ElternMagazin einen Leserzuwachs. Das belegen die Zahlen der neusten MACH-Basic-Studie (2021-2) der WEMF AG für Werbemarktforschung. Aktuell informieren sich 213’000 Leserinnen und Leser mit Fritz+Fränzi über Elternthemen – das ist ein Zuwachs von 5000 gegenüber der Erhebung vor einem Jahr. Zum Vergleich: Die Printausgabe der NZZ hat aktuell noch 204’000 Leserinnen und Leser, die Weltwoche 144’000. Seit 2016 hat Fritz+Fränzi insgesamt 70’000 Leserinnen und Leser dazugewonnen und ist seit 2018 der meistgelesene Elternratgeber der Schweiz. Verlag und Redaktion freuen sich sehr. Und danken Ihnen für Ihre Treue. Schön, dass wir Sie weiterhin begleiten dürfen. In guten wie in anspruchsvollen Zeiten mit Ihren Kindern.

Falls Sie nicht bis zum nächsten Heft warten mögen: Auch unser Online-Team um Redaktionsleiterin Florina Schwander versorgt Sie gerne mit Informationen – ab sofort auf unserer rundum aufgehübschten Website www.fritzundfraenzi.ch mit der neuen Rubrik «Elternwissen in 5 Minuten», einer überarbeiteten Navigation und der Möglichkeit, Texte zu merken und Lesezeichen zu speichern. Wenn Sie sich jetzt kostenlos registrieren, erhalten Sie sofort unbegrenzten Zugriff auf über 2000 Artikel (mehr Informationen dazu finden Sie hier: Dürfen wir vorstellen, unsere neue Webseite). Viel Spass beim Stöbern und Klicken!

Herzlichst, Ihr Nik Niethammer

Nik Niethammer
ist seit 2014 Chefredaktor von Fritz+Fränzi. Er ist Vater eines Sohnes und einer Tochter und lebt in Zürich und in Freiburg im Breisgau.

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