«Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Guten!» - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

«Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Guten!»

Als Schulpsychologe unterstützt Benedikt Joos Lernende, Eltern sowie Lehrpersonen und bildet Beratungslehrkräfte aus. Im Interview erklärt er, wie sich Eltern am besten auf schulische Standortgespräche vorbereiten und eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Lehrperson begünstigen.

Interview: Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund
Bild: Rawpixel.com

Herr Joos, viele Eltern blicken ­schulischen Standortgesprächen mit gemischten Gefühlen entgegen. Was hilft, um die eigene Anspannung in den Griff zu bekommen?

Für mich sind eine gute Vorbereitung und eine angemessene Rahmung eines solchen Gesprächs unverzichtbar, denn das schafft Sicherheit für alle Beteiligten. Jeder sollte wissen: Warum trifft man sich, wer nimmt teil, welche Themen sollen besprochen werden, welches Ziel hat das Gespräch und welcher zeitliche Rahmen steht zur Verfügung? Eltern ermutige ich, diese Rahmenbedingungen im Vorfeld bei der einladenden Lehrkraft zu erfragen. 

Und wie bereite ich mich als Mutter beziehungsweise Vater vor?

Als Vorbereitung empfehle ich Eltern, sich aufzuschreiben, welche Inhalte sie im Gespräch auf jeden Fall ansprechen wollen und was sie sich von der Schule beziehungs­weise der Lehrkraft für ihr Kind wünschen. Dieser «Spickzettel» wirkt beruhigend, da man ihn jederzeit im Gespräch als Erinnerungshilfe benutzen kann. Für manche ist es eine Erleichterung, wenn der Partner oder die Partnerin oder eine vertraute Person auch am Gespräch teilnimmt. Ich empfehle die Teilnahme im Voraus mit der Lehrkraft abzustimmen. Und zu guter Letzt ist meine Erfahrung, dass mit einer möglichst positiven Grundhaltung am meisten zu erreichen ist, getreu dem Motto «Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Guten!». Glauben die Gesprächsteilnehmer daran, dass das Gegenüber auch an einer konstruktiven Lösung interessiert ist, herrscht eine andere Stimmung, die sowohl angenehmer als auch zielführender ist – gerade, wenn Probleme zur Sprache kommen.

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