«Begleiten statt verbieten»

Wie lernen Kinder einen vernünftigen Umgang mit digitalen Medien.
Sechs Fragen an Thomas Feibel, Fritz+Fränzi-Kolumnist und Leiter des Büros für Kindermedien in Berlin.

Interview: Virginia Nolan
Bilder: Fabian Hugo / 13 Photo

Herr Feibel, wann beginnt Medienerziehung?

Quasi von Geburt an. Das Foto vom ersten Schrei ist der Auftakt zu einer endlosen Bildreihe, mit der wir Entwicklungsschritte unseres Kindes dokumentieren. Das war schon immer so. Neu ist, dass wir die (Handy-)Kamera ständig zücken. Entsprechend früh lernen Kinder, zu posen. Dann wundern wir uns, warum sie mit 15 ständig Selfies machen und sich auf Instagram präsentieren. Vielleicht würden sie das auch sonst tun, doch das Beispiel zeigt, wie wir selbst ein Verhalten fördern, über das wir uns später aufregen.

Darf mein Kleinkind mit Tablets und Co. spielen?

Kinder unter drei Jahren sollten möglichst keine digitalen Medien konsumieren. Theorie und Familienalltag passen aber nicht immer zusammen: Wir können den 3-Jährigen schlecht aus dem Raum schicken, wenn die 6-Jährige einen Film schaut. Eltern müssen stets neu austarieren, was ihnen möglich und dem Kind gegenüber vertretbar ist. Da plädiere ich für gesunden Pragmatismus. Gleichzeitig brauchen Kinder präsente Eltern: Besser, das Kind hat auf dem Spielplatz 45 Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit, als wenn Eltern drei Stunden bleiben und das Handy mitnehmen.
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