Wenn Kinder mit Apps basteln
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Wenn Kinder mit Apps basteln

Lesedauer: 1 Minuten

Auch im Umgang mit dem Handy kann sich die Kreativität von Kindern zeigen. Eltern sollten das nicht unterbinden, jedoch aufmerksam begleiten.

Text: Michael In Albon
Bild: iStockphoto

In Zusammenarbeit mit Swisscom

Freuen Sie sich auch, wenn Ihre Kinder basteln? Wenn sie so richtig vertieft sind in ihr kreatives Tun und die Welt um sich herum völlig vergessen? Was aber, wenn sie ein Smartphone in der Hand haben? «Nicht schon wieder. Geht doch mal raus an die frische Luft», lautet dann die Aufforderung vieler Eltern. Bewegung im Freien ist wichtig, keine Frage.

Dennoch lassen sich kreative Leistungen auch mit digitalen Geräten erbringen. Die beliebteste App bei Kindern und Jugendlichen ist momentan Tiktok. Ich weiss: ein Social-Media-Netzwerk mit problematischen Seiten, die man als Eltern keinesfalls ausblenden sollte. Ich staune aber immer wieder, wenn ich sehe, was Kinder alles veranstalten mit dieser App. Vieles (oder besser: das meiste) davon ist einfach nur – naja – kindisch und gehaltlos. Verspielt, ohne viel Sinn, teilweise blöd, nicht selten urkomisch.

Wie beim Basteln mit Schere gilt es auch auf TikTok Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und bestimmte Einstellungen vorzunehmen.

Trotzdem agieren Kinder in diesen Momenten auch kreativ. Das gilt es meiner Meinung nach zu fördern und vielleicht sogar von Tiktok in die richtige Welt hinüberzutragen. Doch wie beim Basteln mit Schere und Leim gilt es auch auf Tiktok Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, und es empfiehlt sich, bestimmte Einstellungen vorzunehmen.

Die wichtige Kompetenz, mediale Inhalte einzuordnen

Geschlechterstereotype sind beliebte Motive der kurzen Filmchen – inspiriert von professionellen Content-Kreatoren. Darüber sollte man mit den Kindern sprechen, sie etwa fragen, was sie an Muskeln, schnellen Autos, dicken Lippen und greller Schminke eigentlich cool finden.

Zur Erleichterung vieler Eltern stellt sich heraus: Wie unsere Kinder mit – in unseren Augen – zweifelhaften Vorbildern umgehen können, ist ein Indiz für deren Kompetenz, mediale Inhalte einzuordnen. Sie werden überrascht sein, wie differenziert und pragmatisch die Antworten Ihrer Kinder mitunter ausfallen.

Das andere sehr beliebte Netzwerk in dieser Altersgruppe ist Instagram, etwas erwachsener und ebenfalls ein Ort ungehemmter Selbstdarstellung. Allerdings auch einer, wo berührende und kreative Bilder zu finden sind. Aufnahmen aus dem Moment geboren oder nach umfangreichen Vorbereitungen gemacht und nicht selten aufwendig nachbearbeitet.

Auch das zeigt Kreativität und sollte besprochen werden. Nicht wenige Jugendliche veröffentlichen auf Instagram ihre ersten Fotos, um sich später durchaus ernsthaft mit diesem Hobby zu beschäftigen. Wir können uns darüber freuen, wenn unsere Kinder bereit sind, die neuen technischen Möglichkeiten auch kreativ zu nutzen. Wir sollten sie damit aber nicht allein lassen, sondern – je nach Alter – ein wohlwollendes Auge auf ihr Tun werfen.

Interaktive Lernmodule:

Auf Medienstark finden Sie Tipps und interaktive Lernmodule für den kompetenten Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag. swisscom.ch/medienstark

Michael In Albon
ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.

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