10 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Familienalltag - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

10 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Familienalltag

Lesedauer: 4 Minuten

Wie können wir im Familienalltag nachhaltiger leben? Worauf können wir beim Kauf von Spielsachen achten? Dreifach-Mama und Geschäftsführerin Melanie Kohler hat für uns 10 Tipps zusammengestellt, wie man mit kleinen Dingen der Umwelt Sorge tragen kann.

Text: Melanie Kohler
Bild: Rawpixel.com / zVg

1. Kopf: Das Mindset neu aufsetzen und den Kindern auch so vermitteln: Wir tragen Sorge zur Umwelt und unseren Sachen – und etwas reparieren ist richtig cool. Je länger etwas lebt, umso besser. Sich den Wert einer Sache vor Augen halten, lautet die Devise.

2. Unterwegs: Statt das Auto satteln wir den Drahtesel. Wir lieben unser Christiania Bike und würden es nie wieder hergeben. Gebraucht wird das Lastenrad für den Einkauf, Entsorgung, Kinder- und Pakettransport und vieles mehr.

Melanie Kohler lebt mit ihrer Familie in Chur. Nachhaltigkeit wird bei Kohlers grossgeschrieben, darum gründete sie auch das Label YIV für Kindergeschirr aus Emaille, da sie ihre drei kleinen Kindern nicht aus Plastikgeschirr essen lassen wollte. YIV Geschirr wird in der Schweiz designt und von einem kleinen Team in Österreich produziert. Beim gesamten Produktionsprozess wird grossen Wert auf Ökologie und faire soziale Arbeitsbedingungen gelegt.

3. Ferien: Mit gleichgesinnten Familien die Wohnungen tauschen. Funktioniert wunderbar und alles, was Kinder für die Ferien brauchen, ist bereits vor Ort. Freude von uns leben in der Stadt Bern, wir in Chur. Wir treffen uns auf der Raststätte Glarnerland tauschen die Schlüssel aus und machen in der jeweilig anderen Wohnungen Ferien. Oder ein anderes Familienmitglied aus unseren erweiterten Familien macht Ferien bei uns, während wir auf dem Zeltplatz sind.

4. Kleider: Aus alten, noch gut erhaltenen Kleidern, welche nicht mehr oft getragen werden, ein neues, passendes Stück nähen (lassen). Im Secondhandshop (Kidis.ch) einkaufen, tauschen, nachtragen und nicht auf jeden Mode-Hype aufspringen. Besser langlebige, klassische Winterkleidung einkaufen (Rotauf.ch). 

5. Möbel: Ein Schreiner haucht auch einem bereits alten Möbel neues oder gar anderes Leben ein. Konsequent auf das Material achten. Wir lieben unser Filz-Sofa.

Im Hintergrund das alte, heiss geliebte Filzsofa, im Vordergrund der selbst gebaute Salontisch.

6. Essen: Einen Wochen-Essplan erstellen und nur einmal wöchentlich einen Grosseinkauf tätigen. Am besten im Hofladen oder direkt ab Hof, auf dem Markt oder sogar selbst angepflanzt. Konsequent Glas-Verpackungen brauchen, wann immer möglich nachfüllen, statt neu kaufen. Wir besorgen Brot vom Bäcker, Fleisch vom Metzger, Käse von der Käserin.

7. Abfall: So weit wie möglich Abfalltrennung betreiben (Karton, Plastik, Grünabfall, Flaschen, Dosen, Holz usw. ) und sich für die Entsorgung mit Nachbarn zusammenschliessen, damit die Fahrt zum Entsorgungshof nur noch einmal monatlich sein muss.

8. Pflege: Pflege-Spülungen, Shampoos und andere Kosmetikmittel in der Drogerie oder Apotheke nachfüllen lassen, nur handgefertigte Seifen verwenden und mit Rasierhobel rasieren, sprich mit einer reziklierbaren Klinge.

9. Handy und Co.: Es muss nicht immer das neuste Handy oder Tablet sein. Besser ist es, so lange wie möglich dasselbe elektronische Gerät zu nutzen und wenn immer möglich reparieren zu lassen. Wenn das Gerät doch ausgedient hat und es ein neues braucht, kann man sich bei Fairfones eines mit gutem Gewissen kaufen oder auch das alte dort abgeben. Revendo.ch setzt gebrauchte Apple-Geräte neu auf und verkauft diese.

10. Spielzeug: Spielzeug aus Holz kaufen. Es ist nicht nur umweltschonend, sondern auch langlebig. Aktuell ist bei uns der Verkaufsstand aus massiver Buche besonders beliebt, weil alle Kinder gemeinsam spielen können und sich immer wieder neue Spielsituationen ergeben.