Wenn Kinder in alten Wunden wühlen

Eltern wollen freundlich sein, den Kindern stets zugewandt, sie liebevoll führen. Nicht schimpfen. Nicht drohen. Nie laut werden. Nur: Warum gelingt uns das im Alltag oft nicht? Einer der Gründe geht weit in unsere eigene Kindheit zurück.
Neulich in einem unserer Seminare: «Manchmal kann ich nicht anders. Da drücken die Kinder meine Knöpfe, und zack! Wirft es mich mal wieder aus der Bahn», erzählte mir eine Mutter. «Dann überreagiere ich, werde grob, schreie herum, bin patzig, drohe, strafe, schmolle, bin plötzlich so verletzt, so verzweifelt und hilflos, könnte heulen. Später tut es mir dann leid und ich schäme mich, ich wollte es doch anders machen. Wieso kriege ich das nicht hin?», fragt sie in die Runde. Viele andere Teilnehmer nicken. 

Kennen Sie das? Ja? Dann lassen Sie uns gemeinsam erkunden, warum es manchmal so schwer sein kann, besonnen zu reagieren. So viel vorweg: Natürlich sind wir alle nur Menschen. Der Tag war lang, die To-do-Liste auch, man ist müde, hat sich schon den ganzen Tag zusammengerissen und dann kommt der Moment – die zankenden Geschwister am Esstisch, die Weigerung ins Bett zu gehen –, der  das Fass zum Überlaufen bringt. «Ego depletion» nennen Sozialpsychologen dieses Phänomen, die Erschöpfung unserer Willenskraft nach vielen, anstrengenden Aufgaben. 

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