Schule

7 Fragen zur ersten Klasse

Was wird anders? In welche Klasse kommt mein Kind? Wer informiert?
Und überhaupt: Ist mein Kind schon bereit? Antworten auf die drängendsten Fragen zum Schuleintritt.
 Text: Claudia Landolt
Bild: Kyla Ewert 

1. Wann ist mein Kind schulbereit?

Die geistige Entwicklung eines Kindes ist nur eine Seite der Schul­bereitschaft. Ebenso wichtig sind die körperliche Entwicklung und die  Gesundheit, eine gewisse Arbeitshaltung, Motivations- und Lernbereitschaft und ein Sozialverhalten, das es dem Kind ermöglicht, sich eigenständig im Alltag einer Primarschule zurechtzufinden. Viele Schul­ärzte betonen, dass für das Gelingen einer Einschulung die «sozioemotionalen Kompetenzen» letztlich wichtiger sind als die intellektuellen Voraussetzungen.

2. Mein Kind kommt im Sommer in die erste Klasse und interessiert sich noch nicht fürs Rechnen und Lesen. Muss ich mir Sorgen machen?

Nein. Studien belegen eindeutig, dass Kinder, die schon früh von den Eltern im Lesen- und Rechnenlernen instru­iert werden, später in der Schule weniger Erfolg haben als Kinder, die nicht dazu gedrängt werden und zu Hause Freiräume haben. Die Bedeutung des freien Spiels für ein gesundes Aufwachsen kann nicht oft genug betont werden.

3. Was ist der grösste Unterschied zwischen Kindergarten und erster Klasse?

Der Übergang zwischen Kindergarten und erster Klasse ist in der Regel fliessend. Dennoch ist die Schule für Ihr Kind eine Neuorientierung: Es geht neu in ein grosses Schulhaus, wo es sehr viele und sehr viele grössere Kinder hat und in den Pausen Trubel herrscht. Auch ist das Klassengefüge grösser und durchmischter. Es gilt, neue, noch fremde Kinder kennenzulernen, ebenso wie neue Fächer und viele neue Lehrpersonen. Ihr Kind muss lernen zuzuhören und mehrere Aufträge oder Anweisungen zu verstehen und diese innert einer bestimmten Frist auszuführen. Es wählt seine Tätigkeiten häufig nicht frei. In der Schule wird von ihm mehr Ausdauer verlangt als im Kindergarten. Es lernt, Arbeiten in einer bestimmten Frist zu erledigen – und zu warten, da man auf seine spontanen Bedürfnisse in der Regel nicht sofort eingehen kann. Mitbringen muss Ihr Kind ein gewisses Mass an Selbständigkeit. Das alles zu bewältigen, ist eine grosse Anpassungsleistung

4. Kann ich mitbestimmen, in welche Klasse mein Kind kommt?

Schulkreise haben einen eigenen Verteilschlüssel (Geschlecht, Alter, Wohnort beziehungsweise Schulweg, Nationalität). Interventionsversuche der Eltern kommen bei den Schulleiterinnen und Schulleitern nicht gut an – aber gegen eine höfliche Frage kann niemand etwas einwenden. Die Begründung sollte man sich allerdings gut überlegen. Ein «Wenn unsere Tochter mit ihrer besten Freundin zusammen ist, fällt die Eingewöhnung leichter» wird kaum ausreichen. Einige Schulkreise respektive Gemeinden versenden mit der Anmeldung Formulare mit Sonderwünschen, beispielsweise zur Einschulung von Zwillingen.
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5. Wann und wie erhalte ich die Informationen zur ersten Klasse?

Die Einteilungen, Stundenpläne und Klasseninformationen kommen per Post, meistens Ende Mai oder Anfang Juni vor Beginn des neuen Schuljahres. In diesem Brief werden auch der offizielle Besuchstag sowie die weiteren Veranstaltungen mitgeteilt. Dies ist insofern von Bedeutung für die Eltern, als dass die Betreuung für Kinder in der ersten Klasse oft neu geregelt werden muss: Kitas nehmen oft keine Erstklasskinder mehr. Schauen Sie sich also frühzeitig nach einer neuen Betreuungsform (Hort, Mittagstisch, Oma, Nachbarn usw.) um.

6. Auf wie viele Hausaufgaben müssen sich Familien einstellen?

Mit dem Lehrplan 21 haben gewisse Schulen ihre Stundenzahl erhöht. Das führt dazu, dass einige Gemeinden prüfen oder bereits entschieden haben, den Kindern keine oder nur marginal Hausaufgaben zu geben. Das ist jedoch von Kanton zu Kanton sehr verschieden. Eigentlich kann jede Lehrperson selbst bestimmen, ob, wie oft und wie viele Hausaufgaben sie den Kindern mitgibt. Auf jeden Fall soll die Faustregel «10 Minuten pro Klasse und pro Tag» nicht überschritten werden. Stellen Sie fest, dass Ihr Kind länger als 10 Minuten pro Tag an einer Aufgabe sitzt (bzw. 20 Minuten, wenn es nur alle zwei Tage Aufgaben hat), teilen Sie das der Lehrperson mit. Sie wird bemüht sein, eine Lösung zu finden. Jedes Kind hat sein eigenes Lern­tempo!

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