«Ich war echt froh, als das Training wieder losging» - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
Merken
Drucken

«Ich war echt froh, als das Training wieder losging»

Lesedauer: 1 Minuten

Nils Zimmermann, 14 Jahre, lebt mit seiner Schwester und seinen Eltern in Schindellegi SZ. Während der Corona-Einschränkungen hat er am meisten seine Kollegen und das Fussball spielen vermisst. Später möchte er Architekt werden.

Aufgezeichnet von Claudia Füssler
Bilder: Rawpixel.com (Symbolbild)

«Ich spiele für mein Leben gerne Fussball, und ich glaube, ich spiele auch ziemlich gut. Seit sieben Jahren bin ich im FC Freienbach, wir trainieren dreimal die Woche und haben am Wochenende Spiele. Ausserdem spiele ich mit meinen Kollegen auf einem Fussballfeld bei uns der Nähe. Das war mit dem Corona-Lockdown von heute auf morgen alles vorbei. Das war schon ungewohnt.

Wir wussten alle nicht, wie wir mit der neuen Situation umgehen sollen. Keine Schule, kein Training, keine Treffen. Und am schlimmsten war: Keiner konnte sagen, wie lange dieser Zustand dauern sollte. Das hat mich manchmal ziemlich traurig gemacht. Mir war oft langweilig während des Lockdowns. Ich habe die Schulaufgaben gemacht und war nachmittags ein bisschen draussen, alleine. Wir haben zum Glück einen Garten, ab und an habe ich da mit meiner jüngeren Schwester gekickt. Mit meinen Kollegen habe ich telefoniert oder gechattet, getroffen habe ich sie kaum. Ich war vorsichtig, ich wollte das Virus nicht kriegen. Insgesamt war die Situation aber nicht sehr schlimm für mich, meine Mutter war ja auch zu Hause, mit ihr war ich manchmal joggen. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Seit ein paar Jahren achten sie mehr darauf, dass ich selbständiger werde. Sie machen nicht mehr alles für mich, ich muss mich zum Beispiel in meinen Schulsachen ganz allein organisieren. Das ist okay für mich. Wir reden auch über ernstere Themen, das mag ich.

Richtig Angst hatte ich in dieser Phase keine, aber ich habe schon überlegt: Was passiert da jetzt eigentlich? Ich habe auch manchmal Nachrichten geschaut um zu wissen, wie viele Ansteckungen es gerade gab und wie die Lage so ist. Mir haben meine Kollegen gefehlt und der Sport, da war ich schon echt froh, als das Training wieder losging. Meinen Freundschaften hat der Lockdown nicht geschadet. Ich habe ein paar gute Freunde, die ich schon lange kenne, und jetzt auch neue Leute, die ich in der Sekundarstufe kennengelernt habe.

Richtig Angst hatte ich in dieser Phase keine, aber ich habe schon überlegt: Was passiert da jetzt eigentlich?

Mir gefällt die Zeit jetzt, ich mache mir langsam Gedanken darüber, was ich später mal beruflich machen möchte. Entschieden habe ich noch nichts, aber ich war schon mal bei einem Konstrukteur schnuppern und würde gerne noch bei einem Architekten schnuppern gehen. Architektur reizt mich sehr. Wir haben unser Haus umgebaut. Da zuzuschauen und sich vorzustellen, wie das mal aussehen wird, wenn hier noch ein Raum ist, hat mir gut gefallen. Vielleicht wird es aber auch Informatik? Das finde ich auch ein sehr spannendes Fach.»

Claudia Füssler
arbeitet als freie Wissenschaftsjournalistin. Am liebsten schreibt sie über Medizin, Biologie und Psychologie.

Alle Artikel von Claudia Füssler

Lesen Sie mehr zum Thema Pubertät:

Familienleben
Bipolare Störung: von der Diagnose bis zur Therapie
Es dauert oft lange, bis bei Jugendlichen eine bipolare Störung erkannt wird. Steht die Diagnose fest, können Eltern eine grosse Stütze sein.
Elternbildung
«Alle Jugendlichen sind unzufrieden mit ihrem Körper»
Wo beginnt problematisches Essverhalten und wie können Eltern dem entgegenwirken? Psychotherapeutin Simone Munsch im Monatsinterview.
Advertorial
Geschenktipp: Filmmusik-Konzert
Die einzigartige Magie des Disney-Klassikers «Die Eiskönigin – völlig unverfroren» zusammen mit der bewegenden Filmmusik live gespielt vom 21st Century Orchestra & Chorus im KKL Luzern hinterlässt bei Klein und Gross leuchtende Augen. «Manche Menschen sind es wert, dass man für sie schmilzt» (Schneemann Olaf) – und auch manche Filme: Mit dem grossartigen Welterfolg «Die […]
Elternbildung
Wie gelingt eine gute Vater-Sohn-Beziehung? 
Väter sind für Söhne massgeblich in der Identitätsbildung und prägen die Handhabung aggressiver Gefühle.
ElternPass
Gratis eigenen Frischkäse herstellen
Lernen Sie mit dem ElternPass das Käsen direkt vom Profi in der Milchmanufaktur Einsiedeln – und nehmen Sie das feine Stück gratis nach Hause.
Elternbildung
Wie gelingt eine gute Mutter-Tochter-Beziehung? 
Die Mutter ist die allererste Bindung und Leitbild der Tochter. Sie prägt deren Körperbild und hat grossen Einfluss auf die mentale und berufliche Entwicklung von Mädchen. Dabei bleibt die Beziehung selten konfliktfrei. 
Elternbildung
Schminkverbot in der Schule – ja oder nein?
Die Lehrerin einer sechsten Klasse fordert die Eltern auf, ihren Töchtern zu verbieten, sich für die Schule zu schminken. Weltfremd oder berechtigt? Das sagt unser Expertenteam.
Entwicklung
«Die Adoleszenz ist eine besonders verletzliche Phase!»
Todesängste oder Riesenwut: Bei einigen Teenagern verläuft die Pubertät nicht harmlos.
Elternbildung
Wie gelingt eine gute Mutter-Sohn-Beziehung? 
Eine Mutter ist die erste Frau im Leben eines Jungen und prägt ihn sein Leben lang. Sie beeinflusst sein emotionales Gleichgewicht sowie die Zufriedenheit in späteren Partnerschaften.
Elternbildung
Was tun, wenn die Tochter in ihren Turnlehrer verliebt ist?
Für eine Lehrperson schwärmen ist in der Pubertät normal. Doch was, wenn die Tochter tatsächlich verliebt ist und ihren Turnlehrer privat treffen will? Unser Expertenteam weiss Rat.
Blog
Müssen Teenies Türen knallen?
Türen knallen ist die Sprache der Pubertisten und hinterlässt bei Eltern ein Gefühlschaos. Kolumnist Mikael Krogerus geht dem auf den Grund.
Entwicklung
Wie können Eltern ihren Teenies zu mehr Schlaf verhelfen?
Teenager können nichts dafür, dass sie morgens todmüde sind und nicht aus den Federn kommen, sagt die Schlafforscherin Joëlle Albrecht. Doch Eltern können einiges für die Schlafhygiene ihrer Kinder tun.
Entwicklung
Eine gute Beziehung aufbauen – 5 Tipps für Lehrpersonen und Eltern
Heranwachsende befinden sich in einer Phase, in welcher sie sich oft ganz bewusst von Erwachsenen abgrenzen. Wie gelingt es, trotzdem eine gute Beziehung aufzubauen? Die Antworten des Lehrers Beat Schelbert.