Muttertag: Lebenslänglich Liebe

Mit dem Muttertag-Sonntag ist es ja so eine Sache. Es ist der Tag des Kaffees, des Kuchens, der Schnittblumen und des Selbstgebastelten. Ein Entrinnen gibt es nicht, gilt er doch als institutionalisierter Danktag. 
Welches Kind, egal, wie erwachsen es heute auch sein mag, erinnert sich nicht mit Bauchgrimmen daran. Denn die Mutter, das ist eine Institution. So viel gäbe es an diesem Tag ihretwegen zu tun: Besonders lieb und brav und zuvorkommend sein und seine Liebe mit Taten beweisen. Doch was, wenn das Kind plötzlich etwas Gescheiteres zu tun hat und sich aus dem Staub macht? Ach, es ist der reinste Horror, was es alles zu tun geben würden, verdrückte man sich nicht rechtzeitig.
 
Später, als junge(r) Erwachsene(r) und programmatischer Feiertagsphobiker(in) – denn endlich sind sie vorbei, die Stunden, an denen Narzissen, Rosen und Tulpen um Gedichte gemalt werden mussten! – behagt einem dieser Tag noch weniger, unerbittlich mahnen Blumenläden und Grossverteiler wochenlag zuvor, wie dankbar man doch seiner Mama sein sollte. Man wird in die Kinderrolle zurückgedrängt, mag sich selbst nicht dafür, schimpft auf den gesellschaftlichen Druck und die Erwartungshaltung der Mutter. Und doch greift man spätestens am Nachmittag zum Telefonhörer, ergattert irgendwo ein paar Schnittblumen und lädt zu Kaffee und Kuchen ein. 
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