Müttermobbing: Warum werden gerade Mütter so oft kritisiert? - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

Müttermobbing: Warum werden gerade Mütter so oft kritisiert?

Lesedauer: 5 Minuten

Die Therapeutin Katharina Pommer hat ein Buch über Müttermobbing geschrieben. Sie erklärt, warum Mütter so oft kritisiert, herabgewürdigt oder angegriffen werden, wenn es um die Erziehung ihrer Kinder geht – und appelliert an ein solidarisches Miteinander.

Frau Pommer, Sie haben das Buch «Stop Momshaming» geschrieben. Was genau verstehen Sie darunter?
Es bedeutet Müttermobbing. Wann immer Mütter soziale oder wirtschaftliche Benachteiligung aufgrund ihrer Mutterschaft erfahren, harsche und ungerechtfertigte Kritik oder ungebetene und übergriffige Ratschläge erhalten, geht es um Momshaming.

Bitte erklären Sie.
Mütter im 21. Jahrhundert sind zerrissen zwischen den eigenen und gesellschaftlichen Perfektionsan-sprüchen und absurden Zielen, wie eine Mutter zu sein hat: Man soll der werdenden Mutter die Schwangerschaft nicht anmerken, darüber hinaus wird vorausgesetzt, dass sie stets gut gelaunt und topfit ist. Natürlich hat sie einen engagierten Ehemann, der ihre Emanzipation mag und einen «soften» Feminismus unterstützt. Ist das Baby da, nimmt er sich Zeit, wickelt, wo immer er kann, das Baby und steht mit Tragetuch am Spielplatz. Sie arbeitet, aber nicht zu viel, denn sonst wäre sie eine Rabenmutter. Doch sie ist nicht «nur» bei den Kindern zu Hause, denn dies wäre eine Art «Schmarotzerdasein». Verlässt sie diese Klischees, wie eine vorbildliche Mutter zu sein hat, beginnt das Momshaming. Man wirft ihr vor, dass sie «ihr Ding» macht, sie sei eine Mutter, die womöglich die Ordnung in ihrer Familie durcheinanderbringt.

Artikel kostenlos weiterlesen

Gratis registrieren und profitieren:

  • Begrüssungsgeschenk
  • Zugriff auf alle Artikel
  • Artikel speichern & später lesen
  • Teilnahme an Verlosungen
Sie sind noch nicht registriert? Hier geht's zur Registration