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Psychologie

Spendenaktion: Ein Autismus-Begleithund für Joel

Joel ist 7 Jahre alt. Er hat das Asperger-Syndrom, eine Variante des Autismus – auf Abweichungen vom Gewohnten reagiert er mit Wut und Angst. Sein
grösster Wunsch ist es, einen Hund zu bekommen, der ihm Sicherheit gibt.
Joels Mutter ist alleinerziehend, vor fünf Jahren erkrankte sie an Krebs.
Hier erzählt sie ihre Geschichte und bittet Sie, liebe Leserin, lieber Leser,
um Ihre Unterstützung.

SPENDENSTAND per 14.11.17: 10.707 Franken
Ein Drittel ist geschafft. Bitte spenden Sie weiter!

(Die genauen Spendenangaben finden Sie am Ende des Artikels oder Sie springen direkt zum Spendenformular auf der Webseite der Stiftung Elternsein mit dem Vermerk Joel)
Aufgezeichnet: Sarah King 
Bilder: Daniel Auf der Mauer / 13 Photo
Jetzt ist es so. Ich bettle. Inzwischen kümmert es mich nicht mehr, was andere denken. Ich bin einfach nur froh, wenn ich Hilfe erhalte. Für Joel. Er ist inzwischen 7-jährig. Als er vor eineinhalb Jahren die Diagnose Asperger-Autismus erhielt, wusste ich, was auf mich zukommt. 

Krebs ist heilbar, Autismus nicht

Auch Joels 14-jähriger Bruder ist autistisch. Mit ihm habe ich alles durchlebt, was Eltern autistischer Kinder durchleben können: die anfängliche Ratlosigkeit, die Abklärungen und vor allem die verzweifelte Suche nach Unterstützung. Sie führte uns durch einen Dschungel aus stationärer Psychiatrie, Pflege­familie, Psychiatriespitex, auf­suchendem Psychiater und Sonderschule. Autismus wurde zu meinem Hauptfach in dieser Lebensschule: Ich suchte Hilfe in etlichen Weiterbildungen und Büchern. Daneben wollte ich aber auch meiner Tochter eine gute Mutter sein. Sie ist heute zwölf.
Joel sitzt auf dem Boden. Ein Flugzeug am Himmel hat ihn «gereizt». Er reagiert mit einem Wutanfall.
Joel sitzt auf dem Boden. Ein Flugzeug am Himmel hat ihn «gereizt». Er reagiert mit einem Wutanfall.
Mitten in diesem Prozess steckte ich also, als Joel zweijährig ähnliche Anzeichen zu zeigen begann wie sein Bruder. Er wurde zunehmend überaktiver, eigensinniger und liess sich nicht mehr lenken. Zu viele Reize führten zu Ausrastern. Dann schrie er, hielt sich die Ohren zu, warf Dinge um sich, verkroch sich verzweifelt im Zimmer unter seiner Bettdecke und liess niemanden mehr an sich heran. Eine Abklärung zögerte ich hinaus. Vor fünf Jahren erkrankte ich an Krebs. Zusätzlich waren mein Mann und ich in Trennung. Das erschöpfte mich. Eine weitere Autismus-Diagnose hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht verkraftet.
Autisten sind oft unfähig, sich auf eine veränderte Situation einzulassen. 
Inzwischen hat sich manches eingependelt: Die Krebsbehandlung ist abgeschlossen. Für meinen älteren Sohn habe ich eine tolle Pflegefamilie in der Nachbarschaft gefunden. Drei Tage die Woche verbringt er dort. Inzwischen geht er auch wieder in die öffentliche Schule. Mein Ex-Mann unterstützt mich an einem Abend unter der Woche und an den Wochenenden in der Kinderbetreuung. So auch meine Eltern. Sie leben im selben Haus. Mittags essen wir meist gemeinsam. Darüber bin ich froh, denn es kommt immer wieder zu Zwischenfällen. Es braucht nur wenig – zum Beispiel ein Salatblatt, das den Reis berührt. Schon fliegt der Teller. Ich versuche alles, um Joels Leid klein zu halten: immer dieselben Tagesabläufe, klare Strukturen, visuelle Anleitungen, wo immer möglich die Reize reduzieren. Und doch kann ich ihn nur beschränkt vor den Anfällen schützen.
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In den eigenen vier Wänden fällt die Fassade zusammen

Seit Joel in die Schule geht, ist es noch schwieriger. Im Moment be­sucht er die Regelschule mit vier Stunden integrativer Förderung. Das ist für ihn eine grosse Herausforderung, oft eine Überforderung. Es kommt mir vor, als habe er ein gewisses Kontingent an Reizen, die er täglich verarbeiten kann. Viele davon begegnen ihm schon auf dem Schulweg. Ein Flugzeug am Himmel, ein Auto, das er noch nie gesehen hat, die Geräusche der Klassenkameraden – das alles strengt ihn sehr an. 

1 Kommentar

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Von Lisetta anna am 15.11.2017 09:08

Ich habe die Geschichte von Joel gelesen, es berührt mich sehr, ich kenne die Ohnmacht, wenn es an Geld fehlt, war auch alleinerziehend und musste den Franken dreimal drehen, damit es reichte, ich habe diese Zeit als anstrengend erlebt, ich verstehe diese Not nicht, wir leben in der reichen Schweiz !!!!
Ich schaute auch die Sendung über die Alleinerziehenden Frauen, die von der Sozialhilfe angewiesen sind, was läuft da falsch, es müssten doch auch die Männer diese Not haben, aber es ist immer noch selten
Was läuft da falsch in unserem System, es sind doch beide verantwortlich für die Kinder ????
Lisetta Anna Loretz Crameri

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