Maskenpflicht für Jugendliche
Schule
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Man hört immer wieder, dass Jugendliche Schwierigkeiten haben sich zu konzentrieren, wenn sie die Maske den ganzen Tag tragen müssen. Stimmt das?

Acht Stunden lang eine Maske zu tragen im Unterricht ist eine ungewohnte Situation. «Es ist ganz klar eine unangenehme Situation, zurzeit aber das kleinere Übel», fügt Franziska Peterhans an. Darum sei es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler unter Einhaltung des Schutzkonzepts Pausen vom Maske tragen einlegen. Zum Beispiel wenn sie irgendwo alleine stehen, sagt die Zentralsekretärin weiter.

Müssen auch in der Schweiz bald jüngere Kinder eine Maske tragen?

In gewissen Ländern wie Frankreich beispielsweise müssen auch jüngere Kinder eine Maske tragen. Dies, obschon der wissenschaftliche Stand heute so ist, dass Kinder unter 12 Jahren das Corona-Virus weniger stark verbreiten und auch weniger stark daran erkranken, sollten sie sich anstecken. Es herrsche eine gewisse «Unsicherheit in Bezug auf die Maskenpflicht für jüngere Kinder», sagt Franziska Peterhans. «In der momentanen Lage geht die Gesundheit der Bevölkerung vor, auch wenn wir wissen, dass Kinder keine Treiber des Virus sind. Wesentlich für die Schulen sind die Vorgaben des BAG und der Kantone.»

Kinder gewöhnen sich rasch an neue Situationen, so auch an Lehrpersonen mit Maske. Doch geht im Umgang nicht etwas verloren, wenn Kinder und Jugendliche die Mimik nicht sehen und die Lehrperson vielleicht schlechter verstehen, weil man die Lippenbewegungen nicht sieht?

Die aktuelle Situation ist eine Herausforderung für alle und die Lehrpersonen geben sich alle Mühe, dass sie die Schülerinnen und Schüler auch mit Maske im Unterricht emotional und intellektuell motivieren und mitnehmen können. «Beispielsweise in den Fremdsprachen und im Deutschunterricht für fremdsprachige Kinder und Jugendliche ist die Maskensituation alles andere als optimal, das ist uns bewusst», sagt Franziska Peterhans. Und aktuell seien Masken die sicherere Variante als durchsichtige Visiere.
 
An vielen Schulen wird zudem aufs Singen verzichtet. Das sei schade, sagt die Zentralsekretärin. Und doch: Es sei wichtiger, dass die Kinder weiterhin zur Schule gehen können, so dass «solche Massnahmen wie der Verzicht auf Singen korrekterweise durchgesetzt werden».
Caroline Märki ist Gründerin und Leiterin von familylab.ch, Familienberaterin nach Jesper Juul und Eltern- und Erwachsenenbildnerin mit eidgenössischem Fachausweiss. Caroline Märki ist verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Töchtern und einem Sohn, 16, und lebt in Männedorf ZH.
Caroline Märki ist Gründerin und Leiterin von familylab.ch, Familienberaterin nach Jesper Juul und Eltern- und Erwachsenenbildnerin mit eidgenössischem Fachausweiss. Caroline Märki ist verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Töchtern und einem Sohn, 16, und lebt in Männedorf ZH.
«Aus eigener Erfahrung würde ich sagen, dass man sich an die Maske gewöhnt, wenn man mit Freunden und vertrauten Personen unterwegs ist», sagt Familienberaterin Caroline Märki von familylab.ch und: «Wir kennen die Mimik unserer Bekannten». Schwieriger sei es mit fremden Personen, es verunsichere, wenn man das Gesicht des Gegenübers nicht sehe.»
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Lieber Fernunterricht als Unterricht mit Maske?

In mehreren Kantonen wurden von Gymnasiasten und/oder Berufsschülern Petitionen lanciert für die Rückkehr in den Fernunterricht. Die Petitionen sehen als Grund nicht primär das Tragen der Maske, sondern die Angst vor einer Ansteckung. Vor allem an weiterführenden Schulen gibt es immer wieder Corona-Fälle und Lehrpersonen oder Schüler und Schülerinnen müssen in Quarantäne.

Digitalexperte und Gymnasiallehrer Philippe Wampfler sagt dazu: «Grundsätzlich halte ich es vernünftig, auf der Sekundarstufe II sofort in den Fernunterricht zu wechseln – ich hätte gerne schon nach den Herbstferien damit begonnen. Die Schulen sind bereit, die Voraussetzungen gegeben. Eigentlich versteht niemand so genau, weshalb die Erziehungsdirektoren und -direktorinnen Gegensteuer geben: Es wäre eine wirtschaftlich unproblematische, pragmatische Massnahme. 
Philippe Wampfer ist Gymnasiallehrer und Digitalexperte sowie Vater von drei ­Kindern (8, 9 und 11) und lebt in Zürich.
Philippe Wampfer ist Gymnasiallehrer und Digitalexperte sowie Vater von drei ­Kindern (8, 9 und 11) und lebt in Zürich.
Der Unterricht mit Masken wirft keine grossen Probleme auf. Man versteht die Schülerinnen und Schüler nicht immer auf Anhieb und muss einige immer wieder daran erinnern, dass sie die Masken richtig tragen sollen. Abgesehen davon beeinträchtigen die Massnahmen den Unterricht nicht, die Jugendlichen haben sich sehr schnell daran gewöhnt und haben eine hohe Disziplin beim Tragen.»

Gut zu wissen

Maskenarten: 
Jugendliche können dieselben Masken tragen wie Erwachsene, sprich geprüfte Einweg- und Stoffmasken. Stoffmasken gibt es in verschiedenen Grössen, auch für kleinere Kinder. 
 
Verwendung:
Die Einwegmaske sollte nur einmal gebraucht werden. Stoff- oder andere wiederverwertbare Masken hingegen können mehrmals verwendet werden. Laut BAG sollte die Einwegmaske alle vier Stunden oder wenn sie sich feucht anfühlt gewechselt werden. Wie oft andere Masken gewaschen oder sterilisiert werden können, steht auf der Verpackung.
 
Aufbewahrung:
Wichtig ist, dass jeweils die Innenseiten der Maske aufeinanderliegen. Zudem sollten sie horizontal gefaltet werden, damit der Metallbügel nicht beschädigt wird. Zur Aufbewahrung eignen sich luftdurchlässige Behälter wie ein Stoffbeutel oder ein Couvert.
 
Quellen und weitere Infos zum korrekten Maskentragen: Bundesamt für Gesundheit (BAG)
 
Wir sind Ihre Erfahrungen mit der Maske in der Familie? Was erzählen Ihre Kinder vom Unterricht mit Lehrpersonen mit der Maske, wie fühlen sich Ihre Teenager? Wir freuen uns über Ihre Zuschriften, gerne auch anonym als Kommentar oder per Mail: online (at) fritzundfraenzi.ch

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