Familie nach dem Lockdown
Familienleben

Neues Familiengefühl nach dem Lockdown? 

Es wurde viel darüber spekuliert, welche gesellschaftlichen Veränderungen die Coronakrise auslösen würde. Gerade Eltern standen unter grossem Druck. Wie wirkt der Lockdown nun nach? Ein erstes Fazit zeigt: Er hat in Familien tatsächlich etwas bewegt. 
Text: Irena Ristic
Bild: Katie E. / Pexels
Viel war die Rede von einem Paradigmenwechsel, neuen Prioritäten, die die globale Coronakrise in der Gesellschaft einleiten würden. So auch in der Familie. Nachdem der Lockdown den Familienalltag mit Homeoffice und Homeschooling auf den Kopf gestellt hat, herrscht nun seit einigen Wochen eine neue Art von «Normalität». Ein guter Moment, um sich zu fragen: Hat die Coronakrise das Familienkonstrukt nachhaltig verändert? Oder gar ein neues Familiengefühl geschaffen? 
 
Fragt man die Forschung, dann lautet die Antwort, ja. Eine kürzlich publizierte Studie des deutschen Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigt auf, dass sich viele Väter deutlich stärker in der Familienarbeit engagieren als vor der Corona-Krise: Ihr Anteil stieg in den vergangenen Wochen auf den hohen Wert von 41 Prozent. «In den Zeiten der Pandemie wurde die Arbeit zwischen den Geschlechtern egalitärer aufgeteilt als zuvor», sagt Institutsdirektor und Studienleiter Norbert Schneider.
Eine Erfahrung, die auch Vera Schönenberger macht. Zusammen mit ihrem Partner und ihrer 10-jährigen Tochter lebt sie in Zürich. Die 44-Jährige ist selbstständig und kreiert Inhalte für Blogs und Influencer. Ihr Partner arbeitet Vollzeit. Was hat sich bei ihr seit dem Lockdown im neuen Familien-Alltag verändert? «Seit der Coronakrise teilen wir die Haushaltspflichten viel ausgeglichener untereinander auf», meint Vera Schönenberger. 
«Seit der Coronakrise teilen mein Partner und ich die Haushaltspflichten viel ausgeglichener untereinander auf», sagt Vera Schönenberger, hier im Bild mit Tochter und Partner. 
«Seit der Coronakrise teilen mein Partner und ich die Haushaltspflichten viel ausgeglichener untereinander auf», sagt Vera Schönenberger, hier im Bild mit Tochter und Partner. 
«Heute habe ich das Gefühl, dass mein Partner wirklich nachvollziehen kann, wenn ich nach einem langen Tage sage ‘ich bin k.o.’», ergänzt sie. Und betont: «Mein Partner hat mir das auch vor der Corona-Krise ehrlich geglaubt. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man das nur gesagt bekommt oder ob man Kinderbetreuung, Job, Homeschooling und Haushalt über mehrere Wochen hinweg 24/7 mitmacht».

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