Impfung für Corona: Mädchen mit Schnupfen
Arztbesuch

«Corona-Impfung für Kinder: frühstens in einem Jahr»

Was sind die neusten Erkenntnisse zur Rolle der Kinder in der aktuellen Corona-Krise? Und: Kann eine Schule einen Corona-Test verlangen? Prof. Dr. med. Christoph Aebi liefert wichtige Antworten. 
Interview: Florina Schwander
Bild: Pexels

Herr Prof. Dr. med. Aebi, wie sieht die Situation bei Ihnen am Inselspital aus?

Aktuell werden bei uns im Kindernotfall auf dem Covid Track vermehrt Kinder auf Covid getestet. Positiv getestet werden davon nur sehr wenige und auch Kinder, die via Notfall hospitalisiert werden wegen einer Covid-Erkrankung, haben wir nach wie vor sehr wenige. 

Warum werden mehr Kinder getestet?

Diese Zunahme reflektiert die Gesamtzahl der aktuell massivst zunehmenden Infektionen. Diese Zahl färbt ab auf Kinder, die potenziell infiziert sein könnten. Allerdings sind nach wie vor die meisten Kinder negativ, die wir testen. Seit Beginn der Pandemie waren cirka 1 Prozent der Tests positiv.
Prof. Dr. med. Christoph Aebi leitet die Abteilung Kinderinfektiologie der Kinderklinik am Inselspital Bern. (Bild: zVg) 
Prof. Dr. med. Christoph Aebi leitet die Abteilung Kinderinfektiologie der Kinderklinik am Inselspital Bern. (Bild: zVg) 

Macht es Sinn, so viele Kinder wie möglich zu testen? 

Zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) haben wir von Pädiatrie Schweiz ein Schema entwickelt, wann genau Kinder unter 12 Jahren getestet werden sollten. Mit diesen Richtlinien vom 25. September wurde das Testen von Kindern reduziert, was seither so angewendet wird in der Praxis. Diese Empfehlung wird nicht von einem Tag auf den anderen geändert, auch wenn die Situation schwer vorhersehbar ist zurzeit. Man darf nicht vergessen: Kinder werden seltener infiziert als Erwachsene und geben den Erreger seltener weiter an andere Menschen. Es macht dann Sinn, Kinder zu testen, wenn sie bestimmte Symptome haben oder Kontakt hatten mit einer erwachsenen Person, die positiv getestet wurde. Die wichtigsten Anzeichen für eine mögliche Covid-Infektion bei einem Kind sind Fieber und starker Husten. Es macht aber keinen Sinn, sie zu testen, wenn sie nur einen banalen Schnupfen haben. 
«Kinder werden seltener infiziert als Erwachsene und geben den Erreger seltener weiter an andere Menschen.» 

Wer hat das Recht, ein Kind testen zu lassen? Darf die Schule, beispielsweise, einen Test vorschreiben?

Es ist einzig ein Arzt, eine Ärztin oder die Gesundheitsbehörde, zusammen mit den Eltern, die einen Test bei einem Kind veranlassen können. Wenn Eltern einen Test machen möchten bei ihrem Kind, obwohl ein solcher nach den aktuellen Kriterien nicht nötig wäre, dann muss zusammen mit dem Kinderarzt eine individuelle Lösung gefunden werden. Das ist zum Beispiel gerade vor den Herbstferien passiert, da einige Airlines Tests von Kindern verlangt haben. Hier kann man einen Test machen, der dann allerdings von den Krankenkassen nicht übernommen wird. 
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Wird bei Kindern der Abstrich auch durch die Nase durchgeführt? Viele Erwachsene empfinden das ja als sehr schmerzhaft. 

Standard ist weiterhin der tiefe Nasenrachenabstrich. Wenn das nicht möglich ist, sind ein vorderer Nasen- oder Rachenabstrich akzeptabel.

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