Unsere Bücher-Tipps zum Vorlesen

Für die kindliche Entwicklung und die familiäre Bindung sind Vorlesen und selber Lesen elementar. Aus Redaktion und Verlag stellen wir Ihnen unsere liebsten Bücher vor.
Nik Niethammer, Chefredaktor (Sohn 10, Tochter 8 Jahre alt)
Müsste ich eine Sportart nennen, die mich so gar nicht interessiert: es wäre Fussball (und Fliegenfischen). Umso erstaunlicher dünkt mich die Leidenschaft unseres Sohnes für das Spiel mit dem Ball. Anfangs versuchte ich, sanft dagegen zu halten, indem ich unablässig von meiner Leidenschaft, dem Radsport, schwärmte. Was seine Begeisterung für den Fussball nur noch zu verstärken schien.
Heute stehe ich regelmässig im Tor und versuche, die immer präziseren Schüsse unseres Juniors abzuwehren. Es ist deshalb wenig verwunderlich, dass unser kleiner Ronaldo Fussballbücher mag. Die 10-teilige Serie «Fussball-Haie» hat es ihm besonders angetan. Es erzählt die Geschichte von Pedro, der nie eingewechselt wird und sich deshalb selber eine Mannschaft sucht. Das Buch richtet sich an alle Fussballfans ab 8 Jahren und wurde 2014 mit dem Titel «Bestes deutschsprachiges Fussball-Kinderbuch» ausgezeichnet.

Orell Füssli, Fr. 14.90
Margrit Auer: Die Schule der magischen Tiere. Endlich Ferien. Helene und Karajan.
Orell Füssli, Fr. 19.90
Unsere Tochter ist genau so eine Leseratte wie ich damals in ihrem Alter. Mit dem feinen Unterschied, dass ich abends mit der Taschenlampe unter der Bettdecke las, während unsere Tochter sich eine Leselampe an den Buchdeckel klemmt. Aktuell verschlingt sie das Buch «Die Schule der magischen Tiere – Endlich Ferien». Ein spannender Ferienkrimi in kurzen Kapiteln – mit einem magischen Kater und vielen anderen magischen Tieren.
Evelin Hartmann, stellvertretende Chefredaktorin (zwei Töchter, 7 und 4 Jahre alt)
Lotta wäre in den Osterferien gerne nach Mallorca geflogen – und muss stattdessen nach Bayern auf einen Biobauernhof. Mit ihrer Familie versteht sich. Und da erlebt sie so einiges, was unseren Töchtern ganz schön bekannt vorkommt. Denn die beiden, 7 und 4, werden auch jedes Jahr mindestens einmal mit einer Ferienreise in die Heimat ihres Vaters beglückt. Deshalb bestehen sie darauf, dass der gebürtige Bayer «Mein Lotta-Leben. Hier steckt der Wurm drin!» vorliest. «Bitte, bitte, Papa, noch einmal die Stelle, du weisst schon!» Begleitet von verzücktem Gegickel und Gekicher setzt der ein zweites, dritte, viertes Mal an: «Ge schleich di mit deina Fletn. De härt si jo schlimma o, wira Schof, des wos vonam Autdo übafahn wird.»

Orell Füssli, Fr. 19.90.
Alexander Steffensmeier: Ein Geburtstagsfest für Lieselotte. FISCHER Sauerländer 2016, 32 Seiten,
Orell Füssli, Fr. 24.90.
Die Kleine ist absoluter Liselotte-Fan, einer Kuh, die mit ziemlich vielen menschlichen Zügen daherkommt. Meine Tochter liebt es, in die toll gezeichneten Bilder einzutauschen und den witzigen Geschichten zu lauschen. Lieselotte ist auch mir an Herz gewachsen und so freue ich mich über jeden Band, den ich in der Stadtbibliothek entdecke und nach Hause tragen kann.
Benjamin Muschg, Leiter Produktion (Tochter 4 Jahre alt)
Es gibt einen erheblichen Warenaustausch zwischen uns und der benachbarten Pestalozzi-Bibliothek. Denn unsere vierjährige Tochter greift bei jedem Besuch allein ihrer spontanen Intuition folgend einen kleinen Berg von Büchern und Hör-CDs aus deren Regalen.
Wir Eltern mogeln hie und da ein Werk mit dazu, das uns selbst in der Kindheit etwas bedeutet hat, das uns besonders interessant, schön gestaltet oder pädagogisch wertvoll erscheint. Sie alle werden anschliessend zu Hause konsequent ignoriert. Aus den selbst ausgesuchten anderen würde sich unsere Tochter am liebsten rund um die Uhr vorlesen lassen. Und manchmal passiert es, dass ein Buch zum Dauerbrenner wird. So geschehen mit «Mucker & Rosine» von Kristina Andres. Wir sind mittlerweile im dritten Durchgang des immerhin 165 Seiten starken Kinderromans.

Orell Füssli, Fr. 16.90.
Auch ich bin inzwischen dem Charme der Geschichte dieser Amour fou zwischen einem Stadthasen und einer Feldmaus, die im Wald zusammenkommen, erlegen. Deren Sprache sprüht vor surrealem Witz, die Bebilderung von Barbara Scholz ist allerliebst, und die Charaktere sind fantastisch originell – vom unwahrscheinlichen Nagerpaar über den Fallen stellenden ollen Fuchs bis zur Eule, die ganz in ihrer Pflegemutterrolle eines Feuer speienden Drachenbabys aufgeht. Der Plot scheint mir allerdings so wunderbar wirr, dass ich mich schon gefragt habe, wofür wohl der Waldmeisterrausch stehen mag, dem im Buch die Tiere im Wald verfallen. Vielleicht liegt diese Wahrnehmung aber auch daran, dass sich der Roman für uns Eltern aufgrund des alternierenden Gutenacht-Vorlesedienstes aus einer zufälligen Aneinanderreihung von Bruchstücken der Handlung zusammensetzt. Die ganze Geschichte kennt allein unsere Tochter.
Patrik Luther, Stv. Verlagsleiter (zwei Töchter, 8 und 3 Jahre alt)
Antolin, der Lesevogel mit dem orangen Schnabel, ist mit seiner Plattform aktuell bei unserer Zweitklässlerin der klare Lesetreiber. Sie ist ganz wild darauf, Lesestoff auszusuchen, bei dem im Nachgang ein Quiz auf dem Portal des Vogels gemacht werden kann. Seit einigen Monaten stehen die Detektivinnen «Die drei !!!», Kim, Franziska und Marie, und die Detektive «Die drei ???», Justus, Peter und Bob hoch im Kurs. Die Freunde und Freundinnen lösen immer neue und spannende Fälle, wobei jede Spürnase mit den eigenen Fertigkeiten im Team unentbehrlich ist, damit die rätselhaften Vorfälle entschlüsselt werden können.
Im magischen Wald der Freundschaft entdecken die Freundinnen Lili und Jessi, dass hier die Tiere sprechen können, und erleben viele bunte Abenteuer. Magische Geschichten mit zauberhaften Illustrationen, besonders geeignet für tierliebende Leseanfänger.
Die 10-jährige Lotta erzählt aus ihrem ganz besonderen Tagebuch: «Mein Lotta-Leben». Sie wünscht sich unbedingt ein Haustier und hat schon einen guten Plan, wie dies klappen könnte. Eine indische Blockflöte, welche sie von Mama Lotta bekommen hat, macht ihr aber einen Strich durch die Rechnung, denn diese bringt ihr Leben gerade ziemlich durcheinander. Lotta erlebt viele «ziemlich normale» Sachen, aber was ist schon «normal»?

Orell Füssli, Fr. 17.90.
Die drei ???: In der Schatzhöhle. Kosmos Verlag. 143 S.
Orell Füssli, Fr. 13.90.
Die magischen Tierfreunde: Fibi Federchen ganz allein. Loewe Verlag. 122 S.
Orell Füssli, Fr. 12.90.
Mein Lotta-Leben: Alles voller Kaninchen. Arena Verlag. 184 S.
Orell Füssli, Fr. 19.90.
Elin, das Baumzwergenmädchen. Band 1 + 2. Weberverlag. 59 S.
Orell Füssli, Fr. 29.90 (Inkl. CD mit Musik und Hörbuch).
Na meh Guet Nacht-Gschichtli: Band 3. Tudor Verlag. 159 S.
ca. 18 Fr.
Natürlich lieben es beide Girls, wenn Mami nach der ordentlichen Zahnreinigung noch ein Guetnachtgschichtli vorliest. Hier besuchen wir aktuell die «Elin», das Baumzwergenmädchen im Eriztal. Das quirlige und fantasievolle Zwergenmädchen hat in Band 1 ein ganz kniffliges Problem zu lösen: Die Menschenwanderer, welche normalerweise durchs Eritztal ziehen, spielen aus irgendeinem Grund nicht mehr mit den Baumzwergen, nein noch schlimmer, sie scheinen sie gar nicht mehr wahrzunehmen. Glücklicherweise hat Elin mit der Waldohreule «Berta» eine weise und hilfsbereite Freundin an der Seite, welche hilft, die Menschen wieder auf den richtigen Weg zu leiten. Eine wunderbare Geschichte, geschrieben von Melanie Oesch und Illustrationen von Christina Wald.
Silvia Sempert ist die Autorin von Guet-Nacht-Gschichtli, Band 1-3. Die kurzen, lustigen, abenteuerlichen und kindergerechten Geschichten sind auf Schwiizerdütsch geschrieben, was Paps beim Vorlesen enorm unterstützt. Da (unsere) Kinder Geschichten immer und immer wieder hören möchten, sind diese Bücher standardmässig in der Vorleseecke gestapelt und werden von unseren Geschichtenhörerinnen gerne gezückt.
Florina Schwander, Redaktionsleiterin Online (Tochter 6, Zwillingsjungs 4 Jahre alt)
Manchmal habe ich das Gefühl, wir haben ein viertes Kind zuhause namens Globi. Er begleitet uns überall hin: Auf langen Autofahrten als Hörspiel und zuhause als Bettlektüre. Der Vorteil: Die Kinder schauen sich die Bücher schon recht früh gerne auch alleine an. Aktueller Lieblingsband der Tochter: «Globi im Spital».

Orell Füssli, Fr. 26.90.
Heike Faller und Valerio Vidali: Hundert. Kein & Aber 2019, 208 S.
Orell Füssli, Fr. 22.90.
Peggy Rathman: Gute Nacht, Gorilla. Moritz 2006, 32 S.
Orell Füssli, Fr. 23.90.
«Hundert» ist kein klassisches Kinderbuch und trotzdem wünschen alle drei es sich regelmässig als Gutenachtgeschichte. Das Buch erzählt mit schlichten Illustrationen, was man alles im Leben lernt. Dass man nicht alleine ist auf der Erde, dass man lieben und sterben wird, zum Beispiel. Wir schauen jeweils nur ein paar Seiten an und sind nachher alle irgendwie berührt.
«Gute Nacht, Gorilla» hingegen ist ein Klassiker aus der kindlichen Bettlektüre. Meine Kinder interessiert allerdings nur die eine Doppelseite nach dem Lichterlöschen. Und wehe, ich vergesse auch nur ein Geräusch …