Ich erzähle: «Ein Kind muss den Weg freiwillig gehen»

Peter Haussmann hat derzeit zehn Gymi-Anwärter im Kurs, den öffentliche Schulen im Hinblick auf die ­Gymi-­Prüfung als kostenlose Vorbereitung anbieten müssen. Der Primarlehrer aus Zürich Altstetten setzt sich ­dafür ein, dass nicht die Herkunft, sondern das Potenzial über den Prüfungserfolg entscheidet.
«Früher schafften an der Primarschule Kappeli ein bis zwei Kinder pro Jahrgang den Übertritt ans Gymnasium. Die Frage, wie man die Vorbereitung auf die Prüfung gestaltet, hatte auf der Traktandenliste unserer Schule nicht oberste Priorität. Das ist nachvollziehbar, denn Integrationsthemen waren dringlicher.

Mittlerweile hat sich im Quartier vieles getan: Neuer Wohnraum hat die Bevölkerungsstruktur verändert, die soziale Durchmischung gefördert. Der Schule hat das gutgetan, man hat Luft, sich auch Themen abseits der integrativen Förderung zu widmen. Ich stiess vor sieben Jahren als Quereinsteiger zum Team, vorher arbeitete ich als Jurist.

Unsere Gymi-Vorbereitung hat den Anspruch, Kindern auf dem Weg zur Aufnahmeprüfung das bestmögliche Rüstzeug mitzugeben, unabhängig davon, aus welchem Elternhaus sie kommen. In meiner Klasse sprechen neun von zehn Kindern zu Hause kein Deutsch. Daher haben Leseübungen bei mir oberste Priorität – für alle Kinder, und nicht nur im Fach Deutsch. Ich besuche mit der Klasse regelmässig ein Brockenhaus, wo die Kinder Bücher mitnehmen dürfen, wir führen auch eine Klassenbibliothek.

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