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Medienerziehung
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Wie versehentlich Abos abgeschlossen werden

Die Game-Hersteller haben sich einen weiteren Trick einfallen lassen, damit die Spieler zum jeweiligen Game zurückkehren: Sie verschicken Nachrichten wie «Dein Dorf wurde angegriffen» und setzen so vor allem junge Spieler unter Druck.

In der App-Welt gibt es weitere Fallstricke. So geraten Kinder oft an Gratis-Games mit Werbeunterbrechungen. Dabei stossen sie nicht nur auf ungeeignete Inhalte, sondern können durch versehentliches Drauftippen Abos abschliessen. Die Hersteller setzen darauf, dass Eltern klein beigeben und bezahlen. Eltern, welche diese Abzocke nicht hinnehmen wollen, können sich an die Stiftung für Konsumentenschutz wenden. Eine sogenannte «Drittanbietersperre» verhindert, dass Geld vom Handyguthaben abgezogen wird. Die Sperre kann beim jeweiligen Mobilfunkanbieter aktiviert werden und ist kostenlos.
Allein in den USA übertragen mehr als 70 Prozent von rund 6000 überprüften Kinder-Apps sensible Daten.
Viele Spiele-Apps nehmen es mit dem Datenschutz nicht so genau. Allein in den USA übertragen mehr als 70 Prozent von rund 6000 überprüften Kinder-Apps sensible Daten. Wer in Europa die Apps seiner Kinder auf datenschutzrechtliche Aspekte untersuchen möchte, kann dies auf www.app-geprüft.net tun.

Auch wenn Eltern durch neue Spielangebote und unlautere Methoden mancher Hersteller vor Herausforderungen stehen: Spielen ist etwas Wunderbares. Und die Freude daran so alt wie die Menschheit.

Sie wollen die Faszination von Gewinnen und Verlieren wieder einmal selbst erleben? Dann holen Sie ein Brett- oder Kartenspiel hervor und zocken Sie mit Ihren Kindern um die Wette.

Acht Facts über Games

  1. Kinder unter drei Jahren sollten keine Apps spielen, Kinder unter sechs Jahren nur gelegentlich.
  2. Zwischen sechs und zehn Jahren müssen eigene Geräte nicht sein. Ein normales Tastenhandy oder das Tablet der Eltern reicht.
  3. Zeitliche Regulierungen sind schwierig, aber notwendig. Kinder finden von selbst oft kein Ende. Da helfen nur klare Ansagen mit klaren Folgen.
  4. Eltern sollten mit ihren Kindern regelmässig über die unlauteren Methoden mancher Spiele­hersteller sprechen.
  5. Sogenanne In-App-Käufe – Apps, die man kos­tenlos herunterladen kann und erst im weiteren Spielverlauf kostenpflichtig werden – lassen sich deaktivieren.
  6. In Spielen können Fremde Kinder kontaktieren. Diese müssen wissen, dass es im Internet Erwachsene gibt, die mit Kindern über Sex reden oder sich zum Sex verabreden wollen.
  7. Mobile Geräte sollten nach der vereinbarten Spielzeit bei den Eltern hinterlegt werden.
  8. Die Benachrichtigungen der Spielehersteller lassen sich abstellen.

Zum Autor:

Thomas Feibel, 56, ist der führende Journalist zum Thema «Kinder und neue Medien» in Deutschland. Der Medienexperte leitet das Büro für Kindermedien in Berlin, hält Lesungen und Vorträge, veranstaltet Workshops und Seminare. Zuletzt erschien sein Elternratgeber «Jetzt pack doch mal das Handy weg» im Ullstein-Verlag. Feibel ist verheiratet und Vater von vier Kindern.
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