Psychologie

Sich selbst etwas Gutes tun

8 Übungen in Selbstliebe für Eltern und Kinder.
Text: Claudia Landolt
Bild: Salvatore Vinci / 13 Photo

1. Sage dir «Ich mag mich»

Das hört sich vielleicht etwas seltsam oder eingebildet an, aber es nützt. Versuche, dir selber jeden Tag einige Male ausdrücklich zu verstehen zu geben, dass du dich selber magst. 

Dazu kannst du dir Sätze sagen wie:

 • «Eigentlich bin ich ziemlich cool.» 
• «Ich bin ein wertvoller Mensch, ich mag mich.» 
• «Ich bin eine liebenswerte Person.» 

Am besten sagst du diese Sätze gleich nach dem Aufstehen oder vor dem Zubettgehen zu dir. Einen Versuch ist es allemal wert. Sage dir einfach: «Nützt es nichts, so schadet es auch nicht.»

2. Schliesse Frieden mit den weniger guten Seiten an dir

Klar, du bist nicht perfekt. Niemand ist das. Es gibt sicher Dinge an dir, die du nicht so toll findest. Versuche, die Eigenschaften, die du ändern kannst / willst, zu verändern, und jene, die du nicht ändern kannst / willst, zu akzeptieren. Konzentriere dich dabei auf das Wichtigste. Um mit den weniger guten Seiten an dir Frieden zu schliessen, kannst du z. B. Folgendes tun: Nimm ein Blatt Papier und schreibe auf, welche deiner Eigenschaften dich am meisten stören. Nun hast du etwas Handfestes, schwarz auf weiss. Nimm die Liste täglich zur Hand und lies Zeile für Zeile laut: «Ich verzeihe mir, dass …» Nach einer Weile kannst du mit dem zweiten Punkt fortfahren: «Ich verzeihe mir, dass …» Und so weiter.
«Ich bin ein wertvoller Mensch, ich mag mich.» 

3. Einen Liebesbrief schreiben

Überlege dir, was an dir liebenswert ist. Stell dir vor, jemand, der dich mag, würde dir einen Liebesbrief schreiben. Was würde darin stehen? Welche deiner Eigenschaften würden dieser Person besonders gefallen? Nun versuche, dir selber so einen Brief zu schreiben. Hast du das geschafft, dann lies ihn von Zeit zu Zeit durch. Du kannst ihn auch mit der Zeit wieder verändern oder etwas hinzufügen.

4. Finde in jedem Menschen etwas Positives

Wichtig ist auch, dass du die positiven Seiten der anderen Menschen akzeptieren und schätzen kannst. Schau dir die Menschen um dich herum an und finde heraus, was dir an ihnen gefällt. Wenn du an anderen positive Seiten schätzen kannst, fällt es dir auch leichter, deine eigenen positiven Seiten zu erkennen und zu schätzen.
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5. Lobe dich für kleine Fortschritte

Wenn du etwas verändern willst, nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Setze dir lieber kleine (Zwischen-)Ziele. Ein solches Ziel könnte sein, dass du lernst, Komplimente anzunehmen. Wenn also jemand z. B. zu dir sagt, dass du einen guten Kleidergeschmack hast, hinterfrage die Aussage nicht. Bedanke dich und freue dich darüber. Wenn du merkst, dass du ein Ziel erreicht hast, kannst du dich dafür beglückwünschen. Denn Ziele zu haben und sie auch noch zu erreichen, ist nicht immer einfach.

6. Führe ein Pluspunkte-Büchlein

In dieses Büchlein kannst du täglich schreiben, welche positiven Dinge dir von anderen gesagt wurden, z. B. Komplimente, Lob, Aufmunterungen, welche Erfolge du in letzter Zeit erreicht hast und worin du gut bist. Danach kannst du von Zeit zu Zeit deine Pluspunkte nachlesen. So wirst du sie nicht wieder vergessen.
«Ich verdiene es, dass es 
mir gut geht.»

7. Dein Recht, dich gut zu fühlen

Menschen mit einem gesunden Selbstbewusstsein sind davon überzeugt, dass sie die positiven Dinge, die sie erleben, verdient haben. Auch haben sie nicht das Gefühl, perfekt sein zu müssen, um Gutes und Schönes zu verdienen. Auch du kannst lernen, so zu denken. Stelle dich vor einen Spiegel und sage dir selber: «Ich verdiene es, dass es mir gut geht.»

8. Mache aus dir einen «Ich kann»-Denker

Hast du dich gefürchtet und Dinge nicht getan, weil du dachtest, du bist nicht fähig dazu? Woher nimmst du die Gewissheit, etwas nicht zu können, wenn du es gar nicht versucht hast? Nicht umsonst heisst es «Probieren geht über Studieren». Also: Sobald dein kleiner Gast dir ins Ohr flüstert, dass du etwas nicht kannst, widersprich ihm und sage: «Ich probiere es. Ich kann das!» Wenn etwas nach dem dritten Versuch nicht geklappt hat, kannst du immer noch ans Aufhören denken. Dann hast du es immerhin versucht. Die eine oder andere Sache wird dir bestimmt gelingen und Erfolgserlebnisse bringen.
 
(Quelle: Rolf Merkle: So gewinnen Sie mehr Selbstvertrauen. Verlag Pal, 2003, Seite 192.)

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