Frau Gampe, haben es zweisprachige Kinder schwerer?

Zu Hause zwei Sprachen sprechen: Ist das für Kinder eher Vorteil oder Nachteil? Und was, wenn man selber nur eine Sprache spricht und sich für sein Kind eine Zweitsprache wünscht? Entwicklungspsychologin Anja Gampe erklärt, wie Zweisprachigkeit klappt – und räumt mit Vorurteilen auf. 
«Kann ich das Eau haben, bittöplä?» Die fünfjährige Leonie wächst mit zwei Muttersprachen auf. Ihre Mutter spricht Schweizerdeutsch, ihr Vater Französisch. Früher hat Leonie die 
beiden Sprachen noch oft vermischt und ihre Eltern mit charmanten 
Eigenkreationen unterhalten wie «bittöplä» – einer Mischung aus «bitte» und «s’il te plaît». 

Heute, im Kinder­garten, kann das Kind die beiden Sprachen problemlos trennen und spricht im Alltag auch ihre schwächere Sprache Französisch fliessend und gut.

In vielen Familien werden mehrere Sprachen gesprochen. Im Kanton Zürich spricht rund die Hälfte aller Kindergartenkinder eine andere Erstsprache als Deutsch. Laut 
Bundesamt für Statistik ist die Tendenz zu Mehrsprachigkeit bei Kindern in der gesamten Schweiz steigend. 

Früher hatten zweisprachige Kinder vor allem in der Schule mit vielen Vorurteilen zu kämpfen: Keine Sprache beherrschten sie richtig, schon gar nicht schriftlich, hiess es. Wir haben bei der Entwicklungspsychologin Anja Gampe von der Universität Zürich nachgefragt. 

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