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Kindergarten

Wie Kinder soziale Kompetenzen erwerben

Der Kindergarten ist ein Übungsfeld für soziale Beziehungen. Hier lernen Kinder Gleichheit und Gerechtigkeit kennen, ihre Bedürfnisse zu äussern und knüpfen erste Freundschaften. Wie funktioniert das und wie können Eltern ihnen dabei helfen?
Text: Nadine Messerli-Bürgy
Bilder: Frisch-Fotografie
Die Kindergartenzeit ist eine wichtige Entwicklungsphase. Sie ermöglicht dem Kind, eigenes Verhalten in sozialen Beziehungen in einem geschützten Rahmen zu üben und demjenigen von Gleichaltrigen in kleinen und grossen Gruppen anzupassen. Die Kindergartenzeit ist daher eine Zeit, in der wichtige Erfahrungen gesammelt werden können, die eine Basis schaffen, um zukünftige stabile soziale Beziehungen aufzubauen und zu erhalten. Dazu gehört zu lernen, sich in einer Gruppe einzuordnen, eigene Ideen und Bedürfnisse anzumelden und in dieser Gruppe die Zusammengehörigkeit zu erleben, aber auch, sich an bestimmte Regeln des Zusammenseins zu halten.

Interaktionen mit Gleichaltrigen sind in diesem Alter zentral. Die Begegnungen auf einer Ebene erlauben es dem Kind,  ein Verständnis für Gleichheit und Gerechtigkeit zu entwickeln und sich darin zu üben. Dies trägt zum Selbstverständnis und damit zum Selbstkonzept des Kindes bei. Das Selbstkonzept beschreibt das Wissen über sich selbst, über die eigenen Gefühle und die Überzeugung, etwas selber bewirken zu können. Damit beeinflussen diese Erfahrungen mit Gleichaltrigen auch das Selbstvertrauen eines Kindes und eröffnen ihm Möglichkeiten, sich gegenüber anderen Kindern abzugrenzen, aber auch sich zu behaupten und sich für sich selbst einzusetzen. 
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Kindergartenkinder haben die Tendenz zur Selbstüberschätzung

Zu Beginn des Kindergartenalters basiert das Selbstkonzept bei Kindern auf Beobachtungen, die noch stark an ein Wunschbild von sich selbst gekoppelt sind. Kinder bauen sich in dieser Phase vor allem auf  Stärke und körperlichen Fähigkeiten auf und tendieren teils zur Selbstüberschätzung. Erst während der zweiten Hälfte des Kindergartens und im Schulalter verändert sich dies. Die Einschätzung des eigenen Könnens wird realistischer, und die Kinder definieren sich mehr und mehr auf der Grundlage ihrer sozialen Beziehungen und können damit den eigenen Selbstwert aufbauen.

Im Zusammenspiel mit Gleichaltrigen erlernen Kinder in der Kindergartenzeit eigene Gefühle und die der anderen wahrzunehmen. Sie erfahren in sozialen Interaktionen, dass andere es bevorzugen, wenn sie ihre eigenen Gefühle unter Kontrolle haben, Aggressionen und Feindseligkeiten vermeiden und die Grenzen des anderen Kindes respektieren.

Es ist daher die ideale Zeit, um zu üben, wie Konflikte mit anderen angemessen gelöst und erfolgreich bewältigt werden können. Sich selbst akzeptiert zu fühlen und auf andere Rücksicht zu nehmen, sich für andere zu interessieren und sich in sie hineinzufühlen und dementsprechend zu handeln, sind Facetten der sozialen Beziehung, die im Kindergartenalter angeeignet und geübt werden müssen.

Sie sind nicht nur die Grund­lage späterer Beziehungen, sondern auch eine Voraussetzung, theoretische Inhalte aufnehmen zu können, diese zu verarbeiten und Kompetenzen wie die Grundkenntnisse des Lesens, Schreibens und Rechnens zu erwerben.
Erst durch die Begegnung mit Gleichaltrigen lernt das Kind, eigene Gefühle und die der anderen wahrzunehmen.
Im Rahmen der Kindergartenzeit kann das Verständnis für Freundschaften und damit für Freundlichkeit und Unfreundlichkeit, für Fürsorge und Hilfsbereitschaft, aber auch der Umgang mit Feindseligkeit erprobt und erlernt werden. Dazu gehören Erfahrungen mit Ablehnung und Begehrtwerden und das Kennenlernen der sozialen und emotionalen Konsequenzen eigener Verhaltensweisen in sozialen Beziehungen.

Diese facettenreichen Erfahrungen erlauben dem Kind, sich ein Repertoire an sozialen Verhaltensweisen anzueignen, die langfristige tragfähige Beziehungen mit Gleichaltrigen, aber auch mit anderen Kindern und Erwachsenen überhaupt erst ermöglichen. Nicht zuletzt können sich Kinder während der Kindergartenzeit in Zusammen­arbeit und in der Übernahme von Verantwortung üben. 

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