Keine Angst vor der Oberstufe

8 Jugendliche, drei Leistungsniveaus, ein Ziel: gemeinsam durch die Oberstufe. Für die Lehrperson ist das eine Herkulesaufgabe, für die Schülerinnen und Schüler eine ­Geduldsprobe. Wie eine Oberstufe im Kinderdorf Pestalozzi das Thema Ausgrenzung angeht.
Zeig mir deine Noten und ich sag dir, in welcher Klasse du bist. Der ­Leistungsdruck in der Sekundarschule belastet viele Jugendliche. Auch für Eltern ist der Übertritt in die Oberstufe mit vielen Unsicherheiten verbunden. Wird mein Kind es schaffen? Wird es Anschluss finden?

Die Lehrpersonen andererseits stehen vor der schwierigen Aufgabe, das Bündel an unterschiedlichen Bedürfnissen zusammenzuhalten und möglichst allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden. Dies ist besonders herausfordernd, wenn sich eine Klasse aus unterschiedlichen Leistungsniveaus zusammensetzt, was die soziale Dynamik innerhalb des Klassenverbundes stark beeinflussen kann.

Ein Oberstufenschulhaus aus dem Zürcher Oberland wollte diese Herausforderung zum ersten Mal proaktiv angehen. Mit allen sechs ersten Oberstufenklassen reiste sie für eine Projektwoche nach Trogen ins Kinderdorf Pestalozzi, um die verschiedenen Aspekte des fried­lichen Zusammenlebens zu thematisieren und ein Zeichen gegen Ausgrenzung im Schulalltag zu setzen. Unter den sechs Klassen polarisierte die heterogene ABC-Klasse aufgrund ihrer Struktur am stärksten. Die Klasse vereint als einzige drei unterschiedliche Anforderungs­stufen: A, B und C, wobei A die anspruchsvollste ist.
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