Peng, du bist jetzt tot!

Fast alle Buben bewaffnen sich irgendwann. Warum Eltern damit gelassen umgehen sollten und wieso die meisten Mädchen kein Interesse an Waffen zeigen. 
Verena Frei hat den Hausflur noch nicht betreten, da fliegt ihr schon die Schaumstoffmunition um die Ohren. Sohn Luca, 9 Jahre alt, ist in seinem Element. Mit seiner Nerf, einer Spielzeugpistole, die mittels Luftdruck Geschosse abfeuert, verteidigt er sein Zuhause gegen Verbrecher. Dass seine Mutter sich in dieser Rolle nicht besonders wohlfühlt, ist ihm egal. Zumindest so lange, bis sie sein Lieblingsspielzeug für den Rest des Tages wegschliesst.

«Lucas Faszination für Waffen ist bei uns in der Familie derzeit ein grosses Streitthema», erzählt Verena Frei, 39, aus Winterthur. Auch wenn sie sich und ihren Mann als Pazifisten bezeichnet, möchten die Eltern das grundsätzliche Interesse des Sohnes für Waffen, Krieg und Machtspiele ernst nehmen. «Deshalb hat er eine Nerf bekommen und deshalb darf er auch dem Opa fasziniert an den Lippen hängen, wenn dieser von der Armee erzählt», sagt Verena Frei.

Ganz geheuer ist den Eltern die Waffen­begeisterung des Sohnes aber trotzdem nicht. Denn Luca würde auch gern Kriegsfilme anschauen und wünscht sich Ballerspiele für den Computer. «Dafür finden wir ihn aber noch zu jung. Und wir wollen seine Faszination für Waffen auch nicht extra fördern», sagt Verena Frei. Denn wenn sie ihren Sohn mit seiner Spielzeugpistole durchs Haus rennen sieht, blitzen vor ihrem inneren Auge immer wieder schreckliche Bilder von Amokläufen auf. In der Hauptrolle: Luca.

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