Schulunterricht auf dem Acker
Schule

Schulunterricht auf dem Acker

Wussten Sie, dass man mit Parfüm Schädlinge vom Gemüse fern halten kann? Die GemüseAckerdemie fördert Nachhaltigkeit und Wertschätzung für Lebensmittel an Schulen und das Wiederbeleben von alten Schulgärten. Wir haben eine 3. Primarklasse bei ihrer Arbeit auf dem Acker begleitet.
Text und Bilder: Hanna Lauer
Es ist der erste Donnerstagmorgen nach den Sommerferien, als sich die frisch gebackenen 3. Klässlerinnen und 3. Klässler des Zürcher Schulhauses Im Gut in Reih und Glied vor dem Schulgarten versammeln. Die Sonne strahlt, es ist bereits um acht Uhr morgens heiss. Bewaffnet mit Znüni, gekleidet in Gummistiefel und Latzhose warten die Kinder gespannt bis sich die Türe zu ihrem «Traumgarten» öffnet. 
 
Was ist in den Sommerferien passiert? Welches Gemüse ist gewachsen?
Kaum hat die Klassenlehrerin Harriet Jenkins die Türe aufgeschlossen, stürmen die Schülerinnen und Schüler los. Staunend beobachten sie die wuchernden Pflanzen auf den vier Beeten. «Wow, sind die Kürbisse gross geworden!» ruft ein Schüler. Im «Garten Eden» hat sich über die Sommerferien viel getan: die verschiedenen farbigen Tomaten hängen schwer an ihren Sträuchern, der Mangold präsentiert sich wie ein üppiger Blumenstrauss und die riesigen Kürbisse liegen von der Sonne geküsst légère unter ihren Blättern auf dem Boden.
«Wir versammeln uns nun alle vor Beet eins!» ruft die Klassenlehrerin. Die Kleinen brauchen einen Moment bis sie sich vor Beet eins einfinden. «Darf ich die Spinne auch mal halten?», raunt es aus der Menge. «Du hast sie schon gehalten, jetzt will ich!» Beim zweiten Zurufen der Lehrerin klappt es. Alle stehen vor Beet eins und beantworten Fragen, wie «Welches Gemüse wächst hier?», «Hat es genug Wasser?», «Was müssen wir hier machen?», «Wie hat sich der Boden und die Ernte verändert in den vergangenen Wochen und Monaten?»

Mit Freude ackern und Lebensmittel kennenlernen

Immer weniger Kinder und Jugendliche wissen, wo Lebensmittel herkommen oder haben schon einmal selber Gemüse angebaut. Dem möchte die 2013 ursprünglich in Deutschland ins Leben gerufene Bildungsinitiative entgegenwirken. «Wir wollen den Kindern Nachhaltigkeit und die Lebensmittelproduktion näherbringen», sagt Xenia Meier von der GemüseAckerdemie Schweiz. Ziel sei es einerseits, die vorhandenen Schulgärten wiederzubeleben und andererseits will man, dass sich die Kinder mit Freude und Begeisterung dem Themengebiet Lebensmittel nähern.

Sie lernen, woher Lebensmittel kommen und darüber hinaus, nachhaltig mit ihnen umzugehen. Bis zu 25 Gemüsearten lassen sich innerhalb des Projekts anbauen und pflegen. Durch das Bildungsprogramm lernen die Schülerinnen und Schüler die vollständige Produktionskette des Gemüseanbaus kennen und entwickeln so mehr Wertschätzung für Lebensmittel.
«Was haben wir hier im Glas?»
«Was haben wir hier im Glas?»

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