Erziehungsmythen: Einzelkinder sind verwöhnt und können nicht teilen. Stimmt's?
Entwicklung

Einzelkinder sind verwöhnt und können nicht teilen. Stimmt's?

Erziehungsmythos 4:

Einzelkinder sind verwöhnt und können nicht teilen. Stimmt's?
Einzelkinder sind verwöhnt und können nicht teilen. Stimmt's?

Das sagt der Experte:

«Einzelkinder sind besser als ihr Ruf. Zwar neigen die Eltern dazu, es materiell zu verwöhnen, doch ohne Geschwister lernen sie viel schneller, auf andere Kinder zuzugehen, um nicht alleine spielen zu müssen. Auch ohne Geschwisterrivalen entwickeln die Kinder eine innige Beziehung zu ihren Eltern. Darüber hinaus braucht ein Kind keine Geschwister zum Gedeihen. Einen Bruder oder eine Schwester zu haben, hat natürlich Vorteile, aber auch Nachteile. Ein Einzelkind ist einfach eine Variante. Viele Eltern haben aber ein schlechtes Gewissen, wenn ihr Kind aus irgendwelchen Gründen ein Einzelkind bleibt. Dieses Schuldgefühl speist sich wohl eher aus den Wunschvorstellungen, die Eltern von einer Familie haben. Das kann man getrost vergessen. Einzelkinder haben weder mehr Vor- noch mehr Nachteile als Geschwisterkinder. Viel wichtiger als Geschwister ist für ein Kind, über die Bedingungen zu verfügen, die ein gutes Gedeihen möglich machen.»
<div><strong>Jürg Frick </strong>Prof. Dr., ist Psychologe FSP, Dozent und Berater an der Pädagogischen Hochschule in Zürich und Autor diverser Publikationen, unter anderem des Geschwisterbuches «Ich mag dich, du nervst mich! Geschwister und ihre Bedeutung fürs Leben», Verlag Huber, 3. Aufl. 2009.</div>
Jürg Frick Prof. Dr., ist Psychologe FSP, Dozent und Berater an der Pädagogischen Hochschule in Zürich und Autor diverser Publikationen, unter anderem des Geschwisterbuches «Ich mag dich, du nervst mich! Geschwister und ihre Bedeutung fürs Leben», Verlag Huber, 3. Aufl. 2009.

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