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Grenzen setzen: Unser Thema im November

Lesedauer: 2 Minuten

Kinder sollen selbstbestimmt aufwachsen, dazu braucht es Regeln. Wie können wir dem Balanceakt zwischen elterlichen Ansprüchen und kindlichen Bedürfnissen gerecht werden? Chefredaktor Nik Niethammer stellt Ihnen das Dossier Grenzen setzen und weitere Themen der Novemberausgabe vor. Das neue Magazin erscheint am Mittwoch, 2. November 2022. Sie können das Heft auch online bestellen.

Text: Nik Niethammer
Bild: Vera Hartmann / 13 Photo

Aus dem Kinderzimmer dringt ein genervtes «Noch fünf Minuten». Es ist die Antwort unseres Sohnes, 13, auf die wiederholte Bitte, endlich den Computer auszumachen. Was tun als Eltern? Entnervt «Nein, jetzt» zurückkeifen? Das Zimmer stürmen, den Stecker ziehen, das Gerät beschlagnahmen? Oder doch erst einmal tief durchatmen?

«Eltern sollten immer wieder überprüfen, ob Grenzen, die sie ihren Kindern setzen, ihnen noch dienen oder sie unnötig einengen», sagt Psychologe Fabian Grolimund im Dossier «Grenzen setzen». ­Meine Kollegin Birgit Weidt hat aufgeschrieben, wie Erziehung zwischen elterlichen Ansprüchen und kindlichen Bedürfnissen gelingen kann.

Kinder akzeptieren unsere ­Führung besser, wenn sie merken, dass hinter einem Nein unsere Liebe und Fürsorge steht.

Fabian Grolimund

Für Eltern, die wie ich immer wieder mit diesem Balanceakt hadern, hat Grolimund einen prima Tipp parat: «Kinder akzeptieren unsere ­Führung besser, wenn sie merken, dass hinter einem Nein unsere Liebe und Fürsorge steht und nicht einfach Willkür, Gewohnheit oder eine besondere Laune.»

Als Blattmacher ist man Kummer gewohnt. Seit vierzig Jahren im Geschäft hat sich schon so mancher an meiner Arbeit gerieben. Mal war es ein Kommentar, der für einen Blutstau ­sorgte, mal ein Bild, das jemanden auf die Palme trieb (von der er gar nicht mehr runter wollte). Seit 2014 ist damit Schluss. Der Grund sind Sie, liebe Leserin, lieber Leser.

Verstehen Sie mich richtig: Nicht, dass ich Kritik und Pöbeleien aus der Leserschaft vermissen würde, nein, es ist nur so, dass ich mir beim Studium der Zuschriften an die Redaktion immer wieder die Augen reibe. So viel Zuneigung, Wertschätzung, Respekt der eigenen Arbeit gegenüber ist man als Journalist nicht gewohnt.

«Ich fühle mich mit Ihrem Heft abgeholt in unserem manchmal sehr turbulenten Alltag», schreibt die zweifache Mutter Karin Herzer. «Manchmal ­finde ich in Ihren Berichten eine Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein, es gar nicht so falsch zu machen. Manchmal entdecke ich einen kleinen, entscheidenden Tipp, eine neue Idee, eine andere Herangehensweise, die uns weiterbringt.

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Arbeit.» Sie können sich gar nicht vorstellen, liebe Frau Herzer, wie gut es tut, das zu lesen. Fühlen Sie sich geherzt, Ihre Worte gehen runter wie Honig. Ihnen und allen, die uns schreiben, ein extragrosses Merci.

Loben zieht bekanntlich nach oben – jede Rückmeldung ist uns ­Freude und Motivation zugleich, es noch besser zu machen. Dass uns das mitunter gut gelingt, beweisen die jüngsten Zahlen der Lesermarktforschung (MACH Basic 2022_2). Mit einem satten Plus von 20 000 Leserinnen und Lesern innerhalb eines Jahres verzeichnet unser Magazin den grössten Zuwachs in seiner Geschichte.

Die Leserschaft von Fritz+Fränzi beträgt neu 233 000 Personen – so viele wie noch nie seit Gründung des Magazins vor 21 Jahren. Damit hat der führende Elternratgeber der Schweiz innerhalb von sechs Jahren 86 000 Leserinnen und Leser dazugewonnen.

Ich heisse sie alle herzlich willkommen auf unserer gemeinsamen Expedition und verspreche: Wir schürfen unablässig weiter nach Informationen, Meinungen und Analysen, um sie als Eltern sicher durch den Erziehungsalltag zu begleiten.

Genug «Wir über uns» an dieser Stelle. Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben eine spannende Lektüre und ein leichtes Herz. Kommen Sie gut durch den November.

Herzlichst,

Ihr Nik Niethammer

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Nik Niethammer
ist seit 2014 Chefredaktor von Fritz+Fränzi. Er ist Vater eines Sohnes und einer Tochter und lebt in Zürich und in Freiburg im Breisgau.

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