Warum macht meine Tochter dauernd Selfies?

Viele Eltern reagieren mit Unverständnis, wenn sich ihr Kind dauernd selbst fotografiert. Dabei wäre wichtig zu verstehen, warum es das tut – es geht nämlich um weit mehr als um reine Selbstinszenierung.
Viele Eltern verstehen nicht, warum sich ihre Kinder ständig selbst fotografieren. Sie halten die Lust am Selfie für einen Zwang, der ihnen eitel und überflüssig vorkommt. Dabei entwickeln Kinder schon sehr früh eine besondere Beziehung zu Kameras und Handyfotos, weil sie bereits kurz nach der Geburt mit dem Medium konfrontiert werden. Stolze Eltern machen ihre ersten Schnappschüsse vom Neugeborenen, dann geht diese Liaison in den ersten Kinderjahren munter weiter: Väter und Mütter lichten ihre lieben Kleinen in unzähligen Situationen ab.

Sobald Kindern bewusst wird, dass sie durch eine Aufnahme im Rampenlicht stehen, versuchen sie sich in unterschiedlichen Körperhaltungen und probieren verschiedene Gesichtszüge aus. Natürlich wollen sie die Ergebnisse sofort sehen. Dahinter steckt die Neugier: Wie sehe ich aus, was mache ich für ein Gesicht? Dahinter wiederum verbirgt sich die grundsätzliche Frage: Wer bin ich?


Auch später beim Selfie bleibt das die zentrale Frage.  Es gibt einen guten Grund, warum wir alle von Fotos und Selfies fasziniert sind. Es verhält sich ähnlich wie beim Blick in den Spiegel: Der Mensch kann sich nicht sehen, wie er wirklich ist, sondern nur in einem Moment oder Ausschnitt, dem jedoch jede Natürlichkeit fehlt. Und so leben wir vom Urlaubs- bis zum Passfoto mit dem Kompromiss der Inszenierung. 

Artikel kostenlos weiterlesen

Registrieren Sie sich gratis und profitieren Sie:

  • Begrüssungsgeschenk: Wahl aus 150 Angeboten
  • Unbegrenzter Zugriff auf über 2’000 Artikel
  • Artikel merken und Lesezeichen speichern
  • Elterntipps und wertvolle Unterstützung
  • 100% kostenlos für Sie
Jetzt Registrieren