Wie Kinder auf Schleichwegen manipuliert werden

Gezielte psychologische Beeinflussung gibt es im Netz wie in der Familie. Sie missachtet stets die Kinder und verhindert ihre freie Meinungsbildung.
Wie gross und weitreichend das Thema der Manipulation ist, wurde mir jüngst bei einem Workshop mit einer Schulklasse vor Augen geführt. Ich hatte die Jugendlichen dazu aufgefordert, offen über ihre Erfahrungen mit Manipulation zu sprechen. Als Medienexperte wollte ich auf die heimtückischen Tricks im Internet hinaus.

«Meine Mutter», meldete sich ein 17-Jähriger freimütig zu Wort, «sagt immer: Du kannst natürlich tun, was du willst, aber du weisst, wie ich darüber denke.» 
Das ist schon eine sehr bemerkenswerte Aussage. Auf den ersten Blick lässt ihm die Mutter die freie Entscheidung, um sie dann auf der emotionalen Ebene so aufzuladen, dass letztlich eine freie Entscheidung nicht mehr möglich ist. 
Ganz gleich, ob wir emotionalisieren oder übertrieben loben, Manipulation gehört in den meisten Familien zum Alltag und ist keine reine Netzproblematik. Manipula­tion macht viele Prozesse einfacher und bequemer, ist aber immer falsch. Wir hintergehen auf diese Weise das Kind, weil wir es auf Schleichwegen zu etwas bringen, das es eigentlich gar nicht will. 
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