Nur wer mitspielt, kann mitreden!

Der Fall des 12-jährigen Paul, der von einem Mann entführt wurde, den er in einem Onlinegam kennen gelernt hat, hat viele Eltern aufgeschreckt. Vielen von uns war vermutlich nicht einmal bewusst, dass Onlinegames oft eine Chatfunktion beinhalten. Aus aktuellem Anlass wiederholen wir einen Text vom Spieleexperten und Vater Marc Bodmer, der Eltern dazu auffordert, mitzuspielen. Und erzählt, wie das funktioniert, ohne sich anzubiedern.
Ich bin so frei und nehme an, dass Sie über eine E-Mail-Adresse verfügen, vielleicht  täglich durchs World Wide Web surfen und sogar hin und wieder Ihre Facebook-Seite mit Dingen füttern, die Sie beschäftigen. Tag für Tag kommunizieren wir online, suchen nach Informationen, eignen uns die dafür nötigen Fähigkeiten und Kompetenzen an. Die einen schneller, die anderen haben Schwierigkeiten und veröffentlichen zum Beispiel Nacktbilder, die sie ihren Job im Bundeshaus kosten. 
 
Doch mit einem, ausgerechnet dem ersten rein digitalen, Unterhaltungsmedium tun sich die Erwachsenen in der Regel schwer: den Videospielen. Ihre kommerziellen Anfänge gehen auf das Jahr 1972 zurück, als mit «Pong» von Atari eine äusserst simple Tischtennis-Simulation in die Spielsalons gestellt wurde. Wo einst zwei Striche und ein wandernder Punkt für Vergnügen sorgten, stehen sich heute Cyber-Klone von Roger Federer und Rafael Nadal in massstabgetreu rekonstruierten Stadien gegenüber. In Anbetracht dieses fundamentalen Wandels wirkt die elterliche Aussage «Ich habe ja selbst einmal gespielt» sehr schwach. «Pac-Man», «Space Invaders» und Co. haben mit den heutigen Games etwa so viel gemein wie ein Trottinett mit einem Hochgeschwindigkeitszug. 
Artikel kostenlos weiterlesen

Registrieren Sie sich gratis und profitieren Sie:

  • Begrüssungsgeschenk: Wahl aus 150 Angeboten
  • Unbegrenzter Zugriff auf über 2’000 Artikel
  • Artikel merken und Lesezeichen speichern
  • Elterntipps und wertvolle Unterstützung
  • 100% kostenlos für Sie
Jetzt Registrieren