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Medienerziehung

22 Fragen und Antworten zur Medienerziehung

Die 22 wichtigsten Fragen und Antworten zur Medienerziehung.
Interview: Bianca Fritz
Fotos:
Stephan Rappo/ 13Photo
1. Ab wann darf mein Kind ein Smartphone haben?
Höchstwahrscheinlich wird Ihnen Ihr Kind schon in der Primarschule erzählen, dass es dringend ein Smartphone braucht. Die meisten Medienpädagogen raten dazu, dass das eigene Smartphone erst mit dem Übergang in die höhere Schule in den Besitz von Kindern gehört. Einfach weil ein Smartphone kein Handy ist, sondern ein Computer mit Internetzugang. Und weil sich mit dem Smartphone die Mediennutzung der Kinder der elterlichen Kontrolle entzieht. Es braucht also medienkompetente Kinder und Eltern, die Vertrauen in die Mediennutzung ihrer Kinder haben. Daher rät selbst Tony Amberscombe, Sicherheitsexperte bei der Antivirensoftware-Firma AVG und damit ja prinzipiell interessiert an möglichst vielen Smartphone-Nutzern: «Halten Sie so lange wie möglich durch.» Er selbst hat seinen Sohn hingehalten, bis dieser 13 wurde.

2. Soll ich die Smartphone-Nutzung meines Kindes beschränken?
In jedem Fall sollten Sie vor der Anschaffung eines Smartphones für das Kind alle damit verbundenen Regeln aushandeln und festlegen. Schreiben Sie einen Vertrag über Ihre individuellen Nutzungsregeln – und zwar einen, der gemeinsam verhandelt wurde und auch Regeln für die Eltern enthält. So kann Ihr Kind diesen leichter akzeptieren. Ein Muster dafür finden Sie hier. Im Vertrag können Sie beispielsweise festlegen, dass das Handy nachts nicht mit ins Kinderzimmer darf oder dass das Kind einen Teil seines Sackgelds in die Rechnung stecken soll.

3. Ist Medienentzug eine gerechte Strafe?
Hier scheiden sich die Geister. Uneinig sind sich Pädagogen darüber, ob das Gerät durch einen möglichen Entzug noch spannender und wichtiger wird. Klar ist: Wenn Geräteentzug, muss für Ihr Kind ersichtlich sein, warum. Vergehen und Strafe müssen ganz klar miteinander verbunden sein. Also nicht: «Wenn du nicht aufisst, musst du eine Woche auf dein Handy verzichten.» Sondern: «Du hast wieder dein Handy mit an den Esstisch gebracht und damit gegen unsere ausgemachte Regel verstossen – jetzt nehme ich es dir bis heute Abend weg.» Auch hier hilft es natürlich enorm, wenn die Regeln gemeinsam vereinbart wurden und die Kinder auch den möglichen Konsequenzen zugestimmt haben.

4. Welchen Sinn haben Internetfilter für den PC oder das Handy?
Filter können eine wichtige Ergänzung sein. Sie verhindern bis zu einem gewissen Grad, dass Ihr Kind versehentlich auf pornografische oder gewaltverherrlichende Inhalte stösst. Filter können nicht verhindern, dass Ihr Kind diese Dinge bewusst sucht und dafür öffentliche WLAN-Verbindungen und andere Geräte nutzt. Ausserdem lassen sich alle Filter auch ausschalten – die Anleitungen dafür finden sich auf Youtube. Daher ersetzen Filter in keiner Weise Gespräche und das Vertrauen zwischen Eltern und Kindern. Sagen Sie Ihrem Kind, warum Sie einen Filter installieren. Und bitten Sie es, zu Ihnen zu kommen, wenn es auf etwas stösst, was ihm seltsam vorkommt.
Wissen Sie was Ihr Kind so alles treibt? Ein eindrucksvolles Video von Klicksafe.

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