Verbessern digitale Angebote die Lesekompetenz? - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
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Verbessern digitale Angebote die Lesekompetenz?

Lesedauer: 1 Minuten

Auf diese und drei weitere Fragen gibt das Kapitel «Bildung und Medien» des Dossiers «100 Fragen – 100 Antworten zum Thema Medien» Antwort.

Fragen und Umsetzung: Thomas Feibel
Bilder: Joël Hunn

Wie verändert künstliche Intelligenz das Lernen in der Schule?

Unter Stichworten wie artifizieller Intelligenz beziehungsweise künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen passiert heute eine regelrechte technische Revolution. Computer und Maschinen nehmen uns immer mehr Routineaufgaben ab.

Schon die heutigen Arbeitsmarktstatistiken zeigen, dass immer stärker Kompetenzen gefragt sind, die nicht einfach von einem Computer übernommen werden können. Dazu gehören vor allem Kreativität, Problemlösen, soziale und emotionale Fähigkeiten.

In der Schule sollte dementsprechend mehr Wert auf Lernformen gelegt werden, mit denen man genau diese Kompetenzen erwerben kann. Bildung der Zukunft kann auch heissen, im Tandem mit dem Computer zu arbeiten. In der Schule geht es darum, Kindern die nötigen Kompetenzen mitzugeben, damit auch in Zukunft Menschen statt Maschinen den Ton angeben.
Dominik Petko

Die Forderung, ab der ersten Klasse Informatik als Fach einzuführen, halte ich für übertrieben.

Stefan Aufenanger

Wie wichtig ist es für Kinder, Programmieren zu lernen?

Ich denke, dass Programmieren in der gesellschaftlichen Bedeutung überbewertet wird. Wir haben es immer stärker mit Systemen zu tun, die sich selbst entwickeln und die eigene Programmierkenntnisse unnötig machen. Die Forderung, ab der ersten Klasse Informatik als Fach einzuführen, halte ich für übertrieben. Programmieren muss für Kinder ein Angebot sein, an dem sie vor allem Spass haben. Wann dafür ein sinnvoller Zeitpunkt ist, hängt vom Kind und seiner Entwicklung ab. 
Stefan Aufenanger

Warum sollte ich mit meinem Kind heute noch eine Bibliothek besuchen? 

Es gibt unzählige Angebote, um den Umgang mit digitalen Medien zu fördern: Maker-Spaces, Gaming und Coding, digitales Vorlesen und Story­telling, Podcast- und Filmworkshops, Virtual und Augmented Reality für alle.

Viele Programme zur Schärfung der Medienkompetenz werfen auch einen Blick hinter die Medienkulissen, sensibilisieren junge Menschen für Datenschutz, Privatsphäre und persönliche Auswirkungen des Medienkonsums. Diesbezügliche Denkanstösse aus der Bibliothek werden oft eher aufgenommen als aus dem Elternhaus.
Heike Ehrlicher, Direktorin des Schweizer Bibliotheksverbandes Bibliosuisse

 Können digitale Angebote helfen, die Lesekompetenz zu verbessern?

Überall dort, wo eine Fertigkeit gezielt und individuell trainiert werden muss, scheinen mir digitale Angebote sinnvoll, zum Beispiel, wenn es um das Erlernen des Grundwortschatzes geht. Sie können Lehrpersonen entlasten und sind auch für viele Schülerinnen und Schüler hoch motivierend, weil diese sofort ein Feedback auf ihre Leistung erhalten. Für den Literaturunterricht gibt es noch keine überzeugenden digitalen Angebote. 
Christine Tresch

100 Fragen und 100 Antworten: Hier erfahren Sie mehr über die Expertinnen und Experten aus unserem grossen Mediendossier.

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